Betreuung gesucht für WurzelWerk's
Der Grüne Mann
Seit mehreren Jahren berichte ich auf meiner Homepage immer wieder von meinen persönlichen spirituellen Erlebnissen, insbesondere durch das Channeling. Doch was vor kurzem passiert ist, stellt vieles in den Schatten: Diese Begegnung war wunderschön und ob ihrer Intensität erschreckend zugleich. Ich denke, es war ein großer Schritt hin zum Bewusstsein, daheim zu sein.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Ich hatte Mitte Juli 2006 mein „Verbinde Dich mit der geistigen Welt“-Seminar in Graz geplant; wie üblich war am Freitag abend davor ein öffentliches Channeling angesetzt. Es war der 14. Juli und es kamen, für mich erstmal enttäuschend, nur vier Zuhörer. Dennoch, die Stimmung war ausgezeichnet. Alle Gäste kannte ich schon, und weil sie mit meiner Arbeit und Fíriel (meine Dualseele und Hauptkontakt beim Channeln) vertraut waren, musste ich keine langen Erklärungen mehr liefern – wir konnten gleich in medias res gehen. Ich versetzte mich in Trance, stellte den Kontakt her und Fíriel freute sich wie immer über die Fragen der Teilnehmer. Unter anderem ging es darum, wie sie uns wahrnimmt. Sie tat sich schwer, das zu beschreiben, weil es sich nach ihren Worten beinahe ausschließlich auf der Gefühlsebene abspielt; sie schilderte ihre Wahrnehmung von uns als annähernd kugelförmige Gebilde, die aus hauchdünnen zwiebelartigen Schichten aufgebaut sind, welche für unterschiedliche Bereiche unseres Bewusstseins stehen. Je nachdem, worauf der Fokus unserer Aufmerksamkeit liegt, „leuchten“ diese Schichten in unterschiedlichen Farben auf, was einer Symphonie von Gefühlen gleichkommt, in denen sie gerne badet, wie sie sagte. Sie versuchte dies damit zu umschreiben, dass sie auf diese Weise Gefühle riechen und Gedanken schmecken, dass sie Ideen, Vorstellungen und Sehnsüchte berühren kann.

Wie üblich, kann ich mich nicht mehr an alles erinnern. Ich weiß aber noch, wie Karin (eine ehemalige Seminarteilnehmerin von mir und mittlerweile selbst ein hervorragendes Medium) eine Frage nach dem Wesen der Zeit stellte, und diese dann noch dahingehend vertiefte, wie Elementarwesen Zeit erfahren. Dabei hatte ich den Eindruck, dass Fíriel eine Verbindung mit dem Reich der Elementarwesen herstellte, um ihre Antwort von ihnen quasi verifizieren zu lassen, während sie sprach. Die Antwort fand ich spannend: Da Elementarwesen auf (einer bestimmten Schicht) der Astralebene beheimatet seien, und diese etwas feinstofflicher ist als die Materie (wenn auch aus Fíriels Sicht immer noch sehr materie-nah), verginge Zeit für sie „langsamer“ als für uns. Deswegen könnten Hellsichtige sie beispielsweise in Kutschen wahrnehmen, aber noch nicht in Rennwagen. Es wäre so ähnlich wie mit Verstorbenen, die nicht wahrhaben wollen, dass sie gestorben sind und / oder nicht loslassen können – für deren Empfinden seien erst drei Tage vergangen, während für uns schon dreihundert Jahre verstrichen seien.

Während dieser Antwort spürte ich die ganze Zeit über eine mächtige Anwesenheit, besser kann ich es nicht beschreiben. Als kurz darauf die nächste Frage kam, bat Fíriel auch um ein paar Sekunden, bevor sie darauf einging: Weil eines dieser Wesen da wäre und sie sich noch mal speziell auf die Gruppe einstellen wollte. Danach ging sie auf zwei, drei weitere Fragen ein, bis Karin noch mal auf jenes Elementarwesen zu sprechen kam. „Ich dachte schon, du fragst nie!“ lachte Fíriel und erklärte, dass ein hochrangiger Vertreter des Reiches der Elementarwesen hier sei und dass ich ihn auch channeln könnte. Sie zog sich zurück und übergab das Zepter, wie sie sagte.

