Der Hämatit
Wer sich so manches im Handel erhältliche Heilstein-Buch durchliest, wird immer und immer wieder auf die obligatorische Schale mit Hämatittrommelsteinen stoßen, die zum Entladen gar vieler Heilsteine angepriesen wird. Doch was verbinden wir mit “Blutstein” und warum sollen wir unsere Lieblinge diesen “Entladeprofis” anvertrauen?

Ein Stein mit viel Geschichte
Der Name “Hämatit” kommt vom griechischen Wort haima (Blut). Die Bezeichnung “Blutstein” wird klarer, wenn man sieht, wie sich beim Schleifen das Schleif-Wasser mit dem zerriebenem Roteisen vermischt und dann aussieht wie dunkelrotes Blut. Manchmal wird er auch Specularit (nach lateinisch Speculum (Spiegel) genannt und rührt wohl vom silbrig schimmernden Glanz des Steins. In der Antike galten fein polierte Hämatitscheiben als fesche Handspiegel für Edelfrauen zum “must have” in der guten Gesellschaft. Bisweilen ist der Stein auch als "Roteisenstein" und "Roter Glaskopf" bekannt. Im Italienischen wird er auch “Oietra delle Streghe” also Hexenstein genannt.
Laut Zachalius von Babylon ist der Hämatit: “Ein glücksbringender Stein, seinem Besitzer gewinnt er jeden Einfluss und einem Feldherrn jede Schlacht.”

Hämatit enthält im Reinzustand rund 65 Prozent Eisen und ist aus diesem Grund eines der wichtigsten Eisenerze. Seine Härte nach Mohs beträgt zwischen 5,5 und 6,5. Je dunkler die Farbe desto härter der Stein. Das Mineral präsentiert sich von grau, schwarz, blaustichig, dunkelrot bis stahlgrau mit bunten Anlauffarben.


Mit Eisen ins neue Zeitalter
Eisen spielt seit seiner Entdeckung in Kleinasien um ca. 2300 v. Chr. eine große wirtschaftliche Rolle und ist das meistverwendete Metall in der Welt-Industrie. Erzeugnisse aus Meteoriteneisen wurden schon in 7000 Jahre alten Grabstätten in Ägypten und Mesopotamien gefunden. Der Name “Eisen” kommt möglicherweise vom keltischen “Isara” und bedeutete stark oder fest.

Eisen in reiner Form ist ein weiches, unedles Schwermetall, kommt aber in der Natur nicht rein vor, sondern ist in unterschiedlichen Erzen enthalten. Minerale mit mehr als 20% Eisengehalt nennt man Eisenerze.

Dazu zählen:

• Magneteisenstein (Magnetit) bis zu 75 % Fe3O4
• Roteisenstein (Hämatit) 40 % - 65 % Fe2O3
• Spateisenstein (Siderit) 20 % - 40 % FeCO3

In Hochöfen wird dem Eisenoxid der Sauerstoff entzogen und flüssiges Eisen gewonnen.


Schon früh in unserem Denken
Hämatit zählt zu den frühesten vom Menschen genutzten Mineralien. Mineralgemenge die Hämatit enthalten werden oft als “Rötel” oder “roter Ocker” bezeichnet. Der Abbau von Rötel gehörte zu den frühesten Bergbauaktivitäten der Menschen. Die Verwendung von rotem Ocker reicht bei vielen Völkern Zentralafrikas bis in heutige Zeit. So benutzen die Frauen des Himba-Stammes, einem Hirtenvolk in Namibia, noch heute eine Salbe aus zerriebenem Rötel und Fett zur Körperpflege. Die Verwendung von Hämatiten in der Vorzeit war zuerst vorwiegend in der Höhlenmalerei und zur Körperbemalung zu finden. Seit der Steinzeit diente Rötel auch zur Verzierung von Keramiken.
In der Esoterik wird dem Hämatit gar viel Wunderbares zugedacht. Ich will auch hier nicht zu sehr ins Detail gehen und durchkauen was in der allgemeinen Stein-Literatur darüber geschrieben steht.

Der Hämatit war anscheinend seit jeher ein guter Begleiter. Im alten Ägypten wurde unter den Kopf der Mumie ein Hämatit gelegt. Schon die antiken Mediziner bezogen sich auf Heilkräfte in Verbindung mit Hämatit und Leiden, die mit Blut zu tun haben. Da wird von blutstillender Wirkung auf durch eherne Schwerter geschlagene Wunden bis zu Puls senkender Kraft sehr vieles beschrieben. Bei Reizungen der Augenlider wirkt ein „kühlender“ Hämatit wahre Wunder durch Einfaches aufs Auge legen. Sollte einem danach etwas auffallen, das man so noch nicht betrachtet hat, so scheint mir dies nur ein positiver Neben-Effekt, der mich schon zu den Dingen bringt, die wir psychisch durch den “Oietra delle Streghe” erfahren können. Nehmen wir mal einen etwa walnussgroßen Hämatit in die Hand und begeben wir uns auf eine Reise durch die Zeit.


