Betreut von Leilani
Der Steinkult im alten Griechenland

Der Steinkult war im antiken Griechenland weit verbreitet. Anscheinend wurden teilweise nicht nur Tempel oder Altäre verehrt, sondern sehr wohl auch Steine, Tiere oder Holzklötze.

Das Grabmal

Eine besonders interessante Art der Steinverehrung war die Verehrung der Grabsteine. Den Grabsteinen wurden die gleichen Eigenschaften zugeschrieben wie den Toten selbst. Daher wusch und salbte man die Grabsteine auf die exakt gleiche Art und Weise wie man es bei den Toten tat. Man spricht wohl auch daher von einer Grabmalseele. In einer gewissen Art und Weise ist uns dieser Brauch bis heute zuteil geblieben. Denn auch heute noch wird auf eine edle und besondere Gestaltung der Grabsteine Wert gelegt und man verknüpft deren Gestaltung oft mit der Lebensart und dem Charakter der Verstorbenen.


Heilige Steine zu Ehren der Götter

Der von allen heiligen Steinen am häufigsten aufgestellte, war die Säule des Apollon Agyieus. Diese Säulen befanden sich vor den Häusern der Menschen und waren als allgemeiner Brauch besonders weit verbreitet. Die Apollon-Säulen waren spitz endende Säulen, die mit Öl begossen, geschmückt und teilweise als Altar verwendet wurden. Man konnte aber auch Beweise dafür finden, dass manchmal direkt vor die Säule ein kleiner Altar gestellt wurde. Dadurch ist erkennbar, dass der Stein selbst der Kultgegenstand war. Der Gott Apollon ist in jedem Fall am engsten verknüpft mit dem Steinkult. Andere Götter in diesem Zusammenhang waren Dionysos (der Gott des Weines) sowie Helios (der Sonnengott, der aber erst in der Spätantike mit dem Aufblühen des Sonnenkultes hinzu kam).


Heilige Steine in Delphi


Omphalos von Delphi

Der berühmteste aller dem Apoll geweihten heiligen Steine war der delphische Omphalos, der  im Apollon-Tempel in Delphi aufgestellt war. Zur Bedeutung dieses Steins gibt es unterschiedliche Theorien. So soll er ursprünglich als Grabmal gedacht gewesen sein und das Grab des Dionysos markieren. Ebenso soll er den Mittelpunkt der Erde („Nabel der Welt“) darstellen. Um diesen Stein, der mit Sicherheit als heilig verehrt wurde, scharen sich eine Menge Geschichten und Mythen.

Ein weiterer heiliger Stein in den Tempeln Delphis war der Stein des Kronos. Die Legende besagt, dass Kronos, der Sohn der Gaia (Erde) und des Uranos (Himmel), aus Angst davor seine Macht zu verlieren, all seine Kinder auffraß. So verschlang er Hera, Hades, Poseidon, Demeter und Hestia. Seine Schwester Rheia, die ebenso seine Frau war, wollte den gemeinsamen Sohn Zeus jedoch vor diesem Schicksal bewahren und versteckte ihn in der Höhle von Psychro auf Kreta. Ihrem Ehemann gab sie anstelle des jungen Zeus einen in eine Windel gewickelten Stein, den Kronos auch sogleich verschlang. Als Zeus erwachsen war, gelang es ihm, Kronos zu besiegen. Dieser spuckte daraufhin den Stein und auch die anderen verschlungenen Kinder wieder aus. Genau dieser Stein wurde später von Zeus in Delphi aufgestellt. Von den Sterblichen wurde der Stein des Kronos als heilig verehrt, fast täglich mit Öl begossen und bei Festen mit unverarbeiteter Wolle geschmückt.


Kronos

Weitere Steine, die mit Zeus in Verbindung gebracht wurden, waren die Grenzsteine. Diese wurden in Griechenland zwar nicht als heilig angesehen oder kultisch verehrt, waren aber mit Inschriften versehen und stark verbreitet.


Steine als Abbild der Götter

Auch Teil des Steinkultes im antiken Griechenland war die Verehrung der Götter in Gestalt von Steinen. Zum Beispiel wurde Zeus in Form einer Pyramide in Sikyon oder Artemis (die Göttin der Jagd) als Säule dargestellt und verehrt. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass früher alle Griechen nur sehr roh bearbeitete Steine als Götterbilder verehrten. Ein Beispiel dafür sind die Hermen: diese Säulen in Form einfacher viereckiger Pfeiler, waren oftmals mit Inschriften versehen, die unter anderem auch die Namen der Götter trugen. Nach den Schriften zu urteilen, reicht die Zeit der Hermen von der spätarchaischen bis tief in die hellenistische Zeit, eventuell bis in die römische Zeit. Vieles lässt darauf schließen, dass diese Pfeiler wirklich als Abbilder der Götter gedacht waren. Später wurden den Hermen dann auch Köpfe hinzugefügt.


Herme des Alkamenes


Quelle: „Geschichte der griechischen Religionen“, Martin P. Nilsson

Bildquelle: http://www.pictokon.net/bilder/2008-08-bilder-fotos-bild-material/bilder-kunst-der-antike-04-omphalos-von-delphi.html;
http://archaeosammlungen.uni-graz.at/index.php?id=133;
http://www.mbradtke.de/g-saturnus.htm


Leilani


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