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Hunderte kleine Boote nähern sich der Insel, in ihnen tausende
Soldaten in leuchtenden Rüstungen und Gewandungen in feinstem
burgunder und rot. Von deinem Aussichtspunkt auf der Klippe kannst
du im Wind die gellenden Rufe und Schreie der Frauen hören.
Deine Mutter und deine Schwester sind unter ihnen, sie halten flammende
Fackeln und schreien dem Angriff entgegen.
Neben dir stehen Deine
Freunde, Deine Sippe, gelähmt durch
den Anblick der Soldaten, die gekommen sind um den Kern eurer Existenz
zu zerstören, eure Gesellschaft zu zermalmen, gnadenlos zu
töten und zu verstümmeln ohne zu zögern. Dein Schwert
fällt aus deiner schweißnassen Hand auf das sanfte grüne
Gras zu deinen Füßen; als du dich bückst um es
aufzuheben hörst du hinter dir die anderen kommen.
Die Derwyddon, die Druiden, sie kommen und rufen Worte und Flüche,
die nie gesprochen werden sollten. Ihre Arme erheben sich zu den
Göttern, ihre Seelen strecken sich bis zum Himmel in einem
Schrei der Verzweiflung. Deine Haare sträuben sich, als ihre
Schreie lauter und lauter werden, dir wird schlecht, eine seltsame
Energie baut sich in dir auf, du atmest schneller und fühlst
Panik in dir aufsteigen. Die Flüche der Druiden machen die
Frauen noch wilder, ihre Schreie erreichen ein Crescendo und in
einer einzigen Bewegung stürzen sie sich auf den herankommenden
Feind. Mit Schwertern und Fackeln attackieren sie die Soldaten
in ihren Booten und wie eine einzige Welle rennst du mit Deinen
Männern um sich ihnen anzuschließen.
Aber in dieser Stille,
dieser Ruhe vor der Schlacht, siehst du alles und nimmst es in
dich auf: Die Schönheit der Meere,
die Ruhe und Heiligkeit deiner geliebten Insel und die unausweichliche
Zerstörung von allem, was du kennst, allem, was deinen Leuten
etwas bedeutet und heilig ist – zerstört. Ein Kormoran
erhebt sich von der Klippe und steigt in die Luft über die
schreckliche Szene, und auch er sieht eine Zukunft: Leere und Kontrolle,
ein Volk, das eingeengt und oberflächlich wird. Ein Land,
das verwüstet und öde daliegt, abgebrannt und versengt,
eine Insel, deren Magie sich in den Westen zurückzieht, zu
den unsterblichen Ländern. Plötzlich ergreift dich die
Welle und du stürzt auf den Strand zu, das Schwert leuchtend,
ein Schrei entströmt deinen Lungen, du wirst so viele töten
wie möglich und wirst stolz für dein Land und dein Volk
sterben.
Die Frauen haben Hunderte getötet und die römischen
Leichen bedecken den Strand, sie färben den Sand ein grausames
Rosa. Aber noch immer kommen sie, mehr und mehr. Der erste Römer,
auf den du triffst ist wie du, jung und angsterfüllt, und
als dein Schwert durch seinen Unterleib sticht, sieht er dir in
die Augen und du fühlst seinen Schmerz und seine Angst, er
fällt auf die Knie und rotes Blut fließt aus seinem
Mund. Er, ein Opfer, wie du selbst, erfüllt seine Pflicht
gegenüber einer höheren Macht, sein Leben, oder deines,
kümmert es ihn? Kümmert es dich? Warum sollte es? Er
verkörpert die Macht der Zerstörung und plötzlich
fühlst du ihm gegenüber Hass! Eine Träne erscheint
in seinem Augenwinkel, aber Dein Hass treibt dich an, du ziehst
dein Schwert durch sein Zwerchfell und er ist sofort tot. Es dauerte
nur ein paar Sekunden. Du ziehst dein Schwert zurück und mit
dem Können eines Kriegers springst du nach rechts. Der Soldat
spürte kaum den kalten Wind deines Schwertes als es seinen
Kopf von seinen Schultern trennte, mit einem Schrei geht dein Angriff
weiter.
Mit glänzenden Schwertern werden deine Männer und Frauen getötet,
die Druiden setzen ihren Hilfeschrei fort, aber es sind zu viele. Als der erste
Druide ermordet wird, weißt du, dass es vergeblich ist. Die Druiden ziehen
sich in ihre Wälder zurück. Dein Volk liegt tot und verstümmelt,
ein Meer von römischen Soldaten dringt weiter vor, sie treiben deine Leute
weiter in den Wald. Du liegst tödlich getroffen am Fuß einer Eiche,
Rauch steigt zu den Wolken als der erste Baum angezündet wird. Nach wenigen
Stunden hörst du die Schreie deiner Leute, als die Römer sie lebend
auf die brennenden Scheiterhaufen werfen, die einst euer heiliger Wald waren.
