Pookas Geschenk

Passend zur Wintersonnwende habe ich für unsere Nachwüchser eine YuleGeschichte geschrieben von Lora und veröffentlicht auf ihren Pooka Pages übersetzen dürfen. Herzlichen Dank, Lora!
Welcome to Bell Pine Art Farm.

Die Tage vor Yule waren immer so geschäftig. Elsie zischte im Haus herum, stapelte Feuerholz, schmückte den Baum, verpackte Geschenke und lief dann wieder in die Küche um nach dem Lebkuchen im Backrohr zu sehen.
Pooka beobachtete das. Sein kleiner Kopf wackelte hin und her, wie bei einem Ansager beim Tennis.
„Mach langsamer, Elsie!“, sagte er. „Deine Stiefel fliegen dir sonst noch davon.“ „Ich kann nicht,“ sagte die kleine Hexe. „Es ist schon fast Yule und ich habe die Pastete noch nicht fertig!“
Es sah so aus, als ob sie sich nur hinsetzen würde, wenn ein Freund auf einen Besuch vorbei kam. Schön, dass das ziemlich oft vorkam. Jetzt kam wieder einer, mit einem breiten Grinsen und es wurden bunte Packerl ausgetauscht.
Pooka freute sich, weil es normaler Weise auch für ihn ein kleines Geschenk gab … das war dann mit Elsies unter dem Baum zu finden und wurde nach Sonnenaufgang am Sonnwendmorgen aufgemacht.
Aber als sich die Geschenke so stapelten, kam dem Kater ein Gedanke und der beunruhigte ihn doch … er hatte keines für Elsie!

Mit diesem Problem ging er zu Edgar, der Krähe. Edgar legte seinen Kopf schief, hörte ihm zu und antwortete ihm: „Einfach! Such ihr einfach irgendwas Glänzendes!“
Pooka wusste, dass in der Krähenwelt, sobald jemand einen beobachete, wie man etwas hinlegte, das Ding dann Freiwild wurde. Die Krähe „findet“ das dann und darf das auch mitnehmen. Er sagte: „In unserer Welt heißt das aber „stehlen“ und das kann ich doch nicht machen! Das ist einfach falsch!“ Edgar schaute seinen Freund verwirrt an. „Dann bist du auf dich selber gestellt,“ sagte er ihm, breitete seine Flügel aus und flog davon um etwas „zu finden“.

„Was wäre mit einem Samen, den sie dann nächsten Frühling pflanzen kann? Das wäre doch ein wunderschönes Geschenk!“, schlug Thistle vor. Die kleine Fee war nebenan herumgeschwebt und hatte sich einen leicht angefrorenen Rosenbusch angesehen. Sie hatte das Gespräch belauscht.

Pooka schüttelte den Kopf. „Elsie hat doch schon alle Samen selber gesammelt, die sie nächstes Jahr pflanzen will.“ Thistle hob ihre Stupsnase und schnüffelte. „Man kann nie genug Samen haben!“, sagte sie kühl und flog davon.
„Was kann ich nur machen?“ zermartete sich Pooka das Hirn. „Elsie macht so viel für alle … und besonders für mich! Ich möchte ihr unbedingt etwas schenken!“

Schlussendlich wanderte der Kater den schneebedeckten Pfad durch den Wald zum Haus seines Freundes Nathan. „Der Bub ist nicht zu Hause“, sagte Nathans Oma, als sie die Türe aufmachte, „aber komm trotzdem rein!“
Oma goß ihm eine kleine Schale mnit warmen Schlagobers ein und er erzählte ihm von seinem Problem. Die alte Frau setzte sich hin, hörte ihm zu und sagte dann, „Du hast kein Geld, also kannst du ihr nichts kaufen. Du hast keine Daumen und so wäre es auch schwierig für dich etwas für sie zu basteln. Mir scheint es aber sowieso so zu sein, dass die besten Geschenke nicht diejenigen sind, die man kaufen oder sogar für jemanden machen kann. Das beste Geschenk von allen ist deine Liebe. Deine Zeit und einfach dich kümmern. Ich denke, dass das sein wird, was Elsie wirklich gerne hätte.“

„Aber das mache ich doch die ganze Zeit!“, protestierte Pooka.

„Nunja“, sagte die Großmutter, „zu dieser Zeit im Jahr, ist es schön sich nach einem bißchen mehr umzusehen, das man tun kann um seine Liebe und Wertschätzung für den anderen zu zeigen. Ich bin mir sicher, dir wird da etwas einfallen.“, fügte sie vertrauensvoll hinzu.
Pooka dachte und dachte … aber es kam dabei nichts heraus.
In der Zwischenzeit war seine kleine Hexe mit Backen und Putzen beschäftigt, hatte den Kaminsims geschmückt und war dann durch das ganze Dorf und die umliegenden Bauernhöfe marschiert um bei allem Freunden körbeweise selbstgemachte Köstlichkeiten und Kräuterspezialitäten abzuliefern. Sie kaufte noch für diejenigen ein, die nicht von zu Hause weg konnten und passte auf Kinder auf, damit die Mütter die Einkäufe erledigen konnten.

Am Yule-Abend, nach dem Abendessen und dem Yule Ritual, schleppte sie sich langsam die Stiegen hoch und warf sich, mit dem Gesicht nach unten, auf die weiche Patchworkdecke, die auf dem Bett lag.
„Blessed be!“, murmelte sie. „Mir tut alles weh und ich bin so richtig erschöpft. Aber Pooka, weck mich auf jeden Fall auf, sobald die Sonne aufgeht. Das möchte ich auf keinen Fall versäumen!“ Als Antwort kletterte Pooka auf ihren Rücken und begann sie mit seinen kleinen Pfoten zu treteln (ganz vorsichtig, damit er sie nicht mit seinen Krallen kratzte). Elsie seufzte glücklich. „Ohh, Katzenmassage. Das fühlt sich aber gut an!“
Pooka strengte sich richtig an. Nach einer Weile wurden seine Pfoten müde und er lag über ihrem Rücken und schnurrte so laut er konnte. Elsie bewegte sich ein wenig und murmelte, „Das ist das beste Geschenk! Ich weiß, dass ich in der Früh wieder ganz die alte sein werde. Dank dir, Pooka!“ Dann schlief die kleine Hexe lächelnd ein. Pooka blieb auf ihrem Rücken liegen und schnurrte und vibrierte, was das Zeug hielt. Er hatte sein Geschenk gefunden.

 


Lora


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