Der Smaragd
Die grüne Variante des Berylls

Andere Beryllvarianten sind: Aquamarin (hellblau), Morganit (zartrosa) und Heliodor (goldfarben). Einige Varianten werden aber nur mit Farbe erwähnt wie etwa der rote Beryll. Beryll im Reinzustand ist eigentlich farblos. Die herrlichen Farben entstehen, wenn kleine Mengen eines farbgebenden Elements dazukommen.

Die Bezeichnung Smaragd stammt vom griechischen Wort „smaragdos“ und bedeutet im Grunde nichts anderes als „grüner Edelstein“. Die herrlich satte grüne Färbung des Smaragds ist einzigartig im Reich der Minerale und hielt dadurch auch Einzug in unsere Sprache. Von Smaragdeidechsen bis zur „Pokemon Smaragd Edition“ reichen die Namen, in denen ein besonderes Grün auch besonders hervorgehoben werden soll.
Hildegard von Bingen schrieb über den Smaragd:

„Der Smaragd wächst während des Sonnenaufgangs. Das Grün der Natur ist dann am kräftigsten, die Luft noch kalt aber die Sonne schon warm. Dadurch erhält er eine gemäßigte Wärme und das gute kühle Grüne. Deswegen ist er wirksam gegen alle Schwächen und Krankheiten des Menschen und macht Menschen, die ihn betrachten fröhlich.“

Es gibt zwar Vermutungen wonach Hildegard von Bingen den Almandin, also den gemeinen Granat, gemeint hätte, doch ich finde ihre poetische Beschreibung trifft den Emerald, wie der Smaragd im Englischen genannt wird, ganz gut.

Smaragde sind mineralogisch betrachtet ein Beryllium-Aluminium Silikat mit der Härte 7 bis 8 auf der mohs´schen Härteskala. Es sind vor allem Spuren von Chrom und Vanadium, die für die berühmte Farbe ihr Bestes geben. Elemente die normalerweise an ganz anderen Orten der Erdkruste als Beryllium konzentriert sind. Im Grunde dürfte es den Smaragd daher eigentlich gar nicht geben. Während langwieriger tektonischer Prozesse, wie z. B. Gebirgsbildungen, Gesteinsmetamorphosen, und Plattenhebungen haben sich diese Elemente gefunden und wurden so als einer der schönsten Edelsteine neugeboren.


„Grün erfreut das Auge, ohne es zu ermüden“
...sagte schon Plinius und Recht hat er. Smaragd ist kräftig und weich zugleich. Physische Wirkungen dieses grünen Juwels sind unter Anderem:

  • Er kräftigt Muskulatur und Knochen.
  • Stärkt das Herz und die Herzkranzgefäße.
  • Er hilft die Selbstheilungskräfte anzuregen.

Besonders hilfreich empfinde ich ihn in Zusammenarbeit mit Aventurin oder Bergkristall.
In dieser Kombination kann er auch gut gegen Kopfweh eingesetzt werden.
Im psychischen Bereich empfand ich ihn als:

  • Echt erbaulich für Bewusstsein und klare Gedanken.
  • Er hilft etwas ausgeglichener zu werden, besonders auf emotionaler Ebene.
  • Man sagte mir auch, dass er die Eltern-Kind-Beziehung fördern und verbessern soll, doch das konnte ich bei meiner eigenen Familie nicht feststellen (Sollte da Jemand etwas zu berichten haben, so bin begierig dies zu erfahren!).


Jo, und wo finde ich ein solches Wunder der Natur?
Im guten Fachhandel wäre die treffende Antwort, die man darauf geben kann - aber besser ist es zu erwähnen, dass es gerade in Österreich eine Stelle gibt, die durch besonders wertvolle Exemplare des grünen Berylls zu weltweiten Ehren kam - das Habachtal.
Das Habachtal in Salzburg ist ein südliches Seitental der Salzach (Oberpinzgau). In diesem Tal tummeln sich Dutzende Mineralien. Aktinolith, Pyrit, Edeltalk, Bergkristall, Rauchquarz, schwarzer Turmalin (Schörl), Aquamarin und viele andere minerale sind hier in rauen Mengen zu finden. Habachtaler Smaragde sind in „Kronschätzen“ weltweit zu finden und hierbei natürlich besonders in der Schatzkammer in Wien.

Nach wie vor ist das Fundland Nummer Eins für besonders Smaragde aber Kolumbien. In diesem durch gute Kaffeebohnen bekannten Land gibt es sage und schreibe 150 Fundstellen Die bekanntesten Orte sind Muzo und Chivor, in denen bereits in grauer Vorzeit Smaragde abgebaut wurden. Die wichtigste Mine aus wirtschaftlicher Sicht ist aber Coscuez. Ungefähr drei Viertel der Smaragdproduktion Kolumbiens kommen aus den Coscuez Minen. Smaragde aus Kolumbien unterscheiden sich von Edelsteinen aus anderen Fundstellen durch ein besonders durchdringend strahlendes Grün. Aus den Smaragdminen von Coscuez kommen ab und an auch Smaragd-Varianten wie die sogenannten „Trapiche-Smaragde“ mit sechsstrahlig angeordneten Einschlüssen die den Speichen eines Mühlenrades gleichen. Smaragde sind ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Die meisten Länder exportieren die Steine zum überwiegenden Teil. Alleine in Kolumbien werden jedes Jahr Smaragde mit einem offiziellen Handelswert zwischen 150 und 450 Mio. Euro exportiert. Was an nicht deklarierten Edelsteinen das Land verlässt, dürfte aber noch immer wesentlich mehr ausmachen.


Ein bisserl Geschichte gefällig?
Im Orient bei den Osmanen und den Herrschern Indiens waren die edlen Steine sehr begehrt. Als die Spanier im 16. Jahrhundert Südamerika kaputt machten, fanden sie dort einen regen Kult um die Steine. Die Inka bauten diesen wertvollen Edelstein bereits Jahrhunderte vorher in der bereits erwähnten Muzo-Mine ab.
Einer der weltweit größten Smaragde ist der „Mogul-Smaragd“. Gefunden wurde er im Jahr 1695. Satte 217,80 Karat wiegt dieser rund zehn Zentimeter hohe grüne Edelstein. Die Rückseite ist mit Gebeten beschriftet, auf der Vorderseite sind prächtige verschlungene Ornamente eingraviert. Das letzte Auftauchen dieses Smaragdes war am 28. September 2001 als er durch das Auktionshaus Christie´s in London für 2,2 Millionen US Dollar an einen unbekannten Käufer versteigert wurde. Wer das wohl war?

Smaragd ist ein Symbol für Frühling und Erwachen. Als Monatsstein wird er daher auch oft dem Mai und damit dem Sternzeichen Stier zugeordnet. Das passt für mich, der ich selber Stier bin, perfekt. Grün ist aber auch als Farbe der Venus bekannt und somit ordne ich dem Smaragd einen guten Draht zur Göttin zu.
Alles in allem ist es wohl unbestritten, dass Smaragde den Menschen zu vielem inspiriert haben und somit schließe ich meinen Artikel über dieses sattgrüne Kleinod mit der Erwähnung eines Gourmet-Tipps:
Smaragd ist die höchste Qualitätsstufe für Wein aus der Wachau. Der Smaragd-Wein ist benannt nach der Smaragdeidechse, die sich an besonders schönen Tagen auf den Mauersteinen neben den Weinstöcken hoch über dem Donaustrom sonnt. Und woher der Name der Smaragdeidechse kommt braucht wohl nicht mehr erwähnt zu werden.

In diesem Sinne - Prost.


Dunkler_Clown


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