Betreut von Leilani
Der Stein der Weisen?!   Teil I

Im Altertum wurde nach dem Stein der Weisen gesucht und noch heute sprechen wir bei einer weitreichend sinnvollen Idee vom "Stein der Weisen". Manchmal weist es sich aber auch, dass die Suche nach dem Stein der Weisen verlorene Liebesmüh war.
Meine Gedanken zu Lithotherapie und Stein- bzw. Feinsinn ...

Reise durch die Zeiten und Weltgegenden

So wie Pflanzen überall auf unserer Erde zu Heil- und Magiezwecken eingesetzt werden, so werden und wurden es auch die Steine. Bevor ich mich mit der Wissenschaft auseinandersetze, möchte ich gerne ein paar Gedanken zu Mythen und Legenden wälzen.

Menschen fanden Steine und besonders Edelsteine scheint´s immer schon faszinierend. Von der frühen Menschheit sind uns Schmuckstücke ebenso überliefert wie spätere Legenden. Im Griechenland des Altertums wurden Edelsteine als ein Produkt der Götter, entstanden aus ihren Freudentränen ob des Sieges über die Titanen, angesehen. Wo Wertschätzung, da auch Gier: die Entführung der schönen Helena war nicht nur eine Entführung der schönene Helena, sondern auch eine des Kronschatzes des Menelaos.
Bei den Römern war es üblich seine Schulden mit Edelsteinen auszulösen und Plinius beschreibt sogar, dass untreue Ehemänner ihren Ehefrauen als Wiedergutmachung üblicher Weise Juwelen schenkten. Wir sprechen hier nicht von Einzelfällen, sondern eher von einer wohlgelittenen Altersversorgung für die Frauen.
Einfache Leute wie Könige (und natürlich Königinnen) sind und waren dem Glanz und der Anziehung von edlen Mineralien verfallen. Elisabeth I war bekannt dafür, dass sie unterm ihrem juwelen- und perlenbeladenem Kleid schon einmal tatsächlich durch ein Gerüst gestützt werden musste, weil sie die Last allein nicht tragen hätte können. Kein Wunder, wussten doch ihre mit Kaperbriefen ausgestattenten Kapitäne sie mit immer kostbareren Geschmeiden zu beeindrucken. Wie hätten sie ihre Konkurrenz besser aus dem Feld schlagen können als mit edlem Schmuck??
Aber wir brauchen nur vor der eigenen Haustüre zu schauen. Kaiserin Maria Theresia schenkte ihrem Verlobtem Franz von Lothringen als Brautgeschenk einen Blütenstrauss aus Silber, Edelsteinen und Bergkristall, während er sich mit einem Diamanten revenchierte in dem sein Bild verborgen war.
Heute ist Schmuck genauso wie zu allen Zeiten Statussymbol, "Notfallgroschen" (wohl eher -hunderter..), einfach nur Objekt der Begierde oder der Bewunderung. Wir finden Juwelen aus der Antike genauso faszinierend, wie die britischen Kronjuwelen oder Großmutters Rubinring...

Aber nicht nur als Schmuck sondern eben auch für Heilungszwecke oder zum magischen Tun, sind und waren Edelsteine in Gebrauch.
Wie so vieles andere findet sich bei Hildegard von Bingen eine mehr oder minder alternative Sicht auf die Anwendung der Steine, abseits des mittelalterlichen Zeitgeistes. Z. B. kennt sie die Segnung der Steine vor Gebrauch nicht, da ihrer Ansicht nach Edelsteine von selbst jedem Bösen feind wären und sie teilt sie auch nicht in Monatssteine ein. Allerdings finden sich bei ihr so gut wie alle biblisch bekannten Edelsteine in ihrer Heilwirkung.
Ungefähr zur selben Zeit wurden Rezepte angewendet wie die des Johannis Mesua (Mesue), Lectuarium ex Gemmis Johannis Mesuae. Manche Mittel waren königlich, wohl auch wegen des immensen Aufwandes der getrieben werden musste - sowohl finanziell als auch an Arbeit. Papst Clemens VII kosumierte innerhalb von zwei Wochen Edelsteine im Wert von 40.000 Dukaten.
In Deutschland gab es bis ins 18. Jahrhundert in den Apotheken ein quasi Allheilmittel zu kaufen, den Theriak (theriaca coelestis). Dieses Wundermittel bestand aus 54 Ingredienzien und enthielt unter anderem Smaragde, Granat, Rubin und Hyazinth.
Die moderne Lithotherapie (vielfach bezugnehmend auf Hildegard von Bingen, andere mittelalterliche Texte, auf chin. Heilwissen, den breiten Fundus des Ayurveda oder auf diversestes Channellingwissen) versucht immer wieder die Heilkräfte der Steine wissenschaftlich zu erklären. Vielleicht wird das mit neu zu erfindenden Methoden auch irgendwann gelingen, bis dato erscheinen mir diese Versuche eher unzureichend zu sein. Nicht so aber die Ergebnisse: besonders in der täglichen Praxis wird sich dem Anwender bald zeigen, dass Steine - sowohl als Schmuck getragen als auch in Form von Raumdekoration oder als einfacher Stein in der Hosentasche - durchaus ihre Wirkung entfalten, auf die eine oder andere Weise! Der schon im Titel erwähnte Stein der Weisen ist nur ein kleines Beispiel dafür. Der Stein der Steine war im Mittelalter von den Alchemisten auf breiter Front gesucht. Dem Lapis philosophorum wurden die phantastischsten Eigenschaften zugeschrieben. Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim) sagt darüber

