Willkommen, mein Kind    Teil I

Normalerweise schreibe ich sehr selten für unsere "SternenKind-ErdenKind" , weil ich keine eigenen Kinder habe und mir deshalb das "Du hast leicht reden, Du hast ja keine Kinder!!" ersparen will. In diesem Fall mache ich aber eine kleine Ausnahme, weil ich auf diesem Gebiet duraus konkrete eigene Erfahrung anzubieten habe.
Welcome to Bell Pine Art Farm.

Babyblessing - ein sehr neudeutsches Wort für etwas, das von vielen Heiden als das Äquivalent zur oft gebräuchlichen, christlichen Taufe angesehen wird. Da ich selber schon einige dieser Rituale mitgestalten durfte, möchte ich gerne ein paar themenbezogene Gedanken unter die Leute bringen.

 
Kleiner Hüpfer

Wozu brauch ich so etwas überhaupt?

Generell betrachte ich Rituale als ein wichtiges Thema in unseren Leben, dem heute viel zu wenig Bedeutung beigemessen wird. Rituale stärken Gemeinschaft, liefern eine ankernde Einteilung in unserer Lebenszeit und dienen als Wegmarkierungen an denen (wenn es z. B. um Geburt und Tod geht) wohl keiner von uns vorbei kommt.

Wozu ich gerade ein Babyblessing brauche, das ist eine in meinen Augen eine mehr als sinnvolle Frage, die leider viel zu selten gestellt wird.
Wenn sie nämlich gestellt wird, dann erweist sich schon im Vorfeld, dass es schlichtweg eher um ein „Fest für die Familie“ geht, das eigentlich keinen spirituellen Hintergrund benötigen würde. Ein derartiges „Willkommen-heißen in der Gemeinschaft/Familie“ kann, egal welcher Glaubensrichtung, für das neuangekommene Kind nur von Vorteil sein. Je mehr tragfähige Beziehungen von Anfang an bestehen, desto besser! Dieses Prinzip wurde früher in unseren Breitengraden von der christlichen Taufe, zu der die ganze Familie und meist das halbe Dorf eingeladen waren, getragen. In den letzten Jahrzehnten ist das christliche Ritual aber vielfach zur leeren Hülle geworden, die keinerlei sozialen Konsequenzen für Kinder, Eltern oder Paten hat – außer eben einen Nachmittag zusammen zu verbringen (und der „Verpflichtung“ für den Paten, Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke nicht zu vergessen). Eine natürliche Folge, wenn die Beteiligten nicht mehr aktiv in der kirchlichen Gemeinde eingebunden sind.
Die dabei zurückbleibende Leere wird jetzt langsam wieder gefüllt indem es seit einigen Jahren vermehrt „Ritualleiter“ gibt, bei denen mensch auch taufeähnliche Kinderrituale bestellen kann. Eine gute Idee, wie ich finde – genauso wie manche Trauerfeier unter Organisation eines Bestattungsinstitutes mit Grabredner mittlerweile einen positiveren Eindruck hinterlassen kann als ein, für eine viel zu große Gemeinde verantwortlicher, Geistlicher es zustande bringen könnte.

 
Gemeinsam

Ein gut organisiertes und vor allem mit den passenden Teilnehmern durchgeführtes Willkommensritual, in dem auch das Bewusstsein vorhanden ist, dass das Kind in ein soziales Umfeld eingebunden groß werden soll und dass die gesamt Gemeinschaft auch dafür verantwortlich ist, dieses  Umfeld am Leben zu erhalten. Jeder einzelne Teilnehmer hat dabei seinen Anteil (ob er ihn leistet oder nicht!). Schließlich sollte ein derartiges Ritual das Kind tragfähig in eine bestehende Gemeinschaft einbinden und der Gemeinschaft die Gelegenheit geben, das Kind bewusst aufzunehmen.


Zwei Paar Schuhe

Von der sozialen möchte ich jetzt zur spirituellen Komponente ein paar Worte verlieren. Wie aus der Überschrift zu entnehmen, sind das in meinen Augen durchaus zwei Paar Schuhe – obwohl es auch nur ein Paar sein kann!
Für mich persönlich ist Spiritualität die Grundlage meines Lebens, mensch könnte auch sagen, der Boden auf dem ich mich bewege. Dabei bin ich mir aber durchaus bewusst, dass das nicht für jeden so sein muss, ja es auch nicht zu sein braucht … Sofern aber jemand in einer bestimmten Art der Spiritualität zu Hause ist, die nicht dem Standard der staatlich anerkannten Religionen entspricht, wird es schon ein wenig schwieriger ein sinnvolles Ritual zu basteln um den Nachwuchs willkommen zu heißen. Wenn die eigene gelebte Spiritualität im Gruppenkontext ankert, dann ist eventuell auch der Hintergrund vorhanden, das Ritual in dieser Gruppe zu zelebrieren. Was allerdings den Nachteil hat, dass die restliche Lebensumwelt dann davon wohl kaum berührt wird. Noch schwieriger wird es, wenn auch noch der Partner ein anderes Weltbild hat. In diesen Fällen stellt sich die Frage worauf sich geeinigt werden kann. Im Notfall würde ich dabei auf einen „Ritualleiter“ zurückgreifen, der alle spirituellen Optionen offen lässt und eine rein soziale Einbindung des Kindes als Grundlage zur Ritualgestaltung nimmt.

Wenn die Eltern des Kindes in derselben Tradition stehen und im Gruppenkontext eine spirituelles Begrüßungsritual möglich ist, dann sollte trotzdem an die übrige Familie (natürlich nur, sofern es tatsächliche familiäre Bindungen gibt) gedacht werden. Entweder könnte mensch das  Ritual auch für Außenstehende öffnen und es dementsprechend adaptieren oder eine zweite Feier organisieren um den sozialen Bereich bestmöglich abzudecken.

Natürlich ist es auch eine schöne Idee, dass die Eltern die Feier für den Nachwuchs selber ausrichten. Wozu ich allerdings immer raten würde ist, die oben gemachten Überlegungen im Auge zu behalten. Welche Bereiche sollen abgedeckt werden? Was soll für das Kind erreicht werden? Was für die Eltern? Was für die Anwesenden?
Wie das vor sich gehen könnte, das möchte ich Euch gerne im zweiten Teil dieses Artikels nahe bringen.


Ende Teil I


Anufa


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