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Feeling weriwell in Cornwall   Teil II

Ein kurzer (und hoffentlich auch kurzweiliger) Reisebericht aus dem Lande der Pixies, Knockers, Mermaids und anderen gar söltsamen Bewohnern aus dem Jahre 2008 vom KaBä und dem botanischen Magister

Part Thrii : Smugglers and Pink Fairies

Und schon ging es weiter - diesmal führte uns unser Weg in ein kleines Hafenstädtchen namens Polperro; vom welchem wir aus dem Reiseführer zumindest wussten, das man außerhalb des Ortes parken müsse, da die Straßen dort nicht für PKW geeignet wären - SIC!

So machten wir uns denn schon sehr früh am Morgen auf, fanden den im Reiseführer erwähnten Großparkplatz fast verwaist vor und machten uns auf den Weg in das Städtchen hinein. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und wir traten ein in ein malerisches, einsames Hafendorf; bevölkert von netten Einheimischen, die ihre morgendlichen Besorgungen machten. An einem Pub namens Blue Peter (so heißt übrigens die englische Version von "Die Sendung mit der Maus" - "Wea´r closs´t, butt if you will havn´de caffö, i kutt brü you wann änn you heff to sit au´sid!" (Übersetzung für nicht mundsprachlich Begabte: Wir haben geschlossen, aber wenn sie einen Kaffe möchten könnte ich ihnen einen machen, sie müssten dann nur draußen Platz nehmen) schlürften wir einen Kaffee im Freien und genossen die Stille Atmosphäre des Hafenbeckens, in welchem die Fischerboote leise vor sich hin dümpelten.

Wir beschlossen, das Schmugglermuseum zu besichtigen, welches gerade seine alten, schwarzen Holzpforten öffnete und wurden von einer freundlichen Dame darüber aufgeklärt, dass das Leben hier pä.t.t. (also prä-tourism-time), ein Hartes gewesen sei; wie uns auch die sehr aufschlussreiche Ausstellung bestätigte. Als wir jedoch das Museum eine Stunde später verließen, passierten wir mit dem Museumseingang offenbar eine uns zuvor verborgen gebliebene Zeitschleuse, die uns ohne Verzögerung (und ohne Vorwarnung!) in Polperros post-tourism-time (po.t.t.) schleuderte: Menschenscharen wurden in sogenannten "Shuttle-Bussen" und "Horse-Waggons" zuhauf in das Dörfchen gespült, die sich - ob der engen Gassen und den plötzlich wie von Zauberhand entstandenen (um Ulrich Holbein zu zitieren: nippinfizierte!) Läden und Shops - nur langsam und zäh verteilten. Eine geschlossene Reisegruppe von etwa 30 Personen erregte dabei unsere besondere Aufmerksamkeit, als versuchten ihre Muttersprache zu eruieren. Nach einigem Raten; Usbekistan? Kirgisien ? oder doch eher schottisches Hinterland ? - war klar: Deutsche, die englisch parlierten - aber mit schwäbischem Akzent!

Unser Fluchtinstinkt war nun geweckt - aber auch die unstillbare Neugier, was an gar wunderlichen Dingen in jenen Shops und Läden feilgeboten würde. Dabei wurden wir wie magisch von einem ständigen Glöckchengeklingel angezogen, welches sich anhörte, wie wenn eine stoische elektronische Elfe ebenso elektronischen Elfenstaub wahllos verstreuen würde. Das Geräusch wurde immer penetranter - wir näherten uns wohl seiner Quelle ... ARGHHHH! :

Nachdem unser abgestürztes Sehzentrum einen Kaltsstart vollzogen hatte, sich die Stäbchen und Zapfen der Netzhaut einem essentiellen Re-Boot unterzogen hatten und unser verarbeitendes Nervensystem wieder online war, bot sich uns folgendes Bild (und über der Eingangstüre hing kein Schild : "Die, Die Ihr hier eintretet usw."):

PINK!!! Pink!! Pink. Zuckersüße pinke Elfen, rosa Elfen, Elfen in Socken, Rosenelfen, Elfenpilze (Schrrrinnnk, Schrrrinnk, Schrrrinnk - Elfenstaub auf unser Haupt!); Wandelfen, Gartenelfen, Elfenstatuen ... ein paar Schritte weiter: Elfenkonfekt, Elfenschololade, Elfeneis - ElfenKEKSE!!!

