Das Athame   Teil III

Bevor "Wicca" das Licht der Welt erblickte, spielte das Ritualmesser mit dem dunklen bzw. schwarzen Griff eine eher untergeordnete Rolle in der magischen Welt. Erst durch Gerald B. Gardner wurde das Ritualmesser zum "Standardwerkzeug" einer jeden Hexe, aber auch magisch arbeitenden Heiden. 

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3Gardner verwendete das Wort "Athame" in Anlehnung an Smiths "Arthame" in seinem Roman "High Magic's Aid" zunächst als fiktiven Namen für das Ritualmesser mit dem schwarzen Griff. Offenbar gefiel ihm das Wort so gut, dass er es in seine Religion "Wica" einbaute. Dies wird deutlich, wenn man sich die Urversion des Book of Shadows, dem "ye Bok of ye Art Magical", aus dem Jahr 1949 anschaut. Im Kapitel "Magical Knives" schreibt er (nach der Abhandlung über das "knife with a white hilt"):

"But for the knive with the black hilt.
(Grafik)
Where with to strike terror into the Spirits, and for forming the Circle, it should be made in the hour of Saturn tempered in the blood of a black cat, and kept in black cloth."



Erst in einem (zeitlich) späteren Kapitel ("The Circle") taucht das Wort "Athame" erstmals auf: 
"Having chosen a place proper, take the Sickle or Semitar of Art or a Witches Athame, if thou mayest obtain it, and stick it into the centre, ..."

In "Witchcraft Today" auf Seite 152 (veröffentlicht 1954, Rider & Co. London) schreibt Gardner im Kapitel "Recapitulation - The Witch's Tools": 

"Of course, the average witch does not have a full battery of tools; not all have the sword, for instance. An Athame (witch's knife), a censer, some cord and one or two other tools are quite enough to work with. For initiations the whole battery of tools has, of course, to be present; but these usually belong to the coven."

Die deutsche Übersetzung in "Ursprung und Wirklichkeit der Hexen" (veröffentlicht 1965, Otto Wilhelm Barth-Verlag) auf Seite 145 (Kapitel XIII. Rückblick - Kultgegenstände) lautet:

"Im allgemeinen besitzt eine Hexe nicht alle Kultgegenstände. Ein Athame (Hexenmesser), ein Weihrauchgefäß, ein Gürtel und noch der eine oder andere Gegenstand genügen."

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In anderen magischen Traditionen spielte das Athame ein untergeordnete Rolle. Erst durch Gardners "Book of Shadows" erhielt das "Athame", also das Messer mit dem schwarzen Griff, den Status des wichtigsten Ritualwerkzeugs:

"This is the true Witch's weapon, and has all the powers of the Magic Sword." (Text A + Book of Shadows 1953: First Degree Initiation - Presentation of the Tools und alle folgenden; auch bereits in "High Magic's Aid" Seite 182, wobei "High Magic's Aid" ein fiktiver Roman war und somit keine praktische Rolle spielte).

 
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Aussehen

Es gibt keine allgemeingültige bzw. schriftliche Definition, wie ein Athame auszusehen hat.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass der Griff des Athames aus Holz und dunkel bis schwarz ist sowie eine zweischneidige, möglichst stumpfe, spitz zulaufende Klinge hat, die aus Metall ist. Der Grund, warum ein dunkler Griff verwendet wird liegt darin, dass dunkle Farben besser Energie speichern können.

In verschiedenen Wicca-Traditionen werden Symbole, die im jeweiligen "Book of Shadows" enthalten sind, in den Griff und in die Klinge eingraviert, eingeätzt oder aufgemalt.

Die Symbole stammen überwiegend aus den verschiedenen Fassungen des Clavicula Salomonis. Einige Autoren (Doreen Valiente, Raven Grimassi etc.) schlagen andere Symbole vor, bleiben aber jedoch eine Erklärung über deren Bedeutung mehr oder minder schuldig.

Gardner verwendete diese Symbole mit folgenden Erklärungen:

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Weihe

Nachdem die entsprechenden Symbole angebracht sind, wird das Athame in einem speziellen Ritual geweiht. Hierbei wird das Athame mit der Energie eines bereits geweihten Athames sowie mit männlicher, als auch weiblicher Energie geladen. Danach soll es der Besitzer einen Monat lang Tag und Nacht bei sich tragen. Hierdurch wird es mit dem Besitzer "verbunden".

Nach diesem Monat sollte es entweder auf dem Altar liegend aufgehoben werden oder eingehüllt in einem schwarzