Rosenkranz, Gebetsschnur, Mala und Co ...

In unserer Kultur sind viele von uns mit Rosenkränzen schon in der Kindheit konfrontiert worden. Meistens als reine Deko aber hie und da auch im tatsächlichen Gebrauch ...

Lange Perlenketten, aus den unterschiedlichsten Materialien, meist mit einem Kreuz und/oder einer Heiligengemme als "Anhänger".
Althergebracht wurde er als Zähl- und Gebetskette verwendet, um eine regelmässige Abfolge von Gebeten  z. B. Vater unser/Ave Maria/Ehre sei dem Vater kontrolliert abzuarbeiten. Erstmalige Erwähnungen gibt es im 15. Jahrhundert und er hat sich bis heute in der Praxis gehalten.

Der Aufbau des Rosenkranzes richtet sich nach der Tradition in der gebetet wird.


Gebetsweise des katholischen Rosenkranzes




(1) Kreuzzeichen, Glaubensbekenntnis

(2) Vater Unser

(3) drei Ave Maria

(4) Ehre sei dem Vater

(5) fünf Gesätze mit je einem Vaterunser, zehn Ave Maria und einem Ehre sei dem Vater

Als „marianische Leben-Jesu-Meditation“ verbindet der Rosenkranz die Verehrung von Jesus Christus mit der Anbetung von Maria, die die Leiden ihres Sohnes als Mensch betrachtet.  Hier kommt schon recht deutlich zum Ausdruck, dass es sich bei der Verwendung des Rosenkranzes nicht um "stures Beten" handeln muss, sondern es auch um eine Meditation und Kontemplation tiefer Glaubensinhalte gehen kann. In diesem Kontext werden sie als (Rosenkranz)Geheimnisse bezeichnet.


Gebetsschnüre

Sowohl in der russischen als auch in der griechischen orthodoxen Kirche, wird ebenfalls mit Gebetsschnüren gebetet. Diese bestehen allerdings tatsächlich aus Schnur, in die Knoten gemacht werden - die altorthodoxe Form wird sogar aus Leder gemacht.


Gebetsketten

MalaIm Buddhismus und Hinduismus wird die Gebetskette "Mala" genannt und besteht meistens aus 108 Perlen (meistens aus Naturmaterialien, denen ganz bestimmte Bedeutungen zuerkannt werden). Die Zahl 108 weist im Buddhismus auf die gesammelten Bände der Lehren Buddhas hin und im Hinduismus auf die Anzahl oder die der Attribute der einzelnen Gottheiten.
Die islamische Gebetskette nennt sich Misbaha oder Subha. Diese Form wird vornehmlich als Zählmechanismus verwendet aber auch als Talisman und Schmuck um den Hals getragen oder als religiöses Symbol an die Wand gehängt. Sie besteht aus 99 Perlen (3 Teile zu jeweils 33 Perlen). Die Sektionen sind jeweils durch eine verlängerte oder vergrößerte und andersfarbige Perle gekennzeichnet oder die Schlussperle ist anders gestaltet. Häufig besitzen Masabih kurz vor der Schlussperle eine kleine Nebenkette mit bis zu zehn Perlen, die auf einer dickeren Schnur sitzen. Diese Perlen verrutschen nicht von selbst, mit ihnen wird die Zahl der Gebetsrunden festgehalten. Nach jedem Durchgang wird eine Perle verschoben, die dann an ihrem Platz bleibt. Die Haupt- und Nebenketten können an den Enden durch Stoffquasten oder Schmuckstücke verziert sein. An Materialien findet sich von Kunststoff bis Edelstein so gut wie jedes Material.