Gleich darauf spürte ich, wie mich diese gewaltige Energie erfasste! (Erstaunlicherweise kann ich mich an diesen Kontakt wesentlich detaillierter erinnern als an einen Kontakt mit Fíriel; eine Tatsache, die ich mir bis heute noch nicht schlüssig erklären kann.) Ich hatte den Eindruck, als wäre ich mindestens drei Meter groß. Mein Körper richtete sich zu einer stolzen, majestätischen Haltung auf, und atmete mehrmals tief, fast schnaubend durch. Es fühlte sich an, als ob ein mächtiges Geweih aus meinem Kopf wächst… aber es war nicht mein Kopf, es war der Kopf eines Anderen. Seine Augen waren wie goldleuchtender Bernstein, und seine Nase war flach, sie wirkte beinahe so, als ob er Nüstern hätte. Er hatte grüne Haut, und sie war über und über tätowiert mit dunkelgrünen Spiralen. Meine Sprechwerkzeuge schienen ihm sehr ungewohnt zu sein, er mahlte erst mal länger mit den Kiefern, fremde, ganz leise Töne erzeugend. Dann schien es zu funktionieren und er begrüßte die Anwesenden mit einer gewaltigen, dröhnenden und doch überaus freundlichen Stimme.

Es ist lange her, sagte er, dass er so zu uns gesprochen hat, und er freut sich. Auf Karins Frage, wer er ist, antwortete er, dass ihm viele Namen gegeben wurden. Er ist Pan, er ist Freyr, er ist Cernunnos, Herne der Jäger, der Wilde Mann, der Grüne Mann, Oberon, Tammuz, er ist der König der Elementarwesen, der männliche Teil der Natur. Er beschrieb die Feste, die er gemeinsam mit den Menschen gefeiert hat, zu einer Zeit, als er als Gott verehrt wurde und die Menschen feierten, um sich an ihrer eigenen Göttlichkeit zu erfreuen. Auf die Frage hin, welche Botschaft er für uns hat, begann er eine Rede zu halten, deren Kraft ich unmöglich widergeben kann – die eindeutige, unzweifelhafte Autorität, die stark bejahende Männlichkeit, mit denen alles unterlegt war, wenn er erklärte, dass Menschen und Elementarwesen symbiotisch aufeinander angewiesen sind (vor meinem geistigen Auge entstand ein Bild: Ich blicke in einen riesigen Spiegel, und daraus blickt mir sein Gesicht zurück); wenn er eindringlich darum bat, dass wir aufhören mit unseren destruktiven Emotionen und unseren Selbstverurteilungen; wenn er dazu aufforderte, mehr zu singen, zu tanzen und das Leben in seiner Schönheit und Fülle zu feiern… all das entzieht sich einer Beschreibung. Er dankte Karin nochmals zum Abschluss – ohne die Erfahrungen, die sie in letzter Zeit gemacht hatte (ich nehme an, er bezog sich auf ihre Zeit in Schottland, speziell in Findhorn) wäre diese Verbindung nicht zustande gekommen. Er verneigte sich.

Und Fíriel, die anschließend wieder in den Kanal eintrat, bat alle darum, es für heute gut sein zu lassen. Ich brauchte ziemlich lange, bis ich wieder ganz bei mir war. Das Geweih konnte ich noch lange deutlich fühlen. Wir waren alle ganz benommen und mussten diese Begegnung erst mal verarbeiten. Karin meinte, die Spiralen wären für sie eher Energiewirbel gewesen, weniger Tätowierungen, jemand anders hatte ständig ein grün-goldenes Licht um mich herum wandern sehen. Irgendwie schien es, als ob wir unter Schock stünden. Die Gespräche klangen seltsam banal, so wie ja nach einem tiefgreifenden Ritual alles banal zu sein scheint, was man sagt. Mit das Faszinierendste für mich war, dass ich den Grünen Mann offenbar fast leichter channeln konnte als Fíriel, obwohl sie mir so nahe steht. Es war absolut selbstverständlich, mit ihm Kontakt zu haben!

Irgendwann hatten wir uns doch wieder gefangen und beschlossen, einen guten Wein trinken zu gehen, das gehörte jetzt einfach dazu. Erst jetzt begannen wir richtig, über die Inhalte zu sprechen und fanden langsam in die Realität zurück. Auch wenn ich es mir nur schwer eingestehen konnte, war mir klar, dass ich den Grünen Mann – einen Gott – schon öfters gechannelt hatte, in früheren Inkarnationen, so vertraut und klar war die Verbindung.

Keine Ahnung, was sich daraus noch entwickelt. Ich lasse es erst mal setzen und genieße das Gefühl der Dankbarkeit und Hochachtung, das mich immer noch erfüllt, wenn ich mich daran erinnere.


Bernhard Reicher


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