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Macht der Polarität und Rose der Mysterien   Teil I

Wieder einmal freut sich das WurzelWerk über eine Artikelspende aus Amerika - übersetzt von Anufa widmet sich Sitara diesmal dem Thema "Sexualität", das ja gerade im Hexentum von nicht gerade unerheblicher Bedeutung ist.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Herzlich willkommen zu einem meiner Artikel über SEX! Gratuliere, ihr werdet jetzt überschwemmt mit wissenschaftlicher Pornographie! Im Ernst, obwohl Sex für die Wicca einen Angelpunkt darstellt und wir regelmäßig darüber diskutieren wartet bitte noch einen Augenblick bevor ihr euch eine Zigarette anzündet. Sex, wie ich mich darauf beziehe, hat keine verbogenen oder anzüglichen Untertöne. Obwohl wir eine der Spezies auf dieser Erde sein mögen, die Sex zum Vergnügen haben, sollten wir nicht darauf vergessen, dass der Sexualakt auf eine Funktion und allein auf eine einzige Funktion, die Reproduktion, ausgerichtet ist. Im Tierreich erfordert das (mit wenigen Ausnahmen) zwei. Wie auch immer, ich überhole mich gerade selbst.

Lasst mich anfangen, indem ich konstatiere, dass dieser Artikel in keinster Weise ein Statement gegen schwule oder lesbische oder bisexuelle Personen ist. Unbeachtet dessen, wie ihr euch aussucht, eure Sexualität auszudrücken, gibt es doch noch eine aktive/passive, männliche/weibliche Polarität die dabei natürlich auftaucht. Ob ihr nun oben oder unten seid, so seid ihr doch definitiv männlich oder weiblich von Geburt und habt Schwingungen, die für euch typisch sind, auch wenn das nicht nötiger Weise mit eurem Geburtsgeschlecht übereinstimmt (manchmal passt die Wandfarbe nicht zur Installation und wisst ihr was? Es ist völlig egal!) Mit der Weiterentwicklung der Menschheit und der immer alltäglicher werdenden Praxis der Geschlechtsumwandlung oder der Möglichkeit eine wechselnde sexuelle Energie auszudrücken, bewegen wir uns jenseits der physischen Manifestation der Sexualität und wir fangen damit an, Polarität auf anderen Ebenen zu verstehen: Energie, Ausdruck, Emotion. Deshalb lest was nun kommt von eurer Grundschwingung ausgehend, was für ein Geschlecht das auch sein mag, und hüllt das was ich geschrieben habe in eure eigenen Erfahrungen mit sexuellen Entdeckungen. Das wird die Bedeutung für jede Person heraus arbeiten,  unbesehen der angenommenen Barrieren, die die Gesellschaft uns gerne erschaffen sähe, aufbauend auf sexueller Orientierung oder Geburtsgeschlecht. Da das nun gesagt ist, erlaubt mir fort zu fahren.


Gott und Göttin

Während einige sagen werden, dass es die Gegenwart einer weiblichen Gottheit ist, die Wicca und das Heidentum heraushebt und zu etwas Besonderen zwischen den Religionen der westlichen Welt macht, so glaube ich doch, dass was einzigartig an diesem Weg ist, das ist die zweifache Verehrung von sowohl dem Männlichen als auch dem Weiblichen gleichzeitig. Nicht alle Wicca oder Heidengruppen arbeiten sowohl mit dem Gott und der Göttin, erschreckt bitte nicht, wenn ihr einen Coven findet, der nur mit der Göttin arbeitet, weil es eine Menge von ihnen da draußen gibt. Jedoch, egal ob Gruppen den Gott und die Göttin gleich verehren, so verändert das nicht die Realität des Wechselspiels zwischen männlicher und weiblicher Energie im Universum. Und nun sind wir wieder zurück beim Sex, weil die Vorbereitung auf den Sexualakt die nötigen Unterschiede der Geschlechter erfordert und warum Männer auf bestimmte Weise geformt sind (mit dem ultimativen „nach außen“) und warum Frauen auf bestimmte Weise geformt sind (mit dem ultimativen „nach innen“).

