Wir Hexen sind einfache Leute   Teil I

Am 13. November 1964 erschien im LIFE Magazin ein Artikel über das Hexentum, geschrieben von einer Hexe und Hohepriesterin - Ray Bone. Wie immer finde ich es mehr als spannend die Meinungen und Sichtweisen von Leuten zu vergleichen umso mehr, da es sich in diesem Fall um eine der Hohepriesterinnen von G. B. Gardner handelt. So hoffe ich, dass diese Übersetzung auch denjenigen, die im Englischen nicht so firm sind eine weitere Sichtweise, diesmal aus älterer Zeit, eröffnet. Viel Spaß beim Lesen!

Ray Bone ist Hausfrau, Altersheimdirektorin und auch Hohepriesterin. Hier gibt sie einen Einblick in die Hexenkunst aus Hexensicht.

Um die Ursprünge des Hexentums zu finden müssen wir eine lange Zeit zurück gehen, tausende Jahre vor das Christentum, zurück zur alten Religion – einer heidnischen Religion. Sie fragen mich, ob wir Heiden sind und die Antwort ist „Ja, das sind wir!“ Ich habe keine Zweifel, dass einige Leute sagen werden „Heiden! Sicher bedeutet das Heiden = ungebildet“ Das ist auch die Bedeutung, die in den Wörterbüchern angegeben wird, aber das Wort stammt aus dem Lateinischen „pagus“ – das einen Landesbezirk bezeichnet. So heisst Heide einfach nur „vom Lande stammend“.
Das Wort „Hexe“ stammt vom anglo-sächsischen Wort „wicca“, das „Weise“ oder „Zauberer“ bedeutet. The wiccan waren Priesterschaft der alten Religion, die einen Sonnengott und eine Mondgöttin verehrten. Untrennbar verbunden mit der Mondgöttin war die Katze, das Symbol des weiblichen Aspekts des Göttlichen.

Wo der Hexenkult existierte, trafen sich seine Anhänger viermal im Jahr um die Mysterien ihres Glaubens zu feiern. Das waren die vier großen Sabbats – Candlemas, May Eve, Lammas und Halloween (oder Samhain, wie es damals genannt wurde, was Sommerende bedeutet). Diese Teilung des Jahres hebt die Fortpflanzungszeiten einiger wilder und domestizierter Tiere hervor.
In den alten Tagen hielt ein „Coven“ von Hexen wöchentliche Treffen ab, bekannt als Esbats. Sie waren teils geschäftlich und teils religiös. Die Hexen waren die Ratgeber der gewöhnlichen Leute. Sie waren Heiler, erfahren im Gebrauch von Kräutern und im Herstellen von Tränken. Zu den großen Sabbaten, wenn sich alle trafen, wurde ein Fest abgehalten um die Geschenke der Götter zu feiern.
Allgemein wurde angenommen, dass die Hexen zu diesen Treffen auf fliegenden Besen ritten, obwohl ich denke, dass der einzige Flug durch die Luft von Hexen in ihrer Vorstellung gemacht wurde. Es gab viele Rezepte für „Flugsalben“ die über die Jahrhunderte überliefert wurden und ganz offensichtlich ruft der Inhalt einiger dieser Salben, so wie Eisenhut oder Tollkirsche, sofern er in die Haut gerieben wird, Trance, Halluzinationen und Fluggefühle hervor. Besen fanden sicherlich in Fruchtbarkeitsriten Verwendung. Hexen tanzten, rittlings auf ihren Besen und sprangen von Zeit zu Zeit in die Luft, der Theorie folgend, dass sofern sie hoch springen würden, auch das Korn hoch wachsen würde.

Wir müssen uns daran erinnern, dass das Christentum von Fremden erstmals nach England gebracht worden war. Augustin, der erste Erzbischof von Canterbury, kam aus Rom und im siebenten Jahrhundert wurde die Kirche von Theodorus von Tarsus mit der Hilfe von Hadrian dem Afrikaner organisiert. William der Eroberer war Christ, aber seine Normannen gehörten vornehmlich der alten Religion an. Sogar die Priester dieser Zeit dienten sowohl den heidnischen Göttern als auch dem Christengott. 1282 führte der Priester von Inverkeithing den Fruchtbarkeitstanz rund um den Kirchhof.
Im 13. Jahrhundert wurde das Hexentum zur Ketzerei erklärt aber es war nicht früher als im 14. Jahrhundert, dass sich die beiden Religionen wirklich in die Quere kamen. Die Schlacht tobte durch das 16. und 17. Jahrhundert, die Heiden lieferten einen ritterlichen Kampf, aber einen, den sie verloren. Die letzten Gesetze gegen Hexerei wurden erst 1951 wieder aufgehoben. Und nun sprechen wir über die Hexen des zwanzigsten Jahrhunderts


Was für Leute sind das?

Nun, wir sind ganz normale Leute, die ihren ganz normalen Berufen nachgehen. Wir sind halbwegs intelligent. Wir haben Doktoren, Lehrer, Geschäftsleute, Bauern, Krankenschwestern, Schauspieler, Büroangestellte und Hausfrauen unter uns. Viele von uns haben vergleichende Religionswissenschaften studiert. Wir versuchen andere nicht zu bekehren, sondern wir ermutigen die Menschen, die unserer Kunst zugeneigt sind. Wir nehmen auch nicht jeden an, der da so kommen möchte.
Es ist schwierig Zahlen zu nennen, weil nicht alle Coven sich untereinander kennen, aber das Interesse scheint zu wachsen. Ich glaube, dass ein Grund dafür ist, dass die Leute die spirituelle Erfüllung die sie suchen in den organisierten Religionen nicht finden.
Warum sind wir Hexen? Der Grund dafür, so glaube ich, ist, dass wir wissen, dass das der richtige Weg für uns ist. Die Craft ist ein Fruchtbarkeitskult: wir verehren die Quelle des Lebens. Unser Gott, immer noch der alte Gehörnte Gott, stellt für uns beides dar, Leben und Tot. Wir fürchten ihn nicht, weil wir an die Wiedergeburt glauben.
Normalerweise treffen wir uns jeden Mondmonat und wir beachten immer noch die vier großen Sabbats.


Ende Teil I


LIFE


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