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Geheimnisvoller Wollenberg   Teil II

Im oberen Lahntal, nördlich von Marburg, finden sich die Sackpfeifen-Vorhöhen und in deren Osten der Wollenberg, um den sich viele Märchen und Erzählungen ranken.

Eckelskirche

Direkt am höchsten Punkt des Wollenberges liegt die Eckelskirche. Ungeachtet des Namens wird damit eine große Ringwallanlage von 100 m Durchmesser und keltischer oder germanischer Herkunft bezeichnet. Am östlichen Punkt des Walls standen früher einmal drei mächtige Eichen. Von diesen ist nur noch eine übrig geblieben und auch sie ist inzwischen teilweise abgestorben.

An der höchsten Stelle innerhalb des Walles sind merkwürdige Steinstrukturen zu sehen. Nach Ansicht der Heimatforscherin Annelie Theiss könnten sie auf einen germanischen heiligen Ort hindeuten, an dem den Göttern Opfer gebracht wurden. Um das Volk von diesen heidnischen Riten abzuhalten, errichtete man nach der Christianisierung der Gegend in der Ringwallanlage auch eine kleine Kapelle, die Eckelskirche, die dem Ort schließlich ihren Namen gegeben hat. Von ihr sind aber kaum mehr Reste übrig. Die Eckelskirche war demnach – genauso wie die Quernst – eine frühchristliche Höhenkirche. Der Sage nach soll die Kirche zu Michelbach (heute ein Stadtteil von Marburg) aus den Steinen der Ekkelskirche errichtet worden sein.

Auf einem anderen Punkt des Wollenberges, der Bal genannt wurde, hielt die Bevölkerung der umliegenden Dörfer alljährlich am zweiten Pfingstfeiertag ein Fest ab. Die Jugend tanzte um eine riesige Eiche auf einem kreisförmigen Tanzplatz. Dieser Brauch wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges eingestellt und danach nicht wieder aufgenommen.

Auch solche im Wald gefeierten Feste sind nichts Ungewöhnliches. Bei der Quernst wurde ebenfalls von einem großen Jahrmarkt mit Volksfest berichtet, das die Bevölkerung am 3. Mai abhielt. Womöglich gehen sie ursprünglich ebenfalls auf heidnische Rituale zurück.


Verkehrshinweise

Der Wollenberg liegt in Mittelhessen nördlich der Stadt Marburg am oberen Lahntal. Gute Ausgangspunkte von Wanderungen im Gebiet sind die kleine Stadt Wetter (dort befindet sich auch ein Wanderparkplatz direkt am Wald) sowie Lahntal-Sterzhausen oder Lahntal-Caldern. Diese Orte werden auch von der Oberen Lahntalbahn bzw. der Burgwaldbahn im Stundentakt angefahren, Einstieg ist in Marburg.

Die Wege im Wollenberg sind nicht ausgeschildert. Insbesondere die Eckelskirche zu finden ist nicht ganz einfach. Weitere interessante Orte in der Nähe des Wollenberges:

  • Gerichtslinde von Amönau: 350 Jahre alte Sommerlinde auf einem Hügel in der Nähe des Dorfes. Sie ist über 30 m hoch und hat einen Stammumfang von fast 5 m. Diese Linde gilt als eine der schönsten von ganz Hessen.
  • Warzenbacher Heide: Wacholderheide am Paberg bei Warzenbach
  • Wüstung Bambach
  • Ruine der Burg Hollende, eigentlich Hohenlinden. Sie war um das Jahr 1000 Sitz der Grafen des Oberlahngaues, der Gisonen.
  • NSG Homberg: Waldmeister-Buchenwad mit vielen Frühlingsblühern.

Literatur

Heide Göttner-Abendroth: Frau Holle / Das Feenvolk der Dolomiten, Königstein / Taunus 2005
Jacob Grimm: Deutsche Mythologie, Wiesbaden 2003 (Erstauflage 1835)
Rudolf Simek: Religion und Mythologie der Germanen, Darmstadt 2003
Annelie Theiss: Zur Geschichte des Oberlahngaues, in Gestern und Heute – Marburger und Biedenkopfer Land, Heft 4 / 1979, S. 170-72

Fotos © Mara


Mara


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