„Der ist aber schwer!“
Das ist ein Punkt, der jedem sofort auffällt, der einen Roteisenstein in die Hand nimmt. Er ist deutlich schwerer als andere Heilsteine. Viele erleben dabei schon ein Gefühl von Erdung und Festigung. Einen „Anker“ in hektischer Zeit. Meist wird der Hexenstein anfangs kalt sein, da er an sich ein guter Wärmeleiter ist und so nach einer halben Stunde in den Händen wird er sich unserer Körpertemperatur soweit angepasst haben, das man ihn ohne eine Gänsehaut zu kriegen auf andere Körperteile auflegen kann. Bei mir stellt sich nach einer Viertelstunde bereits ein gutes „behütetes“ Empfinden ein. Ich empfehle gerade in Zeiten des Umbruchs, sei es persönlicher oder beruflicher Natur, einen Hämatit-Trommelstein in der Hosentasche mit zuhaben. Den eigenen Anker immer an Bord zu haben ist schon für sich alleine ein gutes Gefühl und gibt einem natürliche Gelassenheit und emotionale Festigkeit. Mir schien nach 1 Woche auf dem Meer des Alltags mit diesem Anker an Bord, als würde er mich auch vor übermäßigem Essen abhalten. Er schien mir ein Gefühl von „Sättigung“ zu geben. Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir nicht alles von unseren täglichen Mahlzeiten erhalten und insgeheim deshalb lieber noch mal einen Nachschlag nehmen. Aber das ist eben ein persönliches Erfahren gewesen. Versucht es mal.


Dunkler_Clown


Rosenkranz, Gebetsschnur, Mala und Co ... 23.07.2016
Metall des Lichts – 2000 Jahre Heilung durch Gold 30.05.2015
Versteinertes Holz – Oder wenn man sich mal wieder erden muss 14.02.2015
Runenorakel - Teil IV 08.11.2014
Runenorakel - Teil III 16.08.2014
Runenorakel - Teil II 10.05.2014
Runenorakel - Teil I 08.03.2014
Grabstätten und Grabsteine - Teil III 30.11.2013
Kristallstruktur und Lebensstil 14.07.2013
Grabstätten und Grabsteine - Teil II 09.02.2013
Grabstätten und Grabsteine - Teil I 13.10.2012
Der Steinkult im alten Griechenland 07.07.2012
Inyan – Der Fels als Ursprung allen Seins 24.03.2012
Wirkung der Heilsteine von A-Z -Teil II 17.12.2011
Wirkung der Heilsteine von A-Z - Teil I 17.09.2011
Steinheilkunde – Einführung - Teil II 18.06.2011
Steinheilkunde – Einführung - Teil I 05.03.2011
Steinchen, Steinchen auf dem Boden - ist es wahr oder gelogen - Teil II 23.10.2010
Steinchen, Steinchen auf dem Boden - ist es wahr oder gelogen - Teil I 09.10.2010
Der Stein der Weisen?! - Teil II 24.10.2009
Der Stein der Weisen?! - Teil I 04.04.2009
Das Steinorakel - Teil II 06.09.2008
Das Steinorakel - Teil I 31.05.2008
„Steinerne Zeugen“ - Schiffsetzungen Teil I 03.11.2007
Magische Steine der Germanen? - Teil II 11.08.2007
Magische Steine der Germanen? - Teil I 04.08.2007
Die Schwingungen an sich! 09.06.2007
Das vielseitige Antimon (Stibnit) 24.02.2007
Lapislazuli 11.11.2006
Bernstein – der Bäume goldene Tränen 29.07.2006
Der Smaragd 22.04.2006
Quarz, das Chamäleon der Heilsteine, Teil IV - Der Opal 21.01.2006
Mein Steinweg - Teil II 22.10.2005
Mein Steinweg - Teil I 15.10.2005
Der Malachit 23.07.2005
Der Hämatit 23.04.2005
Quarz, das Chamäleon der Heilsteine, Teil III - Der Jaspis 22.01.2005
Quarz, das Chamäleon der Heilsteine, Teil II - Der Amethyst 16.10.2004
Quarz, das Chamäleon der Heilsteine, Teil I - Der Bergkristall 04.07.2004
Die Welt der Steine 10.01.2004
Rosenquarz – Magie der Liebe 17.08.2002





              
                   
              



    

© WurzelWerk · 2001-2017