Grabstätten und Grabsteine   Teil II

Heute beginne ich eine neue Reihe zum Thema „Grabstätten und Grabsteine“. Mich haben Friedhöfe und Grabstätten schon immer fasziniert und ich bin mit ziemlicher Sicherheit nicht die einzige, die dahingehend eine gewisse Affinität besitzt. In den nächsten Artikeln werde ich mich mit den Bestattungsriten und der Denkmalerrichtung für die Toten in den unterschiedlichen Kulturen beschäftigen.

Im zweiten Teil der Reihe „Grabstätten und Grabsteine“ geht es um die Besonderheiten der Gräber des alten Griechenlands sowie des antiken Italiens. Natürlich handelt es sich hier nicht um eine vollständige Aufzählung aller Bestattungsriten, die in der Antike vorherrschten. Ich werde den Fokus auf ein paar spezielle Grabstätten richten, die - mittlerweile wieder ausgegraben - nicht nur unter Archäologen besondere Beachtung finden. Hierbei geht es nicht um die Totenfeiern, also den Bestattungsritus an sich, sondern vielmehr um die Grabmale, die Menschen schon immer für ihre Toten bauten.

Ausgrabungen bestätigen, dass es sowohl im alten Griechenland als auch im antiken Italien bereits teils riesige Grabanlagen errichtet wurden. Diese Anlagen waren oft in die Hügel und Felsen der Landschaft integriert und nicht selten wurden große Felsen als Dächer der Grabkammern genutzt oder dienten als Kammerwände. Viele dieser Gräber waren gefüllt mit Schmuck und Gold, was darauf hin deutet, wie wichtig der Bestattungsritus schon immer in den verschiedenen Kulturen dieser Welt war. Ebenso kann man unterschiedliche Glaubenssysteme erkennen, wie zum Beispiel anhand der Tatsache, dass man im alten Griechenland den Toten Geld und Verpflegung mit auf den Weg in die Unterwelt gab.


Kuppelgräber – Die Fürstengräber von Mykene

Die Zeit um 1600 – bis ca. 1150 v. Chr. Bezeichnet man als die Späthelladische Epoche. Dies war die Zeit in der im Mittelmeerraum monumentale Festungen erbaut wurden. Den Mittelpunkt solcher Burgen bildete das „Megaron“, ein großer Bau bzw. Saal, ebenso auch Männersaal oder Thronsaal genannt. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Bauten sind die „zyklopischen“ Mauern. Burgen und Mauern waren aus riesigen Felsen gebaut.  Die Namensgebung dieser Mauern geht auf die Vorstellung zurück, nur die einäugigen Riesen wären fähig, solch gigantische Felsen zu bewegen und solche Bauwerke zu errichten. Überreste von Burgen dieser eindrucksvollen Epoche finden sich unter anderem in Mykene, Tiryns, Pylos und Athen.

Besonders berühmt sind in diesem Zusammenhang die Fürstengräber von Mykene. Hier wurden in immer größeren Burgen die so genannten Kuppelgräber für den Ahnenkult der Herrscherschicht errichtet (z.B. das Schatzhaus des Atreus), sowie immer größere Befestigungsanlagen wie beispielsweise das Löwentor von Mykene. Dieses Tor stammt aus dem 13. Jahrhundert vor Christus und besteht aus vier riesigen Steinblöcken, darauf befindet sich im Entlastungsdreieck ein Relief zweier Löwen. Auch die Überreste dieses Tors sind Teil einer zyklopischen Mauer – der Türsturz besteht aus einem Felsblock, der für sich alleine schon ca. 12 Tonnen wiegt.

Mykene ist für seine Kuppelgräber sowie für die Ausgrabungen der Schachtgräber berühmt. Innerhalb der dort erbauten Burg, befindet sich der königliche Friedhof. Dieser besteht aus einem Kreis, der von einer doppelten Reihe großer Steinplatten umgeben ist und einen Durchmesser von 27,5 Meter hat. Der wohl bedeutendste Fund von Mykene sind fünf Fürstengräber und die darin enthaltenen Grabbeigaben aus Gold, Juwelen und Waffen. Die 2 Reihen der Steinplatten um den Grabkreis herum, nennt man Grabring/Grabzirkel A und  B. In Grabzirkel B, der erst in den 50er Jahren ausgegraben wurde, fand man noch weit ältere Gräber. Erstmals wurden die Fürstengräber in Mykene um 1876/77 herum geöffnet, Entdecker war Heinrich Schliemann. Zuerst war er der festen Überzeugung, er habe das Grab des Agamemnon und das seiner Gefährten gefunden. Bald fand man aber heraus, dass es sich in Mykene um ca. 400 Jahre ältere Gräber handelte.


Nekropole oder die Totenstadt der Etrusker

Eine erhebliche Ansammlung der bereits erwähnten Kuppel- sowie auch Schachtgräber, sind sogenannte Nekropolen. Dies sind große Ansammlungen teils enormer Grabanlagen, die vor allem bei den Griechen und Römern durchaus ihrer Bezeichnung „Nekropolis“ – übersetzt: „Totenstadt“ - mehr als gerecht wurden. Charakteristisch für diese Grabstätten, sind ihre unter Hügeln angelegten Grabkammern. Diese Hügel schlossen die Grabkammern als eine Art Dach nach außen hin ab und waren oft stark bepflanzt. Eine der berühmtesten Nekropolen ist die „Necropoli della Banditaccia“ in Cerveteri (Italien).

Auf dieser 400 Hektar großen Anlage findet man in etwa 1000 Gräber unterhalb der dafür angelegten Erdhügel. Teilweise wurden die Gräber aus Tuffstein gehauen, also aus dem bestehenden Hügel/Felsen herausgeschlagen. Sie wurden anschließend mit Erde bedeckt und begrünt. Später wurden dann Grabanlagen aus eigens herbeigeschafften und behauenen Felsen und Steinen errichtet. Die Grabmale der Nekropole waren aber keineswegs nur einfache Erdhügel mit darunter liegenden kleinen Höhlen. Sie waren über einen Eingang zugänglich, bestanden aus mehreren begehbaren Räumen und wurden bunt geschmückt. Ein besonders schönes Beispiel ist das „Tomba dei Rilievi“ (Grab der Reliefs). Sowohl die Wände als auch die stützenden Säulen der Grabstätte sind mit bunten Reliefs verziert.

Entdeckt wurden diese Gräber, auch genannt Schachtgräber, 1957. Nekropole gibt es in den verschiedensten Kulturen. Die Anlage in Cerveteri, die als größte des Mittelmeerraumes gilt, geht auf die Etrusker zurück (ca. 900 – 300 v. Chr.). Sie stellt die bisher größte und bekannteste etruskische Totenstadt dar. Da anfangs die finanziellen Mittel für die Ausgrabungen fehlten und daher die Etrusker-Gräber lange Zeit zwar teilweise geöffnet, aber ungeschützt waren, wurden sie nach ihrer Entdeckung immer wieder geplündert und deren Inhalt an die Meistbietenden verkauft.

Seit 2004 gelten die antiken Gräber von Cerveteri als Weltkulturerbe.

Bildquellen: http://www.geo.de/reisen/community/bild/541237/
Cerveteri-Italien-Grabkammer-Tomba-dei-Rilievi
http://www.kreta.com/kreta/mykene.html
http://historicalfictionresearch.blogspot.co.at/2012/
05/in-search-of-etruscans-part-3-cerveteri.html


Leilani


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