Wie gesund sind unsere Kinder?   Teil I

Wir leben immer länger. Glaubt man aber einigen besorgten Kinderärzten, dann wird die jetzige alte Generation die gesündeste sein, die je gelebt hat. Wir haben viele, gefährliche Infektionskrankheiten besiegt. Hunger und Mangelerscheinungen sind bei uns praktisch ausgerottet. Aber sind unsere Kinder wirklich so gesund?
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Praktischen Ärzten, Hochschulmedizinern und Statistiken der Gesundheitsämter zufolge sind unsere Kinder geradezu auffallend gut entwickelt: riesenhaft, wie das Gemüse im Supermarkt, fast 20 cm größer als Kinder noch vor 100 Jahren. Das ist sicherlich auch auf ausreichende Ernährung und weniger Infektionskrankheiten zurück zu führen. 85% der Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren beurteilen ihren Gesundheitszustand mit "gut" oder "sehr gut".
Aber ist das auch wirklich so? Experten zeichnen ein weniger erfreuliches Bild vom Gesundheitszustand unserer Kinder. Ein Teil sei von "durchaus gravierenden Gesundheitsproblemen betroffen", warnen die Mediziner und Soziologen des Robert Koch Instituts in Berlin. Das Gleiche kann auch von den Alpenstaaten und Großbritannien gesagt werden. Nicht mehr Scharlach oder Pocken sind jetzt die Plagen, die Kinder heimsuchen, sondern Leiden ganz anderer Art.


Da bleibt vielen die Luft weg und jucken tut´s einen auch

Dabei stehen an erster Stelle Asthma und Allergien. Asthma ist bereits die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Das Warum ist noch nicht ganz geklärt, dürfte aber mit dem Wort "Zivilisationsleiden" ganz gut beschrieben werden können. Luftverschmutzung durch Auto - und Industrieabgase, die sich an Wildgras - und Getreidepollen anlagern, vielleicht auch die Ernährung oder auch übertriebene Hygiene werden heute als Auslöser vermutet. Trotz aller Ursachenforschung sind die Experten noch ziemlich ratlos.
Schon etwa 8% der unter Achtjährigen, also durchschnittlich je zwei Kinder je Schulklasse, gelten als Asthmatiker. Bei ihnen verengen sich die Bronchien in gewissen Situationen wie Stress, körperlicher Anstrengung, Angst oder beim Kontakt mit Allergenen anfallsartig, sie husten angestrengt Schleim aus den Bronchien, holen flach Luft, atmen pfeifend oder brummend aus.
Cortisonsprays oder andere, die Bronchien erweiternde Mittel können das Leiden nur mildern, nicht heilen. Bleibt eine schwere, asthmatische Erkrankung jahrelang  unbehandelt, kann das bis zur Zerstörung der Lunge führen.

Allergien sind eine Überreaktion des Immunsystems. In Deutschland bekommt bereits jedes zehnte Kind im Laufe seiner Entwicklung eine Neurodermitis. Die Haut wird dabei extrem trocken, schuppig und unerträglich juckend. Im Laufe der Jahre kommt es oft zu einem "Etagenwechsel". Das Leiden befällt die Nasenschleimhaut (Heuschnupfen), später die Bronchien (all. Asthma) und bleibt in jedem zweiten Fall bis ins Erwachsenenalter bestehen. Man nimmt eine hohe genetische Disposition an. Dennoch besteht die Chance auf präventive, lindernde und heilende Maßnahmen:

- möglichst vier - bis sechs Monate stillen,
- niemals in Gegenwart von Kindern rauchen,
- auf eine gesunde Ernährung achten. Schmerzen, z. b. Kopf - und Bauchschmerzen.


Mir tut´s weh

Ein weiterer, an Häufigkeit zunehmender Faktor, sind Schmerzen, besonders Kopf - oder Bauchschmerzen. In Studien, die vor über 50 Jahren gemacht wurden, gaben weniger als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen an, überhaupt schon jemals Kopfschmerzen gehabt zu haben. Heute sind es bereits neun von zehn Kindern! Besonders häufig ist das in den ersten drei Schuljahren. Schließt man alle möglichen Schmerzursachen wie Kieferhöhlenentzündung, Augenfehler, Zahnfehlstellungen, Infektionen oder Tumore aus, bleibt immer noch ein erschreckend hoher Prozentsatz übrig, bei dem sich keine unmittelbare, körperliche Ursache finden lässt. Ein "schlecht funktionierendes Schmerzkontrollsystem im Hirnstamm" wird als Ursache angenommen, das schon auf minimalste Auslöser reagiert.
Oft sind es die Begleitumstände eines "normalen" Kopfschmerzes, wie Stress, Alltagsbelastungen oder das Erhalten der erwünschten Aufmerksamkeit, die diesen "normalen" Schmerz chronisch werden lassen. Der Schmerz verselbständigt sich gewissermaßen, und eine lange, oft bis ins Erwachsenenalter andauernde Schmerzkarriere beginnt.
Als Therapie hat sich ein Mix aus psychologischen Methoden und Veränderung der Lebensweise bewährt:

- Entspannungstechniken, z.b. Progressive Muskelrelaxatation,
- Lernen, die Gefühle anders als durch Schmerz auszudrücken,
- ausreichende Bewegung,
- Reizminderung: Computerspiele, Video und Fernsehkonsum einschränken,
- Leistungsstress abbauen,
- Ernährungsumstellung: Fallbeispiel Kathrin, 11 J.

hat den Verzehr von Milch, Weißzucker, Weizenmehl, Aroma - Süß - und Konservierungsstoffen zunächst eingestellt. Nachdem die Schmerzen deutlich seltener und weniger stark waren, darf sie nun alle drei Tage eines der verbotenen Nahrungsmittel wieder probieren, um zu beobachten, wie ihr Körper darauf reagiert und zu entscheiden, welche sie dauerhaft wieder zu sich nehmen kann. Das verlangt allerdings von der Familie ziemliche Disziplin. Dazu kommt die Abschirmung von übermäßigem Stress, Lärm, Hetze, Verzicht auf stundenlanges Fernsehen und ausreichender Schlaf.

Unbequeme Nachrichten. Viele Eltern hören nicht gerne darauf. Aber

"Ein Fernsehgerät im Kinderzimmer ist Kindesmisshandlung" (Familienministerin Renate Schmidt Deutschld.)

Bei Vorsorgeuntersuchungen wird oftmals festgestellt, dass Fernsehkinder beim Zeichnen von Männchen Hände und Füße vergessen. Sie spüren sich selbst nicht richtig. Der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann von der Uni Bielefeld stellt fest, dass Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihrer Zeit auf Fernseh - und Computerbildschirme starren und sich viel zu wenig bewegen. Das sei ein "neuralgischer Punkt der Kindergesundheit". Der Seh - und Hörsinn werde dadurch einseitig stimuliert, Tast - und Bewegungssinn dagegen vernachlässigt. So sind Kinder heute im Durchschnitt motorisch ungeschickter als noch vor 30 Jahren, und ihre Muskeln sind weniger gut trainiert. Das führt auch zu Haltungsschwächen wie Hohlkreuz, Rundrücken, Fußfehlstellungen etc., eine Folge nicht von ererbten Schwächen, sondern von Bewegungsmangel. Deshalb leiden schon allzu viele Kinder unter Rückenschmerzen.


Ende Teil I


Morgane


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