In dieser Rubrik dreht sich alles um das grundlegende Prinzip unseres Universums: Um die Aufteilung von Allem in scheinbare Gegensatzpaare.
Gender-Thematik, Geschlechteridentität in der Craft, Alltagswelt und Magisches, Beruf und Religion, Mainstream und Individualität, Beziehungen jedweder sexuellen Orientierung – all diese scheinbaren Gegensätze bieten ein wunderbares Spannungsfeld, in welchem sich die meisten von uns – manchmal auch unfreiwillig – befinden.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Der philosophische Begriff der „Polarität“ bezeichnet das Verhältnis sich gegenseitig bedingender Größen.1
Dieses Prinzip spielt besonders in der chinesischen Kultur bis heute eine große Rolle, ist aber bekannt quer durch alle Zeiten und Kulturen, und so spricht auch der deutsche Philosoph Hegel „…von einem Unterschiede, in welchem die Unterschiedenen untrennbar sind“.2


Welche Pole sind es nun, die im Leben vieler Heiden eine Rolle spielen?


Primär und am auffälligsten ist wohl die Auseinandersetzung mit der christlich geprägten Alltagskultur. Wie (er-)schaffen wir uns eine heidnische Identität inmitten eines Mainstreams, wie offen wollen und können wir mit unserer Spiritualität umgehen und „aus der Besenkammer kommen“, wie agieren und reagieren wir im Dialog mit anders „gepolter“ Religiosität?
Kann und soll die ureigene religiöse Identität mit der beruflichen Realität verbunden werden? Wie schaffen wir ein ausgewogenes Verhältnis von Alltag und Magie?

Ein weiteres Spannungsfeld liegt im Geflecht unserer Beziehungen; einerseits in der Paarbeziehung (egal ob hetero-, homo-, bisexuell; mit heidnischem oder nicht-heidnischem Partner), andererseits in Freundschaften inner- und außerhalb der Craft.

Vor allem die Gender-Thematik bietet sich in einer von weiblicher Spiritualität geprägten modernen Religion an, näher betrachtet zu werden.
Gibt es eine geschlechtlich geprägte Rollenidentität im Heidentum, welche Vorbilder haben Frauen und Männer innerhalb der Bewegung und wie sieht der gelebte Alltag in Zirkeln aus?
Was macht Wicca/Heidentum/Göttinnen-Spiritualität so attraktiv für uns als Frauen und Männer?


Wie gehen wir mit Polaritäten um?


Grundsätzlich gilt: Keiner der beiden Pole kann als primär gut oder schlecht betrachtet werden. Im Daoismus, einer der prägenden Philosophien und Religionen Chinas, geht es vor allem um Bewusstwerdung, Anerkennung und Vereinigung der Polaritäten.
Zudem können wir feststellen, dass erst die Aufteilung und Diversität uns die Möglichkeit gibt, zu wählen. Eine Welt ohne Polaritäten würde uns alle Möglichkeiten zu Entwicklung und Veränderung vorenthalten.

Sind all die Pole, die uns als „Heid&Hex“ umgeben,  tatsächlich gegensätzlicher Natur oder erweisen sie sich als miteinander vereinbar? Dieser Frage geht es in dieser Rubrik auf den Grund zu gehen.


1  www.wikipedia.org, Suchbegriff Polarität
2: Hegel, Logik 1, 11


Erik


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