Betreuung gesucht für WurzelWerk's
Pferdekrähe möchte ihr Kind heidnisch erziehen   Teil I

Der Kinderaltar
Welcome to Bell Pine Art Farm.

Gleich mal vorweg

Ich bin pagan, mein Freund und Papa von Emilian ist eigentlich Atheist, die Verwandschaft ist christlich. Wir haben unseren Sohn nicht taufen lassen, sondern hatten ein wunderschönes Babyblessing als er neun Monate alt war.  Ich möchte unser Kind heidnisch erziehen, möchte ihm die Natur, die Tiere und die Göttin näher bringen. Was er später einmal glaubt und wonach er sich richten wird, ist seine Sache.
Ich möchte nicht, dass unser Kind durch meine Überzeugung und durch meinen Glauben zum Außenseiter in Kindergarten oder in der Schule wird und so werd ich ihm den Osterhasen und den Weihnachtsmann nicht vorenthalten.
Unser Sohnemann wird einfach mehrere Feste feiern. Mal sehen wie ich das im Laufe seiner Kinderzeit bewerkstelligen kann.
Hier im Sternen-Erdenkind will ich euch davon berichten:

Unser Sohn Emilian Justus Baldur ist gerade zwei Jahre alt geworden… er schläft noch bei uns im Schlafzimmer, in seinem eigenen Bettchen, das dicht an unserem steht… ein erweiterter Babybalkon also.

Am Wochenende, wenn wir noch im Bett liegen, steht der Kleine, wenn er mit seinem Kakao Fläschchen fertig ist, schon mal auf und beginnt den Hund zu ärgern oder den oberen Stock in unserem Haus unsicher zu machen …Wir Eltern sehen fern währenddessen, trinken in Ruhe unseren Kaffee und ich checke parallel die Geräusche. Solange es rumpelt, klopft, quietscht oder lacht ist alles in Ordnung. Allerdings, und das hab ich früh gelernt, muss man nachschauen wenn es allzu ruhig ist. Dann steh ich auf und erwisch Emilian meist  in meinem Hexenzimmer wie er fasziniert vor meinem Altar steht … Dort rührt er mit seinem kleinen Fingern in meiner Räucherschale, packt die Erde in das Gefäß mit dem Wasser drin oder stellt die Hirschfigur aufs Pentakel. Neben meinem Altar hab ich zwei große Schüsseln die mit je einem Kilogramm kleinen Bergkristall- und Hämatitsteinchen gefüllt sind … ja … die ersten lachen schon … Emilian hat auch seine Freude daran, diese beiden Steinarten auf dem Boden zu mischen … und ich wusste anschließend, wie sich das Aschenputtel gefühlt haben muss.

So ging es nicht weiter. Von Türen zusperren halte ich nichts und so beschloss ich für Emilian einen eigenen Kinderaltar aufzubauen … Am Besten im Wohnzimmer, wo er sich am Liebsten aufhält und spielt. Dort sollte er seinen eigenen Altar haben, wo er zum Beispiel auch Sachen drauflegen kann, die er bei den gemeinsamen Spaziergängen oder Walddurchstreifungen mit Mama so findet.

Tja, so hat sich das die Mama gedacht, allerdings lernt man mit einem kleinen Kind auch recht schnell, dass das was die Mama für Gut und Recht hält, der Junior noch lange nicht auch so sehen muss …