Roboterhaft bewegten wir uns durch den Laden, ständig sahen wir uns der Gefahr einer Überreizung durch Farb- und Geräuschsensationen ausgesetzt; Elfen, wohin das Auge blickte, selbst in Lebensgröße ... doch halt! ... Hinter der Ladentheke wurden wir der Besitzerin des Ladens gewahr: Eine rundliche Mittsechzigerin im pinkfarbenen Bodysuit (Marke Mastgans in Frischhaltefolie), der nichts verbarg; zarte rosa Gazeflügelchen auf der stabilen Rückenpartie befestigt, ein güldenes Krönchen im Haar sowie die unvermeidlichen pinkfarbenen KäferWackelpompoms, welche Insektenfühler simulieren sollten. Die Krönung: Nachdem Elfenglöckchen an Ihrem roseefarbenen Tütü erklangen, entschuldigte sie sich mit einem honigsüßen Lächeln und führte ihr pinkfarbenes Handy an ihr gummiertes Elfenohr.

Ich weiß nicht, wie wir aus dem Laden und zu unserem Wagen gekommen sind, geschweige denn, welchen Weg wir nahmen - ich weiß nur noch, das wir irgendwo in einem Waldstück unser Bewusstsein widererlangten ...


Part Four : Pixie´s Trick´s and Wellnass

Nach einem stärkenden Frühstück am nächsten Tag (Eggs & Bacon, Baked Beans, Tomatoes, Sausages, Potatoe Fritters and Brown Toast, kurzum volles Programm) gings es wandernder weise weiter zum Chun Castle, einer wahrhaft verwunschenen Hügelfestung, um deren Rund wir spürten, das an diesem Ort wohl cornische Pixies ihr Wesen trieben. Nach einiger Zeit des Herumstöberns entdeckte Ricky den dazugehörigen Chun Quoit, der auf kurzem Wege von der ehemaligen Festung zu Wasserfallerreichen war. Natürlich mussten wir den von der Nähe aus betrachten und begaben uns auf direktem Wege dort hin. Etwa mannshoch lag der Deckstein auf den 4 Stützsteinen, im Inneren konnte man eine kleine Wasserstelle erahnen – allerdings war dies nach mehreren Monaten Dauerregen keine Überraschung. Letztere jedoch ergriff Ricky, als sie sich umdrehte und voller Erstaunen feststellte, das eine weitere Hügelfestung in erreichbarer Nähe zu liegen schien, die ähnliche Ausmaße wie das Chun Castle hatte. Völlig selbstverständlich wollte Ricky Diese ebenfalls erkunden – nur ich wunderte mich ein wenig, vekniff mir aber meine persönliche Wahrnehmung kund zu tun und wir begaben uns dort hin. Die Verwunderung Ricky´s wich Verblüffung je näher wir der vermeintlich anderen Örtlichkeit kamen – schon seltsam, das zwei fast identisch große Überbleibsel so dicht beieinander lagen. Ich konnte mir ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen, als aus den umliegenden Grashügeln leises Gelächter erklang, als ich mein Weib darauf hinwies, das wir denselben Weg, den wir gekommen waren lediglich zurück gegangen waren. Und uns wurde klar, hier hatten die ortsansässigen Pixies ihre Hand im Spiel: Sie hatten Rickys sonst untrüglichen Orientierungssinn in die Irre geleitet und einen spezies-typischen Coup gelandet ... nicht umsonst sprechen die Legenden davon, das sie Menschen aus Jux und Dollerei mehrfach im Kreis laufen lassen können, ohne das Diese es bemerken.

