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Bastelanleitung: Wir bauen uns einen Kraftort   Teil II

Ein Flug nach Newgrange, ein Besuch in Stonehenge, ein Abstecher zur Cheopspyramide oder bloss ein Kurzbesuch am Skorpionstein. In unserer Zeit der Mobilität sind Kraftorte, über den ganzen Globus verteilt, für viele der Interessierten mehr oder minder einfach zu erreichen. Aber muss das wirklich so sein? Ist das Gras woanders immer grüner??

Sollte all das nichts nützen und der Platz fühlt sich immer noch unzugänglich oder unfreundlich an, dann ist es am sinnvollsten den Rückzug anzutreten.
Wesentlich einfacher ist es, wenn man vom ausgesuchten Platz willkommen geheißen wird. Dann geht es schlichtweg nur darum, sich gegenseitig gut kennen zu lernen. Für mich war es immer am einfachsten den Vorgang genauso zu betrachten, wie eine Freundschaft. Deshalb verändere ich frei zugängliche Plätze auch eher ungern. Ein Steinkreis mag wunderschön sein, so wie es auch der Ritualkreis am Himmel ist, aber für die Arbeit in der Natur ist es schlichtweg nicht nötig ein mehr als deutlich sichtbares Leuchtfeuer zu entzünden. Aufmerksamkeit ist in diesem Falle nicht immer von Vorteil.

Wenn ich mir einen Tempel einrichte, dann ist das ähnlich, nur dass ich da zumeist die Wesenheiten, die darin wohnen sollen/können, erst einladen muss. Aber auch da sollte ich mir sehr sicher sein, mit wem ich zusammenarbeiten will und mit wem nicht. Auch macht es Sinn sich zuerst so gut es geht zu informieren, bevor man jemanden oder etwas zu sich nach Hause einlädt. Der Preis für die Reise- bzw. Verköstingungskosten könnte ansonsten schlichtweg zu hoch werden um ihn bezahlen zu können (oder man könnte auch einfach nicht so viel investieren wollen!).
Auch werde ich den Platz für meinen Tempel nicht nur nach rationalen Grundsätzen auswählen. Es macht im Katzen- und/oder Kinderhaushalt einfach keinen Sinn ein Zimmer zu verwenden, das allgemein zugänglich ist. Für manch einen mag es durchaus gangbar sein, Kinder in Rituale Zugang zu gewähren (und es gibt auch in meiner Welt etliche Rituale, wo das durchaus möglich und sinnvoll ist) aber es stört die Konzentration meiner Erfahrung nach doch erheblich, wenn die Ressourcen für rituelles Procedere noch zusätzlich mit dem Bewachen von Altarblumen, den diversen Kerzen und anderen offenen Flammen, Trank- und Speiseopfern etc.  belastet werden. Natürlich liegt das alles im eigenen Ermessen, aber die Praktikabilität sollte meiner Ansicht nach immer ganz vorne auf der Liste stehen…

Steinkreis by Rothani

Wie schaut die Interaktion aus?

Am Kraftplatz im Freien begegne ich der Natur und ihren Wesenheiten und genauso benehme ich mich auch. Ich hinterlasse Opfer, die von der Natur aufgenommen werden können, wie z. b. Früchte. Räuchern wird oft gerne angenommen und Trankopfer ebenso.
Am wichtigsten aber ist die, schon erwähnte, energetische Komponente. Die Energie eines Platzes verändert sich mit der Zeit, wenn diejenigen die ihn „bespielen“ den Platz lieben, ihn schätzen und so mit Energie versorgen (und natürlich auch, wenn sie das nicht oder nicht mehr tun…). Jedes Ritual, das dort gemacht, jede Meditation und auch einfaches Besuchen  nährt den Platz und stärkt die Verbindung.  Eine gewisse Grundenergie haben solche Plätze aber so gut wie immer – sie sind ja schließlich in der Natur und aus der Natur, durch Pflanzen, Tiere und auch Wesenheiten und Mutter Natur selbst.

Beim Tempel ergeben sich durch die meist fehlende Naturkomponente (wer kann seinen Tempel schon genau auf energetischen Punkten bauen, wie es bei unseren Vorfahren noch üblich und möglich war) ein wenig andere Verhältnisse. Draußen ist es nicht so schlimm, wenn andere Besucher den Platz frequentieren, solange sie ihn nicht zumüllen. Im Tempel sollte das tunlichst vermieden werden, weil das Energiegefüge doch heikler ist. Meist ist es die schwächere Verankerung, weil die Zeit einer menschlichen Arbeitsspanne im Vergleich zur Natur kaum erwähnenswert ist. Die Energie, die der einzelne Magie/die einzelne Hexe sammeln kann ist im Vergleich minimal. Selbst größere Gruppen oder Logen, die über einige Generationen am und im selben Tempel arbeiten sind kaum in der Lage sich mit den energetischen Größenordnungen von Mutter Natur zu vergleichen.
Im Tempel läuft also gerade am Anfang der Tempelgeschichte ein sehr großer Teil der geleisteten Arbeit in die Erschaffung und Etablierung des Tempels selber. Wenn das aber sinnvoll erledigt ist, dann haben beide Räume ihre Berechtigung.


Trotzdem gibt es einen Unterschied

Wie ich schon kurz erwähnt habe, sehe ich den kleinen aber feinen Unterschied im „Leuchtfeuereffekt“.
An frei zugänglichen Plätzen im Wald oder auf anderem öffentlichen Grund wirken rituell oder auch materiell ausgestaltete Räume wie ein Leuchtfeuer, wohingegen rituell  energetisierte Orte ohne materielle Auffälligkeiten eher einen Tarnmodus zu haben scheinen. Heute scheinen sich besonders Vandalen tätlich beweisen müssen. Vielfach ist es schlichtweg Dummheit (Wachsreste, die auf Steinen kleben, Reste von Lagerfeuern, Müll, Flaschenscherben, Teelichtreste oder „Opfer“ die Wildtieren absolut nicht zuträglich sind). Oft aber auch unwissende Zerstörung, wie z. B. das Feuermachen in Steinschalen, die darunter natürlich ob der Hitze massiv leiden … Je weniger also an einem besuchbaren Platz verändert wird und nach menschlichem Eingreifen aussieht, desto besser.

Wohingegen im Tempel auf Privatgrund die Ausgestaltung die Arbeit massiv erleichtern kann. Energien ankern sich an Dingen und an materiellen Symbolen und damit erleichtert sich der Zugriff um ein Vielfaches. Der Tempel ist zunehmend beseelt und jeder, der ihn betritt oder in ihm arbeitet, trägt zu dieser Beseelung bei.


Anufa


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