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Grundsatzgedanken zur Polarität   Teil II
Ein weiteres Beispiel für Polarität ist Geburt und Tod, Leben und Sterben. Nicht nur Lebewesen, sondern alle Materie ist diesem Werden und Vergehen unterworfen. Selbst die Erde, die Sonne, die Sterne, alles wird irgendwann einmal vergehen. Aber alles wird auch wieder neu geboren, wird neu erstehen - sicher nicht in genau der gleichen Form, aber ähnlich.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Ein Baum, der gestorben ist, wird Nachkommen haben, aber diese werden nicht unbedingt ganz gleich sein wie die urprüngliche Eiche, die einmal vor unserem Haus stand. Sicher werden die Nachkommen wieder Eichen sein, aber ihr Wuchs wird ein wenig anders sein. So werden auch die Galaxien verschwinden und ins scharze Loch eingesogen werden, aber aus diesem Schwarzen Loch entsteht eine neue Galaxie, der Urknall bringt wieder neue Materie hervor. Alles geht also weiter und bildet einen Kreislauf. Der Kreis um das Keltische Kreuz versinnbildlicht das. Allerdings, wenn wir lange Zeitläufe abwarten, dann sehen wir, dass der Kreis eigentlich gar nicht geschlossen, sondern eine Spirale ist. Alles ist in Bewegung. Die Sterne bewegen sich, selbst wenn wir dies in unserem Leben nicht beobachten können. Auch unsere Sonne bewegt sich, nämlich in einem Kreis in der Zeit von knapp 25.000 Jahren. Aber auch dieser Kreis ist kein wirklicher Kreis, denn das ganze System läuft ein Stück weiter und somit macht die Sonne, und wir mit ihr, eine Spirale. Die Spirale ist also das Symbol für Leben, aber darüber hinaus für die Existenz alles Irdischen. Da wir jedoch noch nicht solange existieren und die Erkenntnisse über die Galaxien recht neu sind, glaubte man bisher, dass die Spirale des Lebens sich immer weiter öffnet. Das ist aber nicht so. Die Galaxien dehnen sich bis zu einem gewissen Maß aus und dann ziehen sie sich wieder zusammen, bis die Sterne schließlich so nahe kommen, dass sie in einem Schwarzen Loch verschwinden. Die Spirale dehnt sich also aus und schließt sich wieder. Und somit sind wir wieder bei der Polarität, dem ewigen Kommen und Gehen.
Diese Erkenntnis liegt dem Juden-Christentum nicht zugrunde. Dort ist das Denken linear. Alles hat einen Anfang und dieser Anfang ist bei dem schöpferischen Gott. Das Leben hat nach dieser Weltanschauung irgendwann ein Ende und geht dann in das „geistige Leben“ über (Himmel, bzw. Hölle). Dieser Zustand wird ewig anhalten, es gibt also nicht das sich wiederholende polaritäre Kommen und Gehen. Ob Gott männlich oder weiblich ist, hat zwar ziemliche Auswirkungen auf die soziale Struktur eines Volkes, aber in der linearen Sichtweise generell keine Bedeutung. Ob die Schöpferkraft männlich oder weiblich ist, hat also auf die LINEARE Denkweise keinen Einfluß. Dass die lineare Denkweise natürlich zusätzlich auch die soziale Struktur verändert bzw. beeinflußt, dürfte klar sein.
Dies ist nun der Grund, warum ich sage, das Denken und Verstehen in der polaritären Weise ist neu. Allerdings gibt es Anhaltspunkte, die darauf hinweisen, dass zumindest in Nordeuropa, insbesondere im keltischen Bereich und auch davor, z.B. in der Megalithkultur, dieses polaritäre Denken bekannt war. Es würde hier zu weit führen, darauf weiter einzugehen. Wer sich dafür interessiert sei auf das Buch verwiesen: „The Sun and the Serpent“ von Hamish Miller und Paul Broadhurst. Es ist im Pendragon-Verlag in London erschienen. Ob es in deutscher Sprache vorliegt, weiß ich leider nicht.

Die polaritäre Denkweise ist uns zur Zeit noch recht fremd. Es ist gewissermaßen entgegen dem Trend, der dahin geht, dass man die Einheit sucht. Man glaubt, dass die Trennung in die beiden Pole, also auch das Männliche und Weibliche, mit der Entstehung der Materie, also mit der Erschaffung der Welt, entstanden ist. Das ist natürlich eine Glaubensrichtung, die man annehmen kann oder auch nicht. Es ist also müßig, darüber zu streiten, ob die eine oder die andere Meinung die „richtige“ Meinung oder gar Religion ist. Nach meinem Verständnis macht es jedoch viel mehr Sinn, die Polarität als das Grundmuster des Seins zu betrachten, denn nach unserem heutigen Verständnis ist es ziemlich sicher, dass eben alles entsteht und vergeht, wieder entsteht und vergeht, ohne Anfang und ohne Ende. Eine Erschaffung der Welt gibt es demnach also nicht und somit auch niemand, der dies alles erschaffen hat, gleichgültig ob Gott oder Göttin oder auch mehrere Götter.
Was in dieses Konzept hineinpaßt, das ist die Erkenntnis, dass das spirituelle Sein der Gegenpol zum materiellen Sein ist, wie mir der Berg in Neuseeland visionär gezeigt hat. All diese Gedanken sind nicht aus mir selbst heraus entstanden, sie sind ein Geschenk des Mount Taratara und ich glaube auch, ein Geschenk meiner Vorfahren, die durch den Berg als Kommunikationsmittel diese Botschaft übermittelt haben. Wenn ihr wollt, kann ich euch ein andermal darüber berichten, warum ich zu dieser Annahme komme. Aber ich will mich nicht verzetteln, und das für heute mit dieser kurzen Bemerkung bewenden lassen.
Wenn wir also einesteils glauben, dass wir - und alle Materie ebenso - uns immer wieder re-inkarnieren, auf der anderen Seite aber an einen Schöpfer glauben, dann stimmt nach meinem Gefühl diese Theorie nicht ganz zusammen. Sie ist nicht rund und schlüssig.

Aber es wird für heute zu lang. Ich werde also über Spirit und Materie das nächste Mal weiter schreiben.


Werner


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