Der Altar

Der Papa musste mir aus dem Wald eine Tannenholzscheibe besorgen, was er auch tat. (Ich glaube mittlerweile wundert er sich nicht mehr über irgendwelche Wünsche von mir.) Ich legte also diese Holzscheibe hin und platzierte eine hübsche Elfe darauf … sollte ja kindgerecht sein und meinen Sprössling ansprechen. Beim nächsten Spaziergang mit Emilian zeigte ich auf den Boden und säuselte: „Ohhhh! Schau Emilian, ein Tannenzapfen! Ist der nicht schön? Willst den mit nach Hause nehmen und auf Deinen Altar legen?“ Ich drückte Emilian den Tannenzapfen in die Hand und er warf ihn sogleich wieder auf den Boden und sagte: „Ne!!“. Ein paar Meter weiter versuchte ich es mit einem Feuerstein: „Kuck mal Emilian, ein weißer Feuerstein! Sollen wir den mitnehmen?" Mein Sohn schüttelte den Kopf und sagte: „Ne“. Ich versuchte es weiter mit Steinen, einer Feder oder einem schönen Blatt. Mein kleiner Hosenpuper zeigte sich wenig interessiert, spielte lieber mit dem Hund und warf  Stöckchen. Ich lief weiter hinter Kind und Hund her und ärgerte mich in Gedanken, dass mein Sohn wohl eher nach dem Papa kommt und sich nur für Dinge interessiert, die zwei oder vier Räder haben und Lärm machen. Ich war sogar ein wenig enttäuscht … rief mich aber zur Ordnung in dem ich mir sagte:
 „Mann, … jetzt reiß Dich zusammen! Was erwartest Du denn? Dein Kind ist erst zwei Jahre alt! Freu Dich doch, dass er so schön mit dem Hund spielt“

Und so ließ ich es gut sein, meinem Sohn irgendwelche Steine, Federn oder sonst was aufzudrängen.  Der Kinderaltar stand weiterhin im Wohnzimmer und sollte warten, bis sein Besitzer alt genug war um den Sinn zu verstehen.

Eines Tages sah ich meinen Sohn mit der Elfe, die eigentlich auf seinem Kinderaltar steht,  durchs Haus rennen. Das ging natürlich nicht. Ich führte meinen Sohn, samt Elfe ins Wohnzimmer zurück und erklärte ihm, dass die Elfe auf der Holzscheibe wohnt und man die nicht zum Spielen nehmen darf. Außerdem geht sie kaputt wenn man mit ihr durch die Gegend hüpft … Mein Sohn lauschte mir gespannt und mit großen Augen, schien zu verstehen was ich ihm sagte und stellte vorsichtig die Elfe wieder auf seinen Altar zurück. Neugierig und interessiert sah er  mich an und der heidnische Pädagoge in mir wurde größenwahnsinnig und so fuhr ich fort: „Weißt Du noch, wie Du an Samhain die Kekse für die Naturgeister unter den Holunder gestellt hast? Und die Milch mit dem Honig?  Diese Elfe hier ist auch ein Naturgeist … nur wohnt sie hier drinnen im Wohnzimmer und passt auf deinen Kinderaltar auf! Zu ihr kannst Du immer kommen und ihr was erzählen und du kannst alle wichtigen Sachen zu ihr auf die Holzscheibe legen, alle die Du so findest. Im Sommer wenn die Blumen blühen werden wir auch Blumen hinlegen, dann freut sich die Elfe!“  Mein Sohn nickte und rannte davon um sich wieder seinen Spielzeugautos zu widmen. Ich war zufrieden mit meinem Plädoyer und dachte mir: „Das wird schon!“.

Ein paar Tage später als es Schlafenszeit war, konnten wir den Schmusemond von Pampers nicht finden. Der allerdings war das Wichtigste für Emilian überhaupt und ohne ihn würde sich das Zubettgehen schwierig gestalten. Der Papa und ich teilten uns auf um zu suchen - im Bad, in der Badewanne, in der Spielzeugkiste und in der Küche… der Mond war verschwunden. Ich wurde langsam nervös und schaute fragend Mania meinen Hund an: „Weißt Du wo der Mond ist?“
Als ich ins Wohnzimmer komme, fällt mein Blick auf den Kinderaltar und dort liegt tatsächlich der Schmusemond! Emilian musste ihn da hingelegt haben … ich stehe da und bin gerührt! Ich rufe dem Papa zu, dass er die Suche abbrechen kann: „Ich hab den Mond gefunden! Schau mal wo!“  Er kommt auch  ins Wohnzimmer, folgt meinem Blick, sieht mein breites Grinsen und kommentiert es mit einem verständnislosem: „Hmm“. Aha, seine Freude darüber hält sich also in Grenzen … ich allerdings freue mich sehr und bin mächtig stolz auf meinen Sohnemann.


Ende Teil I


Pferdekrähe


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