Pferdekrähe möchte ihr Kind heidnisch erziehen   Teil V

Imbolc
Welcome to Bell Pine Art Farm.

Das Wiederkehren des Lichts und das Aufkeimen des Lebens einmal bitte kindgerecht

Bisher hab ich Imbolc traditionell immer so gefeiert, dass ich es gar nicht gefeiert hab.
Ich steckte jedes Mal irgendwie in der Eisstarre oder hing gedanklich noch in den Rauhnächten. Lediglich ein paar Kerzen hab ich an Imbolc angezündet und das Haus ausgeräuchert. Auch für den zu diesem Zeitpunkt hervorragend passenden Hausputz, hielt sich meine Motivation meist in Grenzen…
Jetzt aber, und dies ist der einer der Gründe, lebt mit mir ein kleines Kind (und bald werden es zwei sein) im Haus, das mit den Jahrkreisfesten aufwachsen und deren Bedeutung kennen lernen soll. Der andere Grund ist, dass ich mir dieses Jahr, mehr denn je zuvor, das Ende des Winters herbei sehne und so hoffnungsvoll auf den Frühling warte wie noch nie.

Und so muss ab jetzt mein bisheriges Imbolc geändert werden...

Mama Schaf und Baby Schaf

Ich werde mit Emilian am 30. Januar - an Vollmond feiern. Das passt ganz geschickt, weil’s ein Samstag ist und wir am nächsten Tag nicht zum Arbeiten oder in den Kindergarten müssen.  Ich werde unserem Sohn erklären, dass Imbolc von Oimelc hergeleitet wird, was von Schafsmilch kommt, weil jetzt die Zeit ist, in der die neuen Lämmer geboren werden. Ein Freund von mir züchtet seit Jahren sehr erfolgreich Dorper Schafe, (Eine Haarschafrasse - komisches Wort - aus Südafrika). Am Morgen von Imbolc werden mein Sohn und ich ihn besuchen. Das wird sicher sehr schön werden, wenn Emilian zum ersten Mal in einer großen Herde die Lämmer streicheln und einem Lamm das Milchfläschchen geben darf.

Unser Haus wird an diesem Samstag schon frisch geputzt sein, weil am Tag zuvor wie immer die Putzfrau da war (wie angenehm). Deswegen können mein Sohn und ich nach dem Schafbesuch gleich anfangen das Haus symbolisch auszufegen (er hat extra einen kleinen Kinderbesen und ich meinen großen Reisigbesen), und anschließend wird das ganze Haus ausgeräuchert, dabei sagen wir das Sprüchlein: „Wir vertreiben alles Böse und ziehen an das Gute!“
Emilian darf, wie schon so oft,  mit dem Pistill hantieren und den Salbei und Weihrauch zu Pulver mörsern. Er hat immer einen Heidenspaß, das Pulver auf die glühenden Kohlen zu werfen und zu sehen, wie schön es raucht.

Anschließend werden wir das Wohnzimmer verdunkeln und eine große Teelichtspirale auf dem Boden anzünden. Bei  Kakao und Kuchen werde ich meinem kleinen Sohn von der Göttin Brigid (Göttin der Schmiede, des Feuers und der Heilkunst) erzählen, die man jetzt vielleicht, wenn man ganz leise ist, auf einem Hirsch durch den Wald reiten sieht. Brigid, so werde ich ihm erzählen, weckt die Samen im Boden auf und rüttelt die Bäume wach, damit die Säfte fließen und  im Frühling alles wieder wachsen kann.

Am Abend wird dann die ganze Familie ein Lagerfeuer im Garten machen, (schön wäre dann ja ein warmer Met dazu. Da ich aber derzeit leider keinen trinken darf, kriegt halt gar niemand einen und es gibt heißen Tee). Seit unserem Julfeuer fragt der Kleine fast täglich wann wir endlich wieder ein Feuer im Garten machen. Feuer scheint für Kinder ja eine ganz starke Faszination auszuüben…
Und so kommt nun auch der Papa ins Spiel. Der darf das Holz herbei holen und Vater und Sohn werden ganz männermäßig zusammen das Feuer entzünden. Normalerweise lass ich mir das Feuer machen ja nicht nehmen, aber dieses Mal werd ich ganz wie es sich für die Frau im Haus gehört (Vorsicht Sarkasmus), in der Küche stehen und das Kartoffelbrot dazu machen:

Irisches Kartoffelbrot
Die gekochten und gestampften Kartoffeln mit Salz, Pfeffer und Butter mischen. Dann das Mehl dazu und gut durchkneten bis ein schöner Teig entsteht. Evtl. noch mehr Mehl dazu. Den Teig auf ca. 1,5 cm Dicke auf einem Backpapapier (!) ausrollen und bei 200°C solange backen bis er goldbraun ist. Am Besten auf dem Kuchenrost backen, dann muss man das Kartoffelbrot nicht wenden.
Dazu gibt’s bei uns Kräuterquark oder Tsaziki (ok, das ist nun weniger irisch, dafür  aber lecker)

Bevor wir dann alle ins Bett gehen, darf Emilian noch ein Schälchen mit Milch für die Göttin Brigid raus stellen. Damit danken wir für unsere Ernte im Garten im letzten Jahr und bitten die Göttin, dass wir auch in diesem Jahr wieder so viele Tomaten, Gurken, Bohnen usw. haben werden. Etwas zum Trinken und Essen für jemand über Nacht hinstellen liebt unser Sohn! Seien es die Naturgeister im Garten, oder der Weihnachtsmann, ganz egal.  Am nächsten Morgen schaut er dann gleich nach, ob auch alles weg ist und freut, sich wenn es weg ist. Dafür sorgt die Mama schon… Oder unser Hund Mania oder unser Kater Hannibal…

Dies ist also mein Plan und meine Wunschvorstellung für Imbolc 2010. Wir Mütter von  kleinen Rackern, fast hätte ich Mistkröten geschrieben,  wissen aber, dass sich ein Alltag nicht so konkret planen lässt und uns die Kinder oft schlicht einen Strich durch die Rechnung machen. Ja leider ist das so. Wahrscheinlich wäre es für euch viel witziger zu lesen, wie Imbolc dann bei uns tatsächlich verlaufen ist…

Etwa wie ich ganz unspirituell,  total entnervt und gestresst von den vielen Terminen, meine  Haare in alle Richtungen, am Abend das verbrannte Kartoffelbrot im Feuer den Götter opfere, mein Sohn sich mit Papa nach kurzer Zeit lieber in die Garage zum SL verzieht, um irgendwas zu schrauben, und ich mit meinem Schäferhund allein am Feuer steh, später der Hund sich vom Schneefressen im Hausgang erbricht und ich mich im Bett noch ärgere, weil das ganze Schlafzimmer jetzt nach verkohltem Salbei stinkt…

Naja, das wird schon werden, ich bin da ganz zuversichtlich! Denn: Aber wie heißt es so schön? Der Weg ist das Ziel! Euch allen ein schönes Imbolc!


Pferdekrähe


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