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Bewusstsein und Dimensionen aus der Sicht der Heiligen Geometrie   Teil I

Im alten Ägypten, aus dem die Kunst der Geometrie nach Griechenland kam, trat der Nil jedes Jahr über die Ufer, überflutete das Land und löschte die von den Menschen geschaffene Ordnung der Ländereien aus. Diese jährliche Flut symbolisierte für die Ägypter die regelmäßige Rückkehr des Chaos, des formlosen Urzustandes aus dem die Schöpfung entstand. Mit dem Rückgang des Wassers wurde die Ordnung des Landes in Abstimmung mit dem Lauf der Gestirne neu definiert. Dieses jährliche Neuvermessen, Geometrie genannt, symbolisierte die Wiederherstellung der Ordnung und der Gesetzmäßigkeiten auf der Erde.

Was ist Heilige Geometrie?

Diese Einteilung des Landes hatte für die Ägypter sowohl eine spirituelle als auch eine physische und soziale Dimension. Das „Messen der Erde“ wurde die Basis einer Wissenschaft der natürlichen Gesetzmäßigkeiten. Nach Galileo Galilei ist Mathematik die Sprache im Buch der Natur und deren Buchstaben sind Kreise, Dreiecke und andere geometrische Figuren. Die Geometrie studiert diese Sprache der Natur um mit ihr zu sprechen.

Und was macht Geometrie heilig? Nach dem Verständnis der Mysterientraditionen verschiedenster Kulturen ist es das Bewusstsein, welches die universellen Formen und Proportionen der Schöpfung betrachtet und sie als Ausdruck seiner selbst erkennt. So wie wir Menschen Ausdruck dieses Bewusstseins sind. Heilige Geometrie ist so gesehen eine spirituelle Pilgerreise in die Welt der Formen und Erscheinungen und in das sich ewig ausdehnende Bewusstsein.


Was sind Dimensionen?

Diese Frage ist nicht mehr so eindeutig zu beantworten, da es verschiedene Sichtweisen und Perspektiven gibt, je nachdem aus welcher Tradition dieses Thema betrachtet wird. Manche sehen Dimensionen eher als Orte an denen sich Wesen wie Engel, Schutzgeister oder Naturwesen aufhalten. Andere wiederum verstehen sie eher als Schwingungsebenen des Bewusstseins.

Und wie viele Dimensionen gibt es nun? Auch hier gibt es verschiedene Konzepte. Im spirituellen Umfeld wird immer wieder von verschiedenen Oktaven und Obertönen gesprochen, die z.B. 144 Dimensionen umfassen.

In der Wissenschafts-Welt gibt es auch verschiedene Ansätze. Edward Witten, ein amerikanischer Physiker und Mathematiker formulierte 1995 mit der M-Theorie einen Ansatz der die Quantenmechanik und die allgemeine Relativitätstheorie vereint. Sie erläutert 11 Dimensionen.

Der deutsche Physiker Burkhard Heim geht in seinem „Neuen Weltbild“ von einer 6-dimensionalen Welt aus, die im Gegensatz zum rein wissenschaftlichen Weltbild, Raum für eine geistig-spirituelle Kraft als Ursprung allen Seins bietet.

Auch die katholische Kirche beschäftigt sich mit Dimensionen. In seinem Buch „Jesus von Nazareth, Bd. II“ schreibt Papst Benedikt XVI: „In den Auferstehungszeugnissen wird freilich von etwas gesprochen, was in unserer Erfahrungswelt nicht vorkommt. Es wird von etwas Neuem, bis dahin Einmaligem gesprochen - von einer neuen Dimension der Wirklichkeit, die sich zeigt. Das bestehende wird nicht bestritten. Es wird uns vielmehr gesagt: Es gibt eine Dimension mehr, als wir sie bisher kennen.“

Ich möchte mich im Weiteren auf ein Dimensions-Modell stützen, welches seit sehr langer Zeit in verschiedenen spirituellen Traditionen dieser Welt bekannt ist. Und welches auch in unserer modernen Zeit gute Dienste tut. Es ist der Weltenbaum mit seinen 9 Dimensionen. So heißt es in der nordischen Edda „... Neun Welten kenn ich, neun Äste weiß ich, am starken Stamm im Staub der Erde...“.

Barbara Hand Clow hat in ihrem Buch „The Alchemy of Nine Dimensions“ altes Wissen um den Weltenbaum, gechannelte Botschaften von den Pleiaden und wissenschaftliche Betrachtungen zusammengeführt.

Der Weltenbaum hat seine Wurzeln, die 1. Dimension, im Zentrum der Erde und seine Krone, die 9. Dimension, reicht hinauf bis in das Zentrum unserer Milchstrasse. In der Maya-Kosmologie entstehen aus diesem Hunab-Ku, dem Zentrum aller Zentren, die 260 Schöpfungsimpulse des Tzolkin, des Heiligen Kalenders der Maya.

Die 6. Dimension des Weltenbaums ist der Bereich der Heiligen Geometrie und der morphogenetischen Felder. Hier werden die kosmischen oder göttlichen Schöpfungsimpulse mit Forminformationen „imprägniert“, die sich dann in der 3. Dimension, dem linearen Raum-Zeitkontinuum, in physischer Form als Menschen, Tiere, Pflanzen, Mineralien etc. manifestieren. Eine kraftvolle und bewusste Verbindung mit dieser Dimension hilft uns z.B. dabei gesund und vital zu bleiben.

Aus der Sicht der alten Kulturen als auch moderner Wissenschaften wie Astrologie und Biologie, ist dieses Universum sehr geordnet aufgebaut. Der englische Physiker Julian Barbour beschreibt in seinem Buch „Das Ende der Zeit“, das Universum als das zeitlose Land Platonia. Er geht, wie Plato, davon aus, dass sich in diesem Land der Jetzte alles aus Urformen bildet, Tetraedern, Würfeln, Dodekaedern und anderen. Nur ein großes ordnendes Bewusstsein kann diese Schöpfung initiieren und lenken. Damit kommen wir zu der nächsten Frage.


Ende Teil I


Rainer Kitza


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