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Feeling weriwell in Cornwall   Teil I

Ein kurzer (und hoffentlich auch kurzweiliger) Reisebericht aus dem Lande der Pixies, Knockers, Mermaids und anderen gar söltsamen Bewohnern aus dem Jahre 2008 vom KaBä und dem botanischen Magister

Part One: The Krauts-Bomb

Aus einschlägigen Erfahrungen resultierend begaben wir uns schon recht früh zum Flughafen in Frankfurt, damit wir auch recht zeitig zu unserem Überflug einchecken können würden. Wider erwarten fanden keine Katerstrophen statt und unser Gepäck wurde ohne Beanstandungen angenommen; die Bordkarten in der Hand begaben wir uns umgehend zum frühmorgendlichen Sicherheitscheck. Leider hatten wir vergessen, bei den zuständigen Behörden (BND, FBI und CIA) die mitgeführten hessischen Delikatessen zu deklarieren und eine Geschmacksprobe abzugeben. Von zwei Polizisten eskortiert wurden wir dann in ein Séparée geführt, inquisitorisch befragt und leibesvisitiert, da die von uns mitgeführten 3 kg Sauerkraut und ein Kilo Rotkraut als waffenfähiges Material eingestuft wurden – man stelle sich vor: Eine Kraut-Bombe, begleitet von der zerstörerischen Wirkung von 5 Thermit-gefüllten Mett-Enden detoniert im Passagierteil eines Passagierflugzeugs in 10000 m Höhe, nachdem die Piloten mittels einem mit Wacholderbeeren gespickten Kasseler Rollbraten zu einer Kursänderung in den Flugraum über das Berliner Regierungszentrum gezwungen wurden – und die entsprechenden Schlagzeilen in der SUN: „Krauts bombing again! Börlin destroyed and fouled by German Kraut-Bomb Terrorists” .

Part Too: Klecksing at Madrons Well and other visitations

2Nach unserer Ankunft ging es zunächst zu Madrons Well, einer der vielen heiligen Quellen in Cornwall. Wunderschön restauriert und noch immer von paganen Mitgliedern unserer Gesellschaft geehrt und genutzt. Allein während unseres Besuches konnten wir uns mit ca. 10 Personen unterhalten, die dort kleine Rituale abhalten oder gruppengeführten Schulklassen beobachten, denen die pagane Vergangenheit dort vor Ort nahegebracht wird. MB wurden an besagter Quelle wunderschöne Inspirationen zu Teil, die er mittels Klecksographien zu Papier brachte. Eine weitere Wanderung brachte uns zu den Nine Maidens (einem Steinkreis), der Ding-Dong-Mine (einer ehemaligen, nun ruinierten Überresten, einer der vielen cornischen Zinnminen) und dem Men-An-Tol (einer neolithischen Anlage, in deren Zentrum sich ein großer Lochstein befindet).

1Des weiteren machten wir sehr schöne und lange Wanderungen u.a. in verschiedenen öffentlich zugänglichen Gärten, die uns mit ihrer Ausstattung und Anlage verschiedenste Ahhs! und Ohhs! über die Lippen kommen ließen. Und schließlich nahmen wir- endlich! – die Gelegenheit wahr, uns den berühmten Mount St. Michaels anzuschauen; nicht ohne voller Freude zu bemerken, das cornische Fährmänner einen besonderen Humor besitzen, denn in unserem Fährboot war ein Schild angebracht, welches die zu Fährenden über die Gebühren des Übersetzens informierte:

4

 

Fees:
Adults 3 pound
Children 1 pound
Babys, sheep and goats 50 Pence (each)
Mermaids and Pixies free
No refund!
If the fee is not paid, you were forced to leave the boat, in that circumstance i apologise for any inconvenience and advice you politely to swim.

1

 

 

Ebenfalls in der ersten Woche konnten wir an einer Aufführung im berühmten Minnack-Freiluft-Theater beiwohnen und uns mit den Gepflogenheiten der britischen Auffassung eines gelungenen Theaterabends bekannt machen. Man gab „Henry V“, dargestellt von einer Shakespeare-Company; Einlass war gegen 17 Uhr, der Beginn war auf 20 Uhr angesetzt – was uns zunächst sehr verwunderte. Nachdem wir in jenem Minnack – welches einem antiken Amphitheater nachempfunden ist – unsere Plätze einnahmen und uns doch sehr über die anderen, mit mehreren Plastiktüten bewaffneten, Besucher gewundert hatten, entspann sich während der folgenden drei Stunden so manches Gespräch mit unseren direkten Platznachbarn und erleuchtende Aufklärung. Zunächst wurden dicke Sitzkissen ausgepackt und platziert (keine schlechte Idee, wenn man direkt auf Stein oder Grassoden sitzt), danach wurde die den Temperaturen und Wetterverhältnissen entsprechende Kleidung drapiert sowie zusätzliche Regenkleidung, Schirme u. ä. an strategisch günstigen Positionen deponiert. Nun wurden Wein-, Champagnerflaschen oder profane Softgetränkbehältnisse lautstark geöffnet, deren Inhalt mit viel Hallo ausgeschenkt und sich kollektiv zugeprostet. Danach kamen die mitgebrachten Schlemmereien zum Einsatz: Hähnchenkeulen, Coleslaw, Sandwiches, Spareribs – in den Logen wurden stilecht Käse, Obst, 5-Minuten-Terrinen, Pizza oder gar Heißgerichte serviert – und eine gefräßige Ruhe umhüllte die Innereien des Theaterrunds. Gegen 19.00 Uhr wurde der mitgebrachte Kaffee konsumiert und um 19.15 Uhr leerten sich die Sitze aus biologischen Gründen („If nature calls, you have to answer!“) – und in absoluter Stille begann dann pünktlich um 20 Uhr die Vorstellung. Die Handlung des Stücks wird als bekannt vorausgesetzt – und war wirklich sehr gut umgesetzt; was daran lag, das sich die Akteure (besonders dem Hauptdarsteller) an dem Screenplay von Kenneth Brannagh orientierten. Ein gelungener und informativer Abend!

Abend
Ende Teil I


Magister Botanicus


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