Leylines – gibt es sie oder gibt es sie nicht?

Jeder, der sich mit der Geomantie von Landschaften auseinandersetzt, kennt den Begriff der Leylines, und jeder versteht darunter etwas anderes. Der kleinste gemeinsame Nenner scheint zu sein, dass es sich bei einer Leyline um eine lineare Struktur in der Landschaft handelt, die mindestens drei markante Orte so verbindet, dass man auf einer Landkarte eine Gerade exakt durch diese Punkte zeichnen kann.

Definition

Zitat Wikipedia
Ley-Linien bezeichnen geradlinige Aufreihungen von Landmarken, wie z.B. Megalithen, prähistorische Kultstätten und Kirchen.
Sie leiten sich von angeblichen oder tatsächlichen Aufreihungen englischer Ortschaften mit der Endung "-leigh", "-ley" (altenglisch für Lichtung, Rodung) ab. Ihre Existenz wurde zum ersten Mal 1921 von dem britischen Hobby-Archäologen Alfred Watkins vorgeschlagen.
Ihre Erklärungen sind umstritten und werden von der Wissenschaft üblicherweise abgelehnt.

Ein Erklärungsversuch lautet, dass diese Linien auf ein prähistorisches System der Landvermessung hinweisen, das auf astronomischen und religiösen Grundlagen beruhen soll. Auch gibt es Theorien, die auf angeblichen Kraftfeldern oder Erdstrahlungen beruhen; diese Theorien beinhalten häufig Geomantie, Wasseradern und (außerirdische) Raumschiffe.

Diese Theorien sind als pseudowissenschaftlich einzustufen. Die Linien sind statistisch zu erwartende zufällige Anordnungen von Punkten. Je mehr Punkte man zur Verfügung hat, und je weniger exakt die Punkte auf einer Geraden liegen müssen, desto mehr Linien kann man hindurch legen.

Es existiert jedoch keine allgemeingültige Definition, wie eine solche Linie zustande kommt, und welchem Zweck sie dient. Der Begriff selbst wurde in den 20er Jahren von dem englischen Geschäftsmann Alfred Watkins geprägt, der im Alter von 66 Jahren in visionärer Schau so genannte Alignements (= geradlinig ausgerichtete Elemente) in seiner Heimatlandschaft Hereford entdeckt hatte: alte Feldgrenzen, Straßen, Hohlwege, Kirchen, Brunnen, stehende Steine, prähistorische Erdwerke oder prominente Hügel schienen ihm wie auf Knotenpunkten eines unsichtbaren Netzes planmäßig im Land angelegt. Die schnurgerade Ausrichtung mancher Stationen eines solchen "Netzfadens" war so präzise, dass sich über viele Kilometer, über Hügel und Bäche hinweg, kein Meter Abweichung feststellen ließ.


Die Ley-Theorie von Alfred Watkins

Watkins war nicht der erste, der dem Phänomen linearer Landschaftsstrukturen nachging. Seine Studien, die er 1925 in dem Buch "The Old Straight Track" zusammenfasste, wiesen ihn jedoch als den konsequentesten Forscher aus. Die Bezeichnung "Ley" wählte er, da viele Namen von Orten, die er auf den Visierlinien fand, diese aus dem Sächsischen stammende Silbe enthalten (z.B. Coxley), was etwa "gerodetes Land" oder "Wiese" bedeutet und das keltische Wort Llan ("heiliger Hain") zur Wurzel hat. Watkins hielt die Leys für alte Handelswege, die der Einfachheit halber in schnurgeraden Linien über das Land hinweg angelegt wurden. Er wies tatsächlich nach, dass einige alte Handelsstraßen streckenweise auf Leylines verlaufen. Auch meinte er, dass früher über die gerade Linien mit Leuchtfeuern über weite Entfernungen hinweg kommuniziert worden sei - für einen weit gereisten Geschäftsmann wie Watkins eine nahe liegende Schlussfolgerung.


Interpretation von Merlin

Dass es das Phänomen der Auffindung der Leylines gibt, ist unbestritten, doch gibt es sie wirklich? Leylines werden nämlich nicht nur mittels Verbindungen auf Landkarten, bezw. in der freien Natur an, ich möchte es mal so nennen, Sichtpunkten gefunden, sondern sie werden auch mittels Wünschelrute oder anderen „Hilfsmitteln“ der Radiästhesie festgestellt.

Hier taucht aber ein gravierendes Problem auf. Das Phänomen der Leylines wird von der Wissenschaft folgendermaßen erklärt:

„Informationen werden über das vegetative Nervensystem aufgenommen und führen zu Reaktionen am Muskeltonus“. D.h. Wenn ich meine Wahrnehmung auf eine konditionierte Information ausrichte, so wird es in meinem Körper zu Reaktionen kommen. Beispiel – wenn ich mich bildhaft auf eine Zitrone konzentriere, sie mir vor meinem „geistigen“ Auge vorstelle, sie auseinander schneide usw. so wird diese „unsichtbare“ Zitrone bewirken, dass es zu einer Speichelvermehrung in meinem Mund kommt. Programmiert man sich auf Linien oder Derartiges, nimmt sie der Körper wahr, ohne dass diese Wahrnehmung ins Bewusstsein dringt. Die Wünschelrute zeigt durch ihren Ausschlag diese unbewusste Wahrnehmung an.

Interessanterweise wurden bisher alle dieser Linien, egal ob Curry, Hartmann oder wie sie auch immer heißen mögen, intuitiv erfahren. Nun wirft sich natürlich die Frage auf: sind diese Linien schon da gewesen, oder sind ein Konstrukt des einzelnen „Forschers“. Ebenso interessant ist in diesem Zusammenhang dass Watkins, ein Engländer, Curry und Hartmann, deutsche Ärzte, einen komplett unterschiedlichen Zugang zu diesen Linien hatten. Die deutschen Radiästheten fanden nämlich ursprünglich die Leylines nicht, während sie „ihre“ exakt ausgerichteten Linien sehr wohl fanden, und auch umgekehrt, Engländer fanden weder Currynetz noch Hartmann Linien. Deutsche Gründlichkeit gegen mystisches Weltbild? Sobald aber Engländer, sowohl als Deutsche in die „Schule“ der jeweilig anderen gingen, fanden auch sie die entsprechenden Linien!

Ein weiteres Phänomen ist, dass Curry- und Hartmann Netz/Linien nicht statisch an ihrem Ort verbleiben, sondern sich sehr wohl verändern. Dies liegt meiner Meinung nach daran, dass die Natur eben ein dynamischer Prozess ist. Weiters ist es dem Rutengeher möglich, durch seine Beeinflussung die Linien in der Wahrnehmung Anderer verschwinden zu lassen, d.h., durch bewusste Konzentration den Rutenausschlag eines Anderen zu beeinflussen, zumindest kurzfristig.

Anscheinend ist es dem Menschen ein Grundbedürfnis die Welt zu erklären, bezw. in kontrollierbare Laden zu sortieren.

Trotz allem wirft sich die Frage auf, was war früher, das Ei – die Linien, oder die Henne – der sie findende Mensch, der diese Linien konstruiert. Meine persönliche Meinung, diesmal war es die Henne. (Oder vielleicht überhaupt, in der Schaffung der Realität?)


Merlin


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