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Der Heilige Gral als Symbol der Göttin
oder: Die Suche nach der Göttin?

Ich möchte hier auf Werners Gralsartikel antworten. Kursiv gesetzte Zeile sind Zitate aus Werners Artikel.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Das Grundthema der Gralsgeschichte ist der Verlust des Heiligen Grals.
Eigentlich nicht der Verlust, sondern die Suche danach, die "Queste". Die Geschichte ist keine larmoyante Erzählung, in der um den Verlust der Harmonie geweint wird, sondern eine Ermutigung, sich selbst auf die Suche zu machen. Die Gralsritter sind Helden, die mit ihren je verschiedenen Eigenarten auf ihre Weise versuchen, die Aufgabe zu lösen.

Dies ist nach der Legende der Kelch des Letzten Abendmahles, mit dem das Blut Jesu am Kreuz aufgefangen wurde.
Was natürlich an sich ein bisserl widersinnig ist - ich geh doch nicht mit einer Suppenschüssel oder einem Rotweinglas (oder halt damals einem wahrscheinlich aus Holz geschnitzten Trinkbecher) zu einer Hinrichtung, hole mir unbeobachtet von den Wachen ein paar Tropfen Blut des verehrten Hingerichteten. Abgesehen davon, mag die christliche Gemeinde damals auch im verborgenen gewirkt haben (was am Anfang so auch nicht stimmt, da sie ja ursprünglich nur eine von vielen jüdischen Sekten waren), sie hätten diese wundertätige Reliquie sicher nicht versteckt, sondern doch viel eher als Beweis der Auferstehung herumgezeigt bzw zumindest darüber was überliefert.

Diese Geschichte [...] zeigt [...], was mit unserer Gesellschaft geschehen ist, nämlich der Verlust des Weiblichen.
Oder, wie schon oben erwähnt, die Suche danach... damals, in der Hochblüte der Ritterzeit, als solche Stories "mega-angesagt" waren, gabs ja die Verehrung des "Weiblichen" in der Form des Minnesanges und der Kämpfe zur Ehre der verehrten Frau. Nun aber zu den keltischen Kesseln: Ich bin zwar Werners Meinung, dass der Kessel ein dem christlichen Kreuz entsprechendes Symbol ist (wenn man es als Symbol der Auferstehung sieht). Aber der Kessel ist noch viel mehr: der Kessel war für die Kelten ein vielschichtiges, natürlich (insofern hat Werner natürlich Recht) der Göttin zugeordnetes Symbol, aber ein Symbol des ewigen Lebens: der Kessel, aus dem im Diesseits munter gespeist wird (natürlich die Gaben der Mutter Erde), ist auch der Kessel, in dem die Toten wiedererweckt werden (hier zB der Kessel des Bran, aus dem die im Kampf Gefallenen als zombie-ähnliche Krieger wieder herauskommen), klar, alles kommt von der Mutter, und geht wieder zu ihr zurück, um aus ihr wieder geboren zu werden - der Zyklus von Geburt - Leben - Tod, der ein zutiefst weibliches Geschenk ist.

Da die Göttin nun im Christentum keine Bedeutung mehr hatte, machte man aus dem weiblichen Kessel den Kelch mit dem Blut Christi. Ein solches Vorgehen ist typisch.
Hm - für die Christen ist Auferstehung einfach untrennbar mit Jesu Tod und Auferstehung verbunden, Jesus, Sohn der Maria, hat sie ihrer Meinung nach erlöst. Die Mutter, die immer im Hintergrund ihres Sohnes steht (schon bei seinem ersten "Wunder", der Verwandlung von Wasser in Wein), ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der christlichen Religion. Sie ist zwar im Laufe der "männlichen Machtübernahme", sprich bei Erklärung des Christentums zur Staatsreligion und der darauf folgenden Anpassung der Kirchenämter an die vorhandenen staatlichen Ämter (römischer Machart) in der Versenkung verschwunden - die Marienverehrung war immer einerseits eine weibliche Eigenart, andererseits auch eher auf das "gewöhnliche Volk" beschränkt (inklusive dem niederen Klerus, der auch massgeblich an der Rettung des "heidnischen" Feste ins Christentum beteiligt war) beschränkt.

Das "gegrüsset seist du Maria" und der Rosenkranz sind ja eigentlich eine Huldigung an die Göttin, die eingefügten "Jesus-Sätzchen" zeigen eigentlich nur auf, dass der Sohn das ohne die Mutter nie geschafft hätte.

Ich möchte nun nicht weiter auf Werners Artikel eingehen, bis auf zwei Kleinigkeiten: Die Personen Anfortas und Kundry, ja nicht einmal Parzival ist original arturianisch: hier wären die Symbole aller vier Elemente: Stab/Lanze - Kessel/Schale - Schwert und Platte/Stein zu erwähnen, die versteckt auch in den Gralsgeschichten vorkommen - alle nicht christlich.

Sicher stammt das Wort "Materialismus" in weitester Folge von "Mater", aber ich seh das so: Mater ist die Mutter Erde, von der alles "Greifbare", d.h. die Materie, stammt. Aus dem Wort Materie (die eigentlich under Erbe darstellt) kommt der Materialismus, also im negativen Sinn die Ausnutzung (statt Benutzung) der Materie.


Aber meine Konklusio der Geschichte um die Suche nach dem Gral sieht so aus:

Es ist an der Zeit,
dem Beispiel der Gralsritter zu folgen
die Herausforderung der Queste auf uns zu nehmen
die Wiedergeburt des Menschen zu suchen
der mit der Natur wieder eins wird
die Wiedergeburt des Menschen
der an etwas glaubt
das weiblich ist und männlich
das Schale ist, die aufnimmt und wieder gibt
das Stab ist, der blüht und Blätter trägt
das Stein ist, der fest steht und hält
das Schwert ist und teilt und wieder zusammenführ
t.

So mote it be.


Aku


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