Es gibt unter den Tieren nur relativ wenige Beispiele für asexuelle Reproduktion (die nicht zwei Geschlechter oder Besamung erfordern würden). Einige Frosch- und Eidechsenarten, weniger komplexe Tiere, wie Süßwasserpolypen oder Korallen die sich durch Knospung vermehren und bei denen dann der neue Spross einfach von der Mutter abbricht. Der Kommodowaran vermehrt sich eigenständig, indem er sowohl weibliches als auch männliches Material in der DNA trägt, es werden Eier gelegt, die von den Männchen der Art unbefruchtet sind  (das wird Parthenogenese genannt oder Jungfrauengeburt). Wespen und Honigbienen durchleben eine besondere Art der Parthenogenese, auch indem Eier gelegt werden und diejenigen, die von Männchen des Bienenstocks befruchtet werden, schlüpfen als Männchen und diejenigen, die unbefruchtet bleiben schlüpfen als Weibchen.

Also, das was ich hier grundlegend aussage ist,  „Sex – alle machen es!“

Polarität heißt definitionsgemäß „eine Beziehung zwischen zwei gegensätzlichen Kräften oder Strömungen“. Die offensichtliche Polarität, die wir hier diskutieren, ist diejenige zwischen Männlich und Weiblich. Bremst eure Gedanken für eine Minute ein und gehen wir zur frühen menschlichen Geschichte zurück.

Als sich unsere kognitiven Fähigkeiten entwickelt haben, bemerkten wir Dinge jenseits von „das ist essbar“ und „suche Unterschlupf, wenn schwarze Wolken kommen“. Eine der ersten und offensichtlichsten Erkenntnisse der frühen Menschen mussten die anatomischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gewesen sein. Sogar wenn du ein Kind hast, das nur ein kleiner Mensch ist, so ist diese Kind doch entweder männlich oder weiblich. Sobald man sich dessen bewusst ist, teilt sich die Welt in zwei Hälften. Diese Hälften tragen bestimmte Erfahrungen, Instinkte und physische Unterschiede  in sich. Alle diese einzigartigen Merkmale färben den Blickwinkel derer, die sich selber entweder als männlich oder weiblich identifizieren.

Kinder wiederholen diese frühe menschliche Entdeckung wieder und wieder, sobald sie ihre Körper entdecken, die Körper von anderen Kindern sehen und erkennen, dass Buben sich von Mädchen unterscheiden. Tatsächlich ist das das erste und persönlichste Mysterium, das wir im Leben kognitiv erfahren. Wir mögen die Mysterien des Nährens der Muttergottheit, indem wir von unserer eigenen Mutter gestillt werden, erfahren, aber das ist nicht so sehr eine kognitive Entwicklung als eher eine instinktive (das bedeutet, wir WISSEN dass Mamma gutes Zeugs hat und wenn unser Magen grummelt, weinen wir und der Busen taucht auf – yeah!!). Aber wenn ihr je den Moment im Gesicht eines Kleinkindes gesehen habt, in dem sie die Genitalien vom anderen Geschlecht sehen, dann wohnt ihr eigentlich einem heiligen Augenblick bei. Ihr seid Zeugen der Bewusstwerdung der Polarität, der Gegensätze des „ich und der Andere“.

Mit diesem Bewusstsein kommt es zu einer erstaunlichen Weitergabe von Kraft. Zum Einen, birgt die Etablierung der Polarität das Potential, die meisten universalen Wahrheiten des Lebens, wie wir es kennen, zu erkennen. Dadurch lernen wir, dass es mehr als nur unser Blickwinkel gibt und vielleicht sogar noch wichtiger, dass damit unser Blickwinkel wachsen und fruchtbar werden kann, wir den gegensätzlichen Blickwinkel benötigen um uns den Anstoß zur Schöpfung zu geben.


Ende Teil I


Sitara Haye


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