Misbaha


Theorie dahinter

Was hat das nun alles mit Heidentum zu tun? Ganz einfach, die Theorie dahinter ist es, die mich schon sehr lange interessiert hat. Der einfache Gedankengang, dass es wohl etwas auf sich haben muss, wenn mehrere Traditionen und/oder Religionen es für wichtig ansehen, einen Zählmechanismus oder einen "materiellen Anker" zu haben, während die kontemplativ oder betend zu Gange sind.
Deshalb hat sich wohl auch seit etlichen Jahren die Gebetskette auch in den heidnischen Bereich eingeschlichen. Es geht also ums ritualisierte Gebet oder um einen fixen Komplex an Meditationsthemen im Auge zu behalten! Für mich als Priesterin der Craft schaut das beispielsweise so aus (in der Nummerierung ähnlich dem Rosenkranz):

(1) ein Symbol für "meine" Göttin und "meinen Gott"
dann folgen vier "Stationen" für die vier Elemente
(4) ein Symbol für das "All-Eine"
dann folgen 8 "Unterteilungsperlen" (vier kleine - Yule, Ostara, Litha und Herbst-Tag und Nachtgleiche; und vier große - Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh) zwischen denen jeweils drei Perlen für die Göttinnen dieses Zeitabschnitts und zwei für die Götter gefädelt sind

oder:

(1) ein Mondsymbol
je eine "Elementenperle"
(4) ein persönliches Symbol
dann folgen 29 Perlen für die einzelnen Tage (wovon eine für den Vollmond stehen sollte) oder zwei unterschiedliche Arten von Perlen, die abwechselnd für die 13 Voll- und Schwarzmonde eines Jahres aufgezogen werden.

Es gibt aber im heidnischen Bereich auch die Gebetsschnur, die nicht als Kranz gefertigt ist (nach dem Vorbild der Hexenleiter). Sie wird gerne verwendet um zu Zaubern oder Ritualabläufe zu verinnerlichen oder zu kontemplieren. Als Beispiel dient mir hier eine Elementengebetsschnur.
Elementengebetskette
Was all diesen Hilfsmitteln gemeinsam ist, ist die Notwendigkeit mit jeder einzelnen Station der Kette etwas ganz Bestimmtes zu verbinden und das auch zu verinnerlichen. Je besser diese Kombination durch Übung und Wiederholung gefestigt ist, desto prägnanter ist die Wirkung.
Wenn ich beispielsweise einen bestimmten Ritualablauf habe ...
Reinigung des Raumes, Ziehen eines Kreises, Anrufen der Elemente, Reinigung der Person im Kreis, Formulierung des Ritualinhalts, Rufen von Wesenheiten, Begrüßen und Instruieren der Wesenheiten, Sammeln der Energien, Manifestieren, Danken und Verabschieden der Wesenheiten, verabschieden der Elemente, Auflösen des Kreises und Versiegeln des ganzen Vorgangs; dann könnte ich 13 (für mich wirklich eindeutige!) Symbole für die unterschiedlichen Stationen auf eine Schnur ziehen und dann diesen Ablauf jederzeit - allein durch Kontemplation - "durchgehen". Dadurch werden sowohl Kette als auch das Ritual selbst mit Energie geladen, die dann zur Steigerung der Effektivität des Rituals beiträgt. Die Kette selber wird dann zum Hilfsmittel für Zauber (um wieder die Hexenleiter zu erwähnen) und Ritual.

Ein wunderschönes Beispiel dafür hat dieser Blog zu bieten. Hier ist die Personalisierung wunderschön nachzuvollziehen. Dabei wird noch ein mir wichtiges Faktum deutlich - die Materialwahl ist ebenfalls (sofern sie keiner Tradition untergeordnet wird) völlig vom persönlichen Blickwinkel abhängig.adf-ritual-beads

Wer natürliche Materialien bevorzugt wird Kerne, Samen und Perlen aus Holz oder Mineralien wählen und wer handwerklich geschickt (oder auch nur inspiriert) ist, der wird sich vielleicht die einzelnen Symbole/Perlen/Artefakte selber herstellen - wie eben im Beispiel aus Salzteig oder selbsthärtender Knetmasse. Alles geht ... solange der Praktizierende die passenden Verbindungen herstellen kann. Je klarer die Bedeutung für einen selber ist, desto leichter fällt dann die Konzentration, desto flüssiger ist anschließend die Praxis und desto geladener die Kette.


Anufa


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