Betreut von Leilani
Inyan – Der Fels als Ursprung allen Seins

In der letzten Zeit bin ich mit vielen Geschichten über die Lakota Indianer in Verbindung gekommen. Freunde haben mir diese Geschichten erzählt, mir Literatur dazu gegeben und mir Filme, Serien und Dokumentationen empfohlen, die sich mit diesem Thema befassen. Am Anfang war ich mir nicht sicher, inwieweit ich mich auf diese Erzählungen einlassen sollte, da ich meinen Bezug zu dieser Kultur nicht wirklich erkennen konnte.

Trotzdem entwickelte sich ein gewisses Interesse und mir fiel ein Buch in die Hände, das sich mit dem Unterschied zwischen verbreiteten Vorstellungen über das Leben der Natives und ihrem tatsächlichen Leben befasst. Eine Geschichte die ich besonders schön fand und die für die SteinWeise sehr passend ist, ist die Geschichte über die Entstehung des Universums aus der Sicht der Lakota. Ich selbst bin kein Experte auf diesem Gebiet, werde aber versuchen diese wunderschöne Schöpfungsgeschichte so gut ich kann wiederzugeben.

Die Entstehung des Universums

Am Anfang gab es nur Inyan, den Fels, der das ganze Universum beinhaltete. Inyan entstand nicht irgendwann einfach aus dem Nichts heraus und wurde auch von keinem anderen Wesen erschaffen, Inyan hatte bereits immer schon existiert. Das heißt, dass alle Dinge dieser Welt, alles Leben direkt aus Inyan, also aus dem Fels entstanden sind. Inyan sehnte sich danach, seine Kräfte ausüben zu können, da er aber alleine war, war ihm dies nicht möglich. So entschied er sich dazu, weitere Wesen zu erschaffen. Aus einem Teil seiner selbst formte er eine enorme Scheibe, die Maka - die Erde - wurde. Als Inyan der Felsen Maka erschuf, öffneten sich seine Venen so stark, dass all sein Blut das blau war, herausquoll. Inyan erhärtete daraufhin und verlor seine Kraft, die mit seinem Blut aus ihm herausfloss. Aus diesem blauen Blut entstanden die Gewässer der Erde. Inyans Kräfte konnten aber nicht im Wasser leben. So spalteten sie sich ab und wurden zu Skan, dem großen blauen Himmel.

Zu diesem Zeitpunkt existierten drei materielle Wesen: Inyan der Fels, Maka die Erde sowie das Wasser auf der Erde. Alle diese Wesen hatten eine Gestalt und bestanden aus Materie. Nur Skan der Himmel war kein materielles Wesen, denn er wurde erschaffen aus Geist und Energie. Skan war somit alles was von der ursprünglichen Kraft Inyans noch übrig war. Demnach war Skan zwar der dritte der Götter, war aber mächtiger als die beiden Götter Inyan und Maka.


Makas Unzufriedenheit

Bald war Maka frustriert, da sie an Inyan gebunden und somit kein eigenständiges Wesen war. Da es außerdem nur Dunkelheit gab, vermochte sie sich selbst und alles andere dieser Welt nicht zu sehen. Ebenso hatte sie nicht die Macht das Wasser zu kontrollieren. Da Inyan seine Kräfte nicht mehr besaß, musste sich Maka an Skan wenden. Dieser entschied, dass Maka immer ein Teil von Inyan bleiben müsse, doch er gab Maka die Macht das Wasser zu kontrollieren. Skan teilte Han (die Dunkelheit) in zwei Hälften. Eine Hälfte blieb dunkel und wurde in die Regionen unter der Welt verbannt. Die andere Hälfte wurde zu Anp, dem Licht, das kein Wesen war, sondern das Rot das in der Welt schien. Han wurde durch Anp ersetzt. Skan befahl Anp Licht in die Welt zu bringen, damit alle Dinge sichtbar wurden.

Bald wurde Maka aber wieder unzufrieden, denn nun da sie sich sehen konnte, befand sie sich selbst als hässlich. Da sie aber die Gewässer wunderschön fand, teilte sie diese in Meere, Flüsse und Seen und schmückte sich selbst damit. Doch dies reichte Maka noch nicht und sie beklagte sich über die Tatsache, dass es keine Veränderung auf der Welt gäbe und immerwährendes Licht und Kälte auf der Erde herrschten. Um Maka zu besänftigen nahm Skan Teile von sich selbst, Maka, Inyan und dem Wasser und erschuf eine glühende Scheibe, die er Wi (Sonne) nannte. Nun erhitze Wi die Welt und auch Schatten für alle materiellen Dinge, nicht aber für die Spirituellen, existierten von nun an.

 
Wasserfall und Regenbogen

Da ihr nun aber bald zu heiß wurde, war Maka wiederum missmutig. Skan teilte nun die Zeit in zwei Teile, gab einen Teil an Anp und nannte ihn Tag und den zweiten Teil an Han und nannte ihn Nacht.

Es gab nun vier Götter: Inyan den Felsen, Maka die Erde, Skan den Himmel und Wi die Sonne. Alle zusammen bildeten das „Große Geheimnis“.

Da die Götter einsam waren, gab Skan jedem von ihnen die Macht sich einen Gefährten zu erschaffen. Wi erschuf Wi-win (weibliche Sonne bzw. Mond). Maka erschuf Unk (Passion, Leidenschaft). Da aber Unk so schön war, wurde Maka bald eifersüchtig und warf Unk ins Wasser, sie blieb fortan ohne einen Gefährten. Skan erschuf ein Wesen, das so wie er nicht aus Materie sondern aus Geist bestand und nannte es Tate (Wind). Inyan erschuf einen Gefährten der anders war als alles was bisher existierte und nannte ihn Wakinyan (Thunderstorm). Wakinyan war aber von so mächtiger Natur, dass alle die ihn sahen auf der Stelle verrückt wurden. Deshalb befahl ihm Skan sich zu verstecken um dies so zu vermeiden. Wakinyan versteckte ich nun in verschiedenen formlosen Gewändern, die weiß, schwarz oder manchmal orange waren und die wir Wolken nennen.


Persönliche Gedanken zur Bedeutung des Steins in dieser Geschichte

Durch die Schöpfung neuer Wesen hat Inyan der Felsen seine ursprüngliche Stellung und Macht verloren, man kann fast sagen abgegeben, bleibt aber dennoch Teil des Ganzen und weiterhin ein Gott. Für mich ist der Gedanke inspirierend und tröstlich, weiterhin Teil des Ganzen zu sein, auch wenn meine „Kräfte“ irgendwann nicht mehr in der jetzigen mir vertrauten Form, vorhanden sein werden. Veränderung bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung - das Loslassen alter Denkmuster, das Annehmen neuer Überzeugungen, das älter Werden und die damit verbundenen körperlichen oder geistigen Veränderungen, das Erleben des eigenen Sterbens, der eigene Tod und die damit einhergehende Transformation des „Ichs“ in etwas das wir jetzt sicher noch nicht verstehen können.

Und all das aus Inyan dem Felsen, Ursprung allen Seins. Ich mag diese Geschichte.

Quelle: „The Book of Imaginary Indians“, Phil Hart
Bildquelle: http://mein.salzburg.com/fotoblog/heimat/2011/02/regenbogen-wasserfall.html


Leilani


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