Betreuung gesucht für WurzelWerk's
Exklusivinterview mit Merlin
Dankenswerterweise erklärte sich Merlin bereit, einem unserer WuWe Reporter ein Exklusivinterview zu gewähren, das wir unseren geschätzten Rubrikbesuchern nicht vorenthalten wollen.
 
Pyramide bei Schloss Rosenau, Foto: Merlin

Was ist dran an den "keltischen" Kultstätten
im Waldviertel?

WuWe Reporter: „In deinem ersten Bericht in unserem Internetportal erfuhren wir einiges Interessantes aus der Erdgeschichte des Waldviertels. In diesem Zusammenhang würden wir gerne auch über das Thema „Kelten im Waldviertel“ mehr erfahren:“
Merlin: „Als erstes möchte ich vorausschicken, dass das Waldviertel immer mehr ein Durchzugsgebiet, denn ein Siedlungsgebiet war. Von den Skythen, Etruskern, Kelten, Germanen, Slawen und Ungarn waren viele Völkerstämme, bedingt durch den dichten Nordwald, Durchreisende. Noch heute weisen alte Wege, wie der „sandige Steig“, der von der Donau bis nach Böhmen führte, darauf hin. Alle diese Völker waren Kulturträger, auch die sogenannte „primitive“ Urbevölkerung (siehe „Venus von Willendorf“ ca.28 000 Jahre alt, oder die „Fanny von Stratzing“ ca. 30 000Jahre alt). Oder denken Sie an die unerklärlichen Kreisgrabenanlagen am Rande des Waldviertels z.B. bei Kleinwetzdorf im Weinviertel (ca. 7 000Jahre alt). Alles „Kultstätten“???

WuWe Reporter: „Warum werden dann so viele Plätze im Waldviertel als „keltische Kultstätten“ bezeichnet?
Merlin: „Ich möchte schlicht und ergreifend behaupten, es handelt sich hier um einen Modetrend! Vor ca. 150 Jahren waren dieselben „keltischen“ Kultstätten „germanische“ Kultstätten. Aus einer inneren Sehnsucht heraus nach dem Thema „zurück zur Natur“, das fälschlicherweise den Kelten zugeschrieben wird, streben die heutigen Menschen nach diesem romantischen Bild. Auch die Suche nach den „Wurzeln“ treibt die Menschen dazu.“ WUWE Reporter: Heißt das, dass es gar keine „keltischen“ Kultstätten im Waldviertel gibt?“ Merlin: „Nun, so würde ich das nicht sagen. Wir sollten nur bedenken, dass es seit es Menschen gibt, Plätze mit besonderen Qualitäten verehrt wurden. Auf diesen besonderen Plätzen wurden die formgebenden Kräfte der Natur, die verschiedenen Ausformungen der Schöpfung, für den Menschen erfahrbar. Also, egal welche Kultur gerade „am Zuge“ war.“

WuWe Reporter: „Ich danke für das Interview!“ Merlin versprach uns für das nächste Mal ein Gespräch über die Schalensteine.


 
Teufelstein bei Litschau, Foto: Merlin

Die Schalensteine im Waldviertel
Merlin gewährte unserem (fiktiven) WuWe Reporter ein Interview über das Phänomen der Schalensteine.

WuWe Reporter: „Guten Tag Merlin! Du versprachst uns ein Interview zu den Schalensteinen. Welche Bewandtnis hat es mit ihnen“?
Merlin: „Wie schon in meiner kleinen Geschichte über die Geologie des Waldviertels erwähnt, ist unsere Mutter Erde ein lebendiger Organismus und unterliegt Wandlungen genauso wie wir Menschen. Zwei Theorien haben sich heute durchgesetzt, die die Entstehung der Schalensteine und auch der anderen Gesteinsformationen des Waldviertels erklären. Die Wissenschaft nennt dies, Verwitterungs- und Abtragungsformen des Granitreliefs, naja ein bisserl trocken, aber richtig. Erstens: die meisten Formationen, wie auch die Schalen entstanden durch Erosion. Damit ist auch schon chemische Erosion im Erdinneren gemeint, sowie Wind und Wetter tun das ihre dazu. Zweitens kommt noch ein natürlicher Vorgang dazu. Die Steine liegen ja nicht seit gestern in der Gegend herum. Da sammeln sich Flechten, Moose usw. auf ihnen an. Dann fällt ein Fichtensamen dazu. Wie wir wissen, ist die Fichte ein Flachwurzler und arbeitet mit ihren Wurzeln das poröse Material heraus. „Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer“: Sie erreicht eine gewisse Höhe, dann „hui“ der Wind wirft sie um und eine schöne Schale ist vorhanden.“

WuWe Reporter: „Und wie erklärst Du Dir die Legenden und Geschichten über Opferschalen und Blutschüsseln?“
Merlin: “Wie bereits in unserem ersten Interview erwähnt haben Menschen besondere Ausformungen der Schöpfung, seit Anbeginn der Zeiten verehrt. Da früheste Kulturen dem Kannibalismus und anderen Opferritualen gefrönt haben, liegt der Schluss nahe, dass durch Überlieferung diese Geschichten in unsere Zeit herübergebracht wurden. Nebenbei gesagt, ist das Opfer von tieferer Bedeutung und auch heute wird der Leib Christi und sein Blut rituell verspeist.“

WuWe Reporter: „Nun sagen aber viele Menschen dass die Schalensteine künstlich geschaffen seien.“
Merlin: „ Dies ist nur zu einem kleine Teil richtig. Die meisten Schalensteine sind natürlichen Ursprungs. Sehr wohl wurden sie „nachbearbeitet“. Oft auch nur zu profanen Zwecken, wie z.B. für Pechverarbeitung und zur Ölgewinnung aus div. Samen. Natürlich wurden sie auch für Opferungen herangezogen, wie auch noch heute Menschen Blumen, Fichtenzapfen und anderes aus Gründen der Verehrung unserer Mutter Erde darbringen.“

WuWe Reporter: „Ich danke für das Interview. Nächstes Mal wird uns Merlin in die Geheimnisse des Wünschelrutengehens einweisen.


Merlin


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