Betreut von Leilani
Quarz, das Chamäleon der Heilsteine
Teil IV - Der Opal

Der Quarz in seinen vielen Formen, von denen die meisten in jedem „Heilstein-Wälzer“ zu finden sind beschäftigt uns auch im vierten Teil dieser Serie. Unser Augenmerk wollen wir diesmal auf einen besonders schillernden Vertreter der Formel SiO2 legen. Dem Opal gilt unser heutiges Interesse.


Der erste Kontakt
Über einen Bekannten, Edelsteinschleifer im deutschen Idar Oberstein, ließ ich mir einen schön geschliffenen australischen Boulderopal schicken. Grade mal einen Fingernagel groß, aber ein richtig schillerndes Kerlchen. "Wow", dachte ich beim ersten Betrachten. Klar, dass es dieser Stein in aller Welt zu einem der meist verwendeten Schmucksteine geschafft hat, dachte ich als ich ihn drehte und wendete um mich an seinem herrlichen Farbenspiel zu ergötzen.

In Indien galt der Opal schon vor Urzeiten als besonderer Glücksbringer. Im Orient wurde er als ein ''Stein der nie versiegenden Hoffnung'' bezeichnet, weil sein Farbenspiel die Eigenschaften sämtlicher Edelsteine in sich zu vereinen scheint. Er scheint das rote helle Feuer des Rubins, das violette Strahlen des Amethyst und das satte grüne Schimmern des Smaragd in sich zu beherbergen. Bei den Römern galt er als Symbol der Hoffnung und Reinheit und die Ureinwohner von Australien, die Aborigines, sprachen vom „Stein der 1000 Lichter“. Ein wahrlich treffender Name finde ich.


Opal - woher kommt dieser Name?
Der Name „Opal“ wird abgeleitet vom dem alt-indischen Sanskrit - Wort "upala" und bedeutet wertvoller Stein. Im altgriechischen wird er daraufhin als "Opallios" bezeichnet und bei den alten Römern hieß er "Opalus".
Ein wunderschönes indisches Märchen berichtet über die Entstehung des Opals folgendes:

In früher Vorzeit als die Götter Brahma der Schöpfer, Vishnu der Erhalter und Shiva der Zerstörer um die Gunst eines schönen Mädchens eiferten, erzürnte das den Ewigen und er verwandelte das Mädchen in eine graue unscheinbare Nebelwolke. Voll der Trauer schenkte jeder der drei Götter der armen Maid seine Farbe. Brahma gab Ihr sein leuchtendes Blau, Vishnu sein sonniges Gelb und Shiva sein flammendes Rot. Aber das Mädchen wurde zum Spielzeug des Windes der die Nebelwolke immer wieder in Fetzen riss, bis sich der Ewige erbarmte und das Mädchen in einen prächtigen und schillernden Stein, den Opal, verwandelte.

Der Opal besteht aber nicht nur aus Quarz sondern wird chemisch gesehen als „wässrige Form“ von Kieselsäure bezeichnet. Dieses so genannte Hydrogel wird mit der Formel SiO2 + H2O „festgenagelt“. Gut 20 bis 30 Prozent dieses Minerals bestehen aus Wasser. Kieselsäure kommt in der Natur in zwei unterschiedlichen Formen vor. Zum Einen ist sie „kristallin“ und bildet so die meisten Mineralien der Gruppe der Quarze, anderseits ist sie nicht auskristallisiert, also „amorph“ und bildet die Opale. Diese werden je nach Grundfarbe unterschiedlich benannt:

  • Milchopal (weiß)
  • Feueropal (rötlich)
  • Schwarzer Opal


Pflege des Opals

Auf der Skala, für Härtegrade von Mineralien, nach Mohs bringt es der Opal auf gute 5,6 bis 6 ist also ein recht hartes Steinchen. Er bricht muschelig und scharfkantig, ähnlich wie ein Teller aus Porzellan. Dieser Stein ist recht empfindlich gegen Säuren und Austrocknung. Wie schon beschrieben ist der Opal wasserhaltig und sollte deswegen ab und an ein wenig bewässert werden um keine Risse zu bekommen. Aber wer so wie ich seine Lieblinge einmal im Monat unter fließendem Wasser reinigt, sollte hierbei kein Problem haben. Der Aufbewahrungsort sollte nicht zu trocken sein. Auf keinen Fall darf man ihn der direkten Sonne aussetzen. Sorry liebe „SonnenladeFans“ aber nicht alle Steine halten soviel UV-Power aus. Der Opal ist einer davon und ich finde sowieso, dass er im bleichem Mondlicht mehr Kraft abkriegt.


Vorkommen dieses Schmucksteins
Noch im vorigen Jahrhundert waren Ungarn sehr bedeutungsvolle Fundorte von sehr reinen Opalen, doch heute sind diese Vorkommen leider erschöpft.
Die wichtigsten Lagerstätten befinden sich in Australien, dem wohl bekanntesten Opal-Land unseres Planeten. Weitere große Vorkommen gibt es noch in den USA, Mexiko, Brasilien, Honduras, Guatemala, Japan und der ehemaligen Sowjetunion.


Mein Opal ist eine wahre Muse
Sie bringt Spontanität im künstlerischen Bereich und scheint viele verborgene Gedanken aus der Tiefe des Geistes zum richtigen Ausdruck zu bringen. Zusätzlich stärkt er das Verlangen nach Erotik und Sexualität. Ich habe diesen Stein für mich daher in enge Verbindung mit Bastet und Freya gebracht und einige meiner zukünftigen Bastetfiguren werden Augen aus kleinen Opal-Linsen erhalten. Opale bringen so manche schlummernde Kraft des Lebens in den Vordergrund und erwecken die Sehnsucht nach Abwechslung und Vielfalt. Aufgrund meiner Erlebnisse mit dem geschliffenen Boulderopal brachte mich jemand auf den Gedankengang, dass Opale an sich als verstärkende Steine zu sehen sind und daher nicht nur wie in meinem glücklichen Fall positive Kräfte erwecken können, sondern eben auch den ganzen anderen Ramsch in uns ans Licht bringen und verstärken können. Ein an sich Recht schlüssiger Ansatz finde ich, wenn man bedenkt, dass man mir Kreativität ja schon vor der Arbeit mit meinem Stein nachgesagt hat.

Alles in allem kann ich den Opal jedem Menschen empfehlen, der sich gerne von der Optik mancher Dinge in andere Sphären geleiten lässt.


Dunkler_Clown


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