Ein
einzelner Soldat nähert sich dir, sein Schwert voller
Blut, dem Blut deines Volkes; du kannst dich nicht bewegen, es
gibt nichts mehr zu tun. Du greifst nach der Insel, die du so sehr
liebst und sie antwortet... nicht alles ist verloren, die Magie
wird sich nur eine Weile ausruhen. Das Schwert, dass der Soldat
in dich sticht, ist heiß, er lacht über deinen Schmerz,
aber dann ist Stille. Und als das Tor zum Westen sich dir öffnet,
erkennst du, dass die Magie zurückkehren wird, und wieder
werden Druiden auf diesem Land gehen.
Schwer vorzustellen, aber das ist passiert, es passierte hier,
an den Stränden von Mona, der gesegneten Insel der Druiden.
Der lebhafte Bericht von Tacitus und seine Beschreibung des Angriffs
waren die Inspiration für diesen Bericht. Ich habe Glück
auf dieser Insel Mona zu leben, und manchmal ist das Blutbad, dass
die Römer angerichtet haben, schwer zu glauben. Das Blut wurde
hier vergossen, Leben ausgelöscht, ich glaube manchmal vergessen
wir, was unsere heidnischen Vorfahren durchgemacht haben, und das
Leid, das sie ertragen mussten.
Anglesey
Die Bedeutung von Anglesey in der Einsenzeit ist heute
jedem bekannt, aber was bleibt übrig? Was hinterließen
die Druiden als ihr Erbe, ist ihre Magie jemals verschwunden? Im
Westen von Britannien im alten Königreich Gwynedd liegt,
so könnte man sagen, der wichtigste Ort von ganz Celtica:
das ist Ynys Mon, Mona, oder in der modernen Welt Anglesey, benannt
nach dem Wikinger Ongle.
In starkem Kontrast zu dem Reich von Gwynedd,
dessen steile, mächtige
Berge sich der Berührung des irischen Meeres hingeben, liegt
diese gesegnete Insel. Mona ist die größte britische
Insel und ist bemerkenswert flach, mit Ausnahme des nordöstlichen
Viertels, dessen Hügel 150 Meter erreichen. Der Berg Holyhead
(Caergybi) ist der höchste Punkt der Insel mit 220 Metern.
Auf Monas Fläche von 290 Quadratmeilen liegen einige der fruchtbarsten
Ebenen von Nordwales, und ihre grüne Landschaft sorgt seit
Jahrtausenden für Nahrung und Weideland.
Gluckernde Bäche, verschlafene Flüsse und ruhige Seen
flüstern die Geheimnisse der Insel und bieten Trinkwasser
für Mensch und Tier, während verborgen unter ihren Hügeln
in stillem Schlaf Schätze von Kupfer, Erz und andere Mineralien
liegen, alle hat der Mensch für seinen Vorteil verwendet,
manchmal auch für seine Gier. Die felsigen Klippen im Norden
der Insel bieten Schutz und Brutstätten für Papageitaucher,
Möwen, Wanderalken und andere Vögel. Rote Eichhörnchen
leben glücklich in den Wäldern und Raben beherrschen
die Lüfte. All das ist umgeben von den sanften und manchmal
heimtückischen Wellen der warmen irischen See, gewärmt
durch den Golfstrom.
Für den modernen Besucher ist es ein Park von wundervollen
Attraktionen, Küstenspaziergängen, Wäldern, alte
Hügelfestungen und eine der größten Ansammlungen
von heiligen Orten in ganz Europa.
Trotzdem, die stillen Steine von Mona verbergen ein schreckliches
Geheimnis, ein Geheimnis, das sowohl wunderbar als auch furchterregend
ist. Das Blut derer, die Mona geliebt haben, die ermordet wurden,
wegen ihrer sozialen und religiösen Einstellungen, ihr Blut
befleckt, was einmal eine Insel des Lernens war, eine Insel der
Musik, der Mythen und der Magie. Unzählige tausend fielen
den Schwertern zum Opfer, abgeschlachtet wie Schweine von der
zivilisierten Kampfmaschine Roms.
Many thanks to Emma
Restall Orr for allowing us to translate this article and to
the author Kristoffer Hughes for
writing it. Und herzlichen Dank an Witch2be für die Übersetzungsarbeit!
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