Betreut von Leilani
Grabstätten und Grabsteine   Teil I

Heute beginne ich eine neue Reihe zum Thema „Grabstätten und Grabsteine“. Mich haben Friedhöfe und Grabstätten schon immer fasziniert und ich bin mit ziemlicher Sicherheit nicht die einzige, die dahingehend eine gewisse Affinität besitzt. In den nächsten Artikeln werde ich mich mit den Bestattungsriten und der Denkmalerrichtung für die Toten in den unterschiedlichen Kulturen beschäftigen.

Großsteingräber in Deutschland, Skandinavien und den Niederlanden

Zu Beginn werden wir uns noch nicht so weit weg bewegen und uns eine ganz besonders imposante Form der Bestattung ansehen, die bis heute noch im Norden Deutschlands, in Skandinavien und den Niederlanden zu finden ist. Die Rede ist von Großsteingräbern. Großsteingräber, auch genannt Megalithgräber, waren Grabstätten die bereits vor 5000 – 5500 Jahren, also in der Jungsteinzeit, hauptsächlich aus Granit-Findlingen der letzten Eiszeit errichtet wurden. Da man angeblich nie komplette Skelette in den Gräbern finden konnte, kam die Diskussion auf, ob die Großsteingräber vielleicht nicht als Grabstätten, sondern als Beinhäuser verwendet wurden. Allerdings sind sich die Forscher dahingehend nicht einig. Höchstwahrscheinlich stellten die Gräber ebenfalls Kult- und Versammlungsplätze dar und dienten wohl auch als Landmarken um aufzuzeigen, wie groß und mächtig die diversen Familien bzw. Stämme der damaligen Gemeinschaft waren. Sie galten lange Zeit als heilige Orte, an denen religiöse Handlungen, aber auch Versammlungen oder Gerichtsverhandlungen vollzogen wurden. Angeblich dienten diese kraftvollen Plätze auch dazu Trauungen abzuhalten. Obwohl die Grabstätten heidnischen Ursprungs waren, wurden sie in Zeiten der Christianisierung dennoch nicht zerstört, sondern zuweilen sogar in die neu erbauten Kirchenanlagen eingebettet. So kann man beispielsweise einzelne Großsteine in den Friedhofsmauern von heute noch bestehenden Dörfern finden. Erst im 19. Jahrhundert mussten viele der Großsteingräber der Industrialisierung weichen. So wurden Straßen errichtet, in deren Weg die Gräber standen oder Bauern wollten die Felder, auf denen sich die Grabanlagen befanden, beackern. Durch die ungeheure Größe der einzelnen Steine, sah man in ihnen auch ein gutes Baumaterial, so fielen diverse Anlagen Sprengungen zum Opfer oder verschwanden ganz einfach auf ungeklärte Art und Weise. Man konnte mittlerweile viele der verschwundenen Steine auf Dorfplätzen, Friedhöfen oder eingebettet in Kriegsdenkmalen finden.


Von Hünen und Riesensteinen

Die Urform dieser Großsteingräber nennt sich „Urdolmen“, Diese bestanden aus einem Tragsteinpaar sowie einem Deckstein. Eine weitere Form der Großsteingräber sind die sogenannten „Großdolmen“ bzw. „erweiterte Dolmen“. Das sind einfache aber mehrjochige Grabkammern ohne Umfassung (ein Joch = 2 Wandsteine sowie ein Deckenstein). Die Grabkammern konnten bis zu 100 Metern lang sein.


Großsteingrab Laehden

Um die Mächtigkeit der Sippen zu unterstreichen, wurden die Großsteingräber angeblich immer an wichtigen Handels- und Verbindungsstraßen aufgestellt, nie aber am höchsten Punkt eines Hügels. Um die gesamte Grabanlage stellte man auch Ecksteine auf, die „Wächtersteine“ genannt werden.

Eine andere, besonders beeindruckende Form der Großsteingräber waren die sogenannten „Hünengräber“. Diese Gräber bestanden aus einer Grabkammer, sowie einer Umfassung. Manche dieser Gräber hatten einen seitlichen Zugang und werden daher als „Ganggräber“ bezeichnet. Sogar die Böden der Grabammern waren mit kleinen Steinen gepflastert. Oft waren die Grabstätten mit Erde bedeckt, so dass nur die Außenseite bzw. die Umfassungssteine sowie die Decksteine sichtbar waren.


Der Sage nach …

Der Sage nach konnten die Hünengräber auf keinen Fall durch Menschenhand errichtet worden sein, da kein Mensch es vermochte, diese tonnenschweren Steine aufeinander zu stapeln. Nicht zuletzt deshalb spinnen sich um die Hünengräber besonders viele Geschichten und Sagen. Es hieß, die Steine müssten durch Hünenkraft, Zauberei oder gar vom Teufel höchst persönlich so angeordnet worden sein. Die Verzierungen in den riesigen Felsen spornten die Geschichtenerzähler noch weiter an. Denn auch diese konnte man sich nicht erklären. So hieß es, dass die Hünen beim werfen der Steine ihre Fingerabdrücke darin hinterließen. Sogar von des Teufels Fußabdruck war die Rede. Mit der Zerstörung vieler Grabstätten im 19. Jahrhundert, ging auch eine Entzauberung der einst heiligen Plätze einher. Sie dienten keinen religiösen Handlungen mehr und auch viele der Geschichten und Sagen um Hünen oder Hexen, die laut diesen die Grabstätten seinerzeit erbauten, wichen der allzu realistischen Darstellung, die Grabstellen seien schlicht und einfach von Menschen erbaut worden. Die Rillen und Rinnen, die man in den Felsen fand, waren nun einfache Verzierungen, vielleicht auch der Versuch, die Steine zu zerkleinern bzw. zu spalten - man weiß es nicht.


Hünengrab Hexenstein

Neuauflage 2003

Ein guter Freund, seinerseits evangelischer Pfarrer in Sachsen-Anhalt, war so lieb, mir einen Bericht über eine Ausstellung zukommen zu lassen, die er 2005 besucht hat. Es ging dabei um die Großsteingräber der Altmark (im Norden von Sachsen-Anhalt, Deutschland). Im 18. Jahrhundert gab es angeblich noch 200 Großsteingräber in der Altmark, heute sind es noch 47, die mehr oder weniger gut erhalten werden konnten. Teilweise sind die Steine aber bereits umgefallen, versunken oder stark bewachsen. 2003 hat das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Johann-Friedrich-Danneil-Museum Salzwedel und dem „Verein Junge Archäologen der Altmark“ eine Neuaufnahme der Gräber veranlasst. Teil der Arbeit waren ebenso Restaurierungen. 2005 wurden die Ergebnisse im Johann-Friedrich-Danneil-Museum in Deutschland, Salzwedel ausgestellt.


Ende Teil I

Quellen
Altmärkischer Sagenschatz; Leipzig, Berlin, 1908
http://www.museen-altmarkkreis.de/danneil/archiv/grosssteingraeber/images/Nettgau%20Mittag.jpg http://www.stonepages.de/db/stonegallery.php?id=25


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