Er macht das Alte so sauber, wie ein Salamander mit seiner Haut gereinigt wird, ohne allen Schaden, ohne alle Fäulnis, und es bleibt doch allemal die alten Haut in ihrem Wesen und in ihrer Form. So ist auch der Stein der Wiesen derjenige, welcher das Herz und alle Hauptglieder reinigt, dazu das Mark und Geäder und was darinnen eingeschlossen ist, so dass kein Makel und keine Ungesundheit mehr in ihnen gefunden wird. Denn es weichen Gicht, Wassersucht, Gelbsucht und Kolik. Alle Ungeschicklichkeiten der vier Humore läutert er, so dass sie wieder der ersten Geburt gleichen. Ihm weichen alle Dinge, welche die Natur zu verderben imstande sind. Wie die Würmer das Feuer fliehen, so fliehen auch Krankheit und Ungesundheit vor dieser Erneuerung.

Natürlich fehlt uns gerade in diesem Kontext noch ein wichtiger Punkt - die magische Wirkung der Steine. Von der Antike her gab es schon Überlieferungen, welcher Stein für welches magische Vorhaben besonders geeignet wäre. Plinius überliefert, dass der Heliotrop mit dem Kraut Heliotropin getragen, unsichtbar machen würde und dass Amethyst gegen jegliche Zauberei wirken und seinen Träger schützen würde. Römische Magier verwendeten einen durchbohrten und mittels eines Eselshaares an den linken Arm gebundenen Chrysolith dazu, vor jeglichen Dämonen schützt zu sein. Arnoldus Saxo war ähnlicher Ansicht, nur dass er den Stein in Gold gefasst als Fingerring trug und damit Dämonen und Nachtalben, Torheit und Melancholie vertrieb. Albertus Magnus sah den Jaspis als Helfer an, Machtstellungen zu erreichen und als einen Stein der Sicherheit. In der Türke galt der Türkis als Stein der Hellseher und Wahrsager, genauso wie die mittelalterlichen Magier dem Opal und dem Smaragd die Fähigkeit zuschrieben, Geheimnisse zu offenbaren.
In der neuzeitlichen Magie vertritt Dr. Klingsor folgende Ansicht:

Die moderne Naturwissenschaft hat längst den Versuch aufgegeben, ontologische Fragen zu beantworten. Statt dessen beschränkt sie sich also auf die Analyse und Anwendung (Beherrschung) der Naturkräfte in funktioneller Form. Die mechanistische wie die dialektische Deutung bieten sich an. Verlegen wir aber die letztere in schaffend-schöpferische wie zerstörerische Kraft in die Natur selbst als ihr Teil und ihre Emanation, so scheint es durchaus denkbar, Formeln und Zeichen anzuwenden, deren Kenntnis durch Erfahrung, Beobachtung und Experiment gewonnen wurden. diese Hilfsmittel dienten dann der sogenannten Beryllisitik oder Evokation der Edelsteinwesen. Konzentration, Meditation und Imagination würden, falls man von einer bewussteinsunabhängigen Aussenwelt ausgeht, diesen Kräften zur Manifestation verhelfen.

Und so finden sich in etlichen Grimoires magische Zeichen, die den unterschiedlichsten Edelsteinen zugeordnet sind.


Ende Teil I


Anufa


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