Invokation   Teil II

Ein Thema, das gerade in der Kommunikation mit Göttern oder Wesenheiten, für viele von uns von großer Bedeutung ist. Yvonne Aburrow hat ihre Gedanken zusammengefasst und Anufa die Erlaubnis gegeben, diese fürs WurzelWerk zu übersetzen. Vielen lieben Dank, Yvonne!

Auch muss der Invozierte in einem für die Gottheit zielgerichtet aufnahmefähigen Zustand sein und sich nicht vor einer Besessenheit oder ähnlichem fürchten. Damit muss er in sich selber Vertrauen haben, in den Invozierenden und sich sicher sein, dass dieser die Gottheit am Ende des Vorganges wieder „bannen“ kann. Ich wurde gelehrt, dass eine Invokation zuzulassen ein schrittweiser Prozess ist; die ersten Male bewegt sich die Gottheit nur in den, sagen wir einmal, oberen drei Chakren und es braucht Zeit um weiter in den Körper einzusteigen.

Ganz persönlich gesprochen habe ich mich immer gegen die Praxis gestellt, eine Charge abzuliefern und der Gottheit nicht zu erlauben, durch einen zu sprechen. Es ist nichts Falsches daran eine Charge zu deklamieren um in Fluss zu kommen um dann der Gottheit zu erlauben, zu sprechen. Wenn ich aber nur die Charge liefere und dann die Bremsen ziehe, ist es kaum der Mühe wert die Gottheit zu bemühen überhaupt zu erscheinen.


Wie ich das sehe, gibt es fünf Ebenen der Invokation in „Wicca“

Die erste Ebene ist der leichte Zauber, der auftritt, wenn Küchen und Wein zelebriert werden. Wenn der Priester vor der Priesterin kniet, dann kann er die Göttin gering gradig invozieren und so eine Überlappung der Energie der Priesterin mit der Energie der Göttin erreichen; oder es sprudelt die Energie der Göttin aus ihr heraus. Dadurch ist sie in der Lage den Kuchen und den Wein zu segnen. Wie auch immer, dabei ist üblicher Weise kein Fokus die Göttin voll zu invozieren oder die Äußerungen der Göttin zu channeln. In gleicher Weise kann der Gott, zu Segnung von Kuchen und Wein, leicht in den Priester invoziert werden.

Die zweite Ebene erreicht das Ritual im Herabziehen des Mondes. Dabei ist die Energie der Göttin viel stärker als bei der Segnung von Kuchen und Wein. Es ist auch speziell die Mondgöttin, die invoziert wird. Wieder teilen wir aber eher die Energie der Göttin mit den anderen Ritualteilnehmern als dass wir die Worte der Göttin übermitteln. (Dasselbe gilt für das neuere Ritual „Herabziehen der Sonne“.) Als Nebenschauplatz gibt es in einigen Mythologien auch Sonnengöttinnen und Mondgötter, damit gibt es keinen Grund das Herabziehen des Mondes auf Priesterinnen zu beschränken und das Herabziehen der Sonne auf Priester.

Die dritte Ebene hat keinen Namen, aber es fühlt sich so an, als ob die invozierte Gottheit gleich hinter einem stehen würde und einem ins Ohr flüstert. Man übersetzt was sie sagt zum Nutzen des restlichen Covens. Der Invozierte und die Gottheit stehen beide in den Gefielden der Götter aber die Gottheit ist nicht vollständig in den Invozierten eingetreten.

Manchmal dauert die dritte Ebene nur sehr kurz, quasi nur als Vorbereitungsphase der vierten Ebene.

Die vierte Ebene ist erreicht, wenn die Gottheit sich im Inneren befindet aber sich noch nicht mit dem Bewusstsein des Invozierten vermischt hat; es ist eher so, als ob sie sich im inneren der Körpers neben einem befinden würde, und ob sie sich bloß die Stimme ausgeborgt hätte um das zu sagen, was sie zu sagen hat. Diese Ebene ist bereits eine vollständige Invokation aber es ist trotzdem wie eines dieser Schreibtischspielzeuge, bei denen sich Öl und Wasser in einer durchsichtigen Kammer befinden und bei denen Öl und Wasser durcheinandergeschüttelt werden können aber sie vermischen sich nicht.

Die fünfte Ebene ist diejenige, in der sich das Bewusstsein der Gottheit mit der des Invozierten vermischt oder ganz damit verschmilzt (Öl und Wasser sind durchgeschüttelt und haben eine Emulsion gebildet). Auf dieser Ebene der Invokation ist es schwierig herauszufinden wo die Gottheit beginnt und man selber endet. Für mich fühlt sich das so an, als ob sie durch meinen Scheitel eingestiegen wäre und ich mich geöffnet hätte um sie einzulassen. Andere haben mir erzählt, dass es sich für sie so anfühle, als ob sie durch ihren Rücken eingetreten wären (das habe ich auch schon erlebt).

Es gibt auch noch andere Ebenen der Invokation, aber die scheinen in „Wicca“ nicht generell praktiziert zu werden.

Die sechste Ebene ist, wenn das Bewusstsein des Invozierten völlig verdrängt wurde, und damit die Gottheit vollkommen die Kontrolle übernommen hat. Man erinnert sich an nichts, was während der Phase in der die Gottheit präsent war, geschehen ist. Ich glaube nicht, dass das eine nutzbringende Praxis ist. Das ist, was augenscheinlich während einer Voodoo Besessenheit passiert und auch in einigen schamanischen Traditionen. In seinem klassischen Reisebericht aus der Karibik, „The Travellers´ Tree“ sagt Patrick Leigh Fermor, dass Besessene sehr wohl ihrer Selbst bewusst blieben, wenn auch vernebelt. Aber zeitgemäßere Beobachtungen von Anthropologen und von Praktizierenden selber konstatieren, dass sie sich an nichts erinnern konnten, was während der Besessenheit geschehen war. Erstaunlicher Weise werden die Praktizierenden im Voodoo immer vom selben Loa „geritten“ – noch eine Praxis, die ich persönlich als nicht nutzbringend ansehe. Es ist aber interessant, dass die Loa den menschlichen Körper über die Basis des Schädels betreten sollen.


Ende Teil II


Yvonne Aburrow


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