Einen Tag später wurde uns dann auch die tiefere Bedeutung des Begriffes Wellness klar; als wir St. Nectans Glen besuchten. Nachdem wir bei schönstem Sonnenschein gestartet waren, begann es plötzlich auf halbem Wege wie aus Eimern zu schütten und unsere neu erstandenen Regenjacken hatten ihre (paradox klingt es schon) Feuerprobe zu bestehen. Schließlich erreichten wir den Eingang zu St. Nectans Glen, als uns ein Waldgeist in Gestalt eines Rotschwänzchens in persönlichen Augenschein nahm. Nachdem wir uns höflich vorgestellt hatten und unser Anliegen vorgebracht hatten, durften wir („Tschilp, Fiep, Fiep!“) passieren und erreichten nach einiger Zeit die Klause mit ihrem zugehörigen menschlichen Hüter (einem dort seit 25 Jahren lebenden Einsiedler). Beim Abstieg hörten wir schon das Tosen des Wasserfalls, welches vom Geräusch des nun wieder einsetzenden Regens begleitet wurde. In der Grotte angekommen, wurden wir überwältigt vom ihrem Anblick : In jeder freien Nische, an jedem freien Platz waren verschiedenste Gegenstände deponiert; Schmuck, Stofffetzen, Figurinen, kleine Steinpyramiden, geritzte Steintäfelchen und vielerlei mehr, von paganen Mitmenschen dort hingebracht um den Segen des Ortes für ihre jeweiligen Anliegen zu erhalten. Und auch wir brachten unser Schärflein dar und erfreuten unser Herz und unsere Seelen an der besonderen Stimmung dieses Ortes.

Part Pfeif : Wishing Well und Hobbitfeet

So langsam wurde es Zeit für den Rückweg nach Bristol, wo uns Endeder Woche der Flieger leider nach Deutschland zurückbringen sollte. Aber auf dem Wege dorthin wollten wir uns noch einiges Ansehen – unter anderem St. Keyne´s Well, über deren Standort und Bedeutungwir vorher nur sehr wenig in Erfahrung bringen konnten. Doch nach einer (kurzen!) Odyssee auf sog. single track roads, gelangten wir unter der kundigen Führung des Navigators (Anm.d.Verf. = Ricky, natürlich!) tatsächlich zu jener Quelle, die eine Besonderheit darstellt, da sie einer weiblichen Heiligen zugeordnet wird. (So langsam gehen uns die beschreibenden Worte aus, denn dieser Ort war wirklich etwas ganz anderes ...). Es soll an dieser Stelle genügen, eine Steininschrift zu zitieren, welche die Wirkung und Bedeutung der Quelle vor Ort beschreibt:

Saint Keyne was a princess who lived about 600 AD
She laid on the Waters of this well a spell
thus described by Carew in 1602 AD

“The quality that man or wife
whom change or choice attains
first of this sacred spring to drink
thereby the mastery gains.”

St. Neut´s 1

Zum guten Ende unsere Wells-search fanden wir endlich St. Neuts Church and Well, wobei sich der Weg dorthin als äusserst schwierig erwies und der Fotogaphoerin tatsächlich Hobbitfüße bescherte! Bei Wind und Wetter konnten wir dann noch einen Abstecher zu The Hurlers machen; einem dreifach ineinander geschachtelten Steinkreis – um schließlich die letzten Tage in (für englische Verhälnisse) luxuriös ausgestatten Zimmern mit Meerblick des  BayViewInn zu verbringen und deren Küche einige kulinarische Überraschungen zu bieten hatte; wie etwa ein wohlschmeckendes Lamb-Mint-Pie oder einen very spicy Presto-Burger, von fangfrischen Fish & Chips abgesehen (und somit zwei Tage, die unsererm Körpergewicht sozusagen „den Rest“ gaben).

Auf dem Rückweg nach Bristol konnte ich es mir trotzdem nicht verkneifen in Crackintgton Heaven eine Wegzehrung zu mir zu nehmen: ein Cornish Homemade Steak Pie. Die Ingredenzien:
Hackfleisch, Weißkraut und Stampfkartoffeln in süssem Blätterteig; dazu eine süß-saure Marmelade von grünen Bohnen mit Chilli sowie ein Salat von fritierten Bananen, Zucchinie und Artischocken mit Zitronensauce – Deliziös!

SteilküsteAlles in Allem war es ein wunderschöner und sehr erholsamer Urlaub für uns – und wie schon ein bekannter österreichischer Schauspieler der öfteren in seinen Filmen zu vermerken pflegt : „Wir kommen wieder!“


Magister Botanicus


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