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Geschlechterkampf oder Partnerschaft?
Ich habe in meinem ersten Artikel über Polarität am Schluß geschrieben: „Vieles wird sich ändern. Ganz besonders die Beziehung zwischen Mann und Frau. Aber darüber werde ich ein andermal erzählen.“ Inzwischen habe ich eine Serie in mehreren Fortsetzungen über Polarität geschrieben, aber auf die Beziehung zwischen Mann und Frau bin ich nicht detailiert eingegangen. Ich werde dies also jetzt nachholen.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Viele, die das Wort „Polarität“ lesen, denken zuerst an das Männliche und Weibliche. Wie ich in den anderen Artikeln beschrieben habe, ist dies nicht das ursätzliche Prinzip, sondern eher der Ausdruck des Grundprinzips der Polarität. Aber eines steht fest: Das männliche und weibliche Prinzip ist ein besonders deutliches und für die meisten Menschen auch ein wichtiges Kennzeichen der Polarität. Kaum jemand wird sich dieser Spannung, die zwischen Männlich und Weiblich entsteht, entziehen können.
Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass wir von dem dualistischen Denken des Juden-Christentums so unglaublich stark geprägt sind, dass wir diese Prinzipien (also Gut und Böse und den Kampf dieser beiden Gegensätze) automatisch auf die Prinzipien der Polarität übertragen. Wir tendieren also dazu, auch in der Polarität den Kampf zwischen Gut und Böse zu sehen und somit wird auch der „Kampf der Geschlechter“ zu etwas, das wir als natürlich gegeben betrachten. Dass eine Religion oder Weltanschauung, die über viele Jahrhunderte vorherrschend ist bzw. war, unser Denken und Handeln beeinflußt (meist sogar ganz unbewußt) ist wohl ausser Frage. Es muß also nicht verwundern, wenn Leser bei dem Wort „Polarität“ sofort an den Geschlechterkampf denken und eben leider auch daran, dass ein Konkurrenzkampf zwischen Männern und Frauen naturgegeben sei. Diese von der christlichen Lehre immer wieder aufs Neue gepredigte falsche Information (siehe Genesis, siehe die Briefe von Paulus, etc.), verbunden mit der Vorherrschaft des Mannes, hat das Denken eines jeden Einzelnen in fast unglaublicher Weise konditioniert. Ich habe mir viele Beleidigungen wegen meiner Philosphie anhören müssen, die wahrscheinlich alle auf dieses konditionierte Denken und somit auf das völlige Mißverständnis über das Wesen der Polarität zurückgehen. Dies ist also nur ein weiterer Beweis dafür, wie schwer wir es heute immer noch haben, das Männliche und das Weibliche vorurteilsfrei zu betrachten.

Ich gehe nun mal davon aus, dass meine Leser/innen die anderen Artikel über die Polarität gelesen haben und somit wissen, was ich grundsätzlich mit Polarität meine. Wenn wir also verstanden haben und es akzeptieren können, dass polaritäre Gegensätze IMMER gleichwertig sind und sich gegenseitig bedingen, dann kann man es auch nicht in Frage stellen, dass dies für Männer und Frauen ebenso sein muss. Wichtig ist, dass man die GLEICHWERTIGKEIT nicht mit GLEICHHEIT verwechselt. Das Wesen der Polarität ist ja gerade die Verschiedenheit. Männer und Frauen müssen also verschieden sein, jedoch gleichwertig.
Nun wird heute oft ein, nach meiner Meinung, wesentlicher Fehler gemacht, indem man glaubt, Männer und Frauen müssen gleich sein, weil ja auch in jedem Mann ein weiblicher Hormonanteil ist und in jeder Frau ein männlicher Hormonanteil. Diese gegenteiligen Anteile sind sogar sehr wichtig. Eine Frau würde zum Beispiel keinerlei Freude am Sex haben ohne den Anteil an Testosteron und Männer würden zu aggressiv sein ohne einen Anteil an Östrogen. Aber daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, dass diese Anteile gleich sein müßten, wäre grundverkehrt. Obwohl jeder einen Anteil vom anderen Geschlecht hat, wird doch niemand glauben, dass es sinnvoll sei, diese Anteile in einem Individuum in gleichen Teilen zu haben. Es gibt einige wenige Menschen, die tatsächlich nicht wissen, zu welchem Geschlecht sie gehören. Diese Menschen sind nicht glücklich. Warum die Natur solche Formen hervorbringt, wissen wir nicht. Aber sicher ist, dass dies nicht als die Norm gedacht ist. Männer werden also immer Männer bleiben und Frauen werden immer Frauen sein, auch wenn jeder einen kleineren Anteil vom anderen Geschlecht hat. Gegen dieses Naturgesetzt anzukämpfen, wäre Unsinn und würde uns nur unglücklich machen. Viel mehr Sinn macht es, sich als Mann bzw. als Frau zu akzeptieren und dazu gehört dann allerdings auch, diese Anteile vom anderen Geschlecht mit zu akzeptieren oder sogar zu lieben und zu schätzen. Wenn also ein Mann gerne kocht oder eine Frau gerne ihr Auto selbst repariert, dann ist das ganz in Ordnung und hat nichts mit unnatürlichem Verhalten zu tun.

In einem sehr interessanten Posting im WurzelWerk-Forum schrieb Elysha: „Ich selber war lange gefangen in der Vorstellung, dass Männer und Frauen einfach verschieden sind und sich niemals verstehen KÖNNEN.“
Diese Vorstellung, dass man sich nicht verstehen könne, weil man verschieden ist, ist offensichtlich weit verbreitet. Aber nochmals: das ist eine Prägung, die uns das Christentum beschert hat!!! Und zwar liegt der Irrtum darin, anzunehmen, dass wir uns nicht verstehen können, weil wir verschieden sind! Freilich sind wir verschieden, aber warum sollen wir uns deshalb nicht verstehen können oder es lernen? Das Christentum hat alles daran gesetzt, dass wir uns nicht verstehen. Wenn Mädchen und Buben in getrennten Klassen unterrichtet werden, dann können sie nicht lernen, sich zu verstehen. Wenn die Arbeitswelt in strikte Männer- und Frauenberufe getrennt ist, dann können wir ebenfalls nicht lernen, uns zu verstehen. Die Trennung der Geschlechter, die falsche Sex-Moral und das Patriarchat haben dazu beigetragen und tragen immer noch dazu bei, dass wir diese falsche Vorstellung beibehalten.

Wenn wir die Prinzipien der Polarität wirklich verstanden haben, dann werden wir uns gegenseitig ehren und achten. Und zwar nicht, OBWOHL wir verschieden sind, sondern gerade WEIL wir verschieden sind! Ein Geschlechterkampf wird somit ad absurdum geführt. Es gibt nichts auf dieser Welt, was mehr Freude und Befriedigung erzeugt, als Verständnis und Liebe. Aus dem Verständnis und der Liebe erwächst eine echte Partnerschaft. Eine echte Partnerschaft setzt gleichwertige (nicht gleiche) Partner voraus, die bewußt die gegenseitigen Vorteile schätzen, nutzen und lieben und daraus Kraft und Stärke gewinnen. Es gibt nichts auf der Welt was stärker ist als Menschen, die ihre verschiedenen Fähigkeiten gemeinsam nutzen.
Es gibt viele Bücher, die über die Liebe berichten. Ich will also über dieses Thema nicht noch ein weiteres Buch füllen. Aber eines ist sicher: Es gibt nichts schöneres als die Liebe. Und eine Liebe kann es im Geschlechterkampf nicht geben.

Mögen uns die Spirits dazu verhelfen, dass wir diese Einsichten gewinnen und in unser Leben einbringen.

Mit lieben Grüßen
Werner

ICH LIEBE DICH, WEIL ICH DICH VERSTEHE!!! (Little Tree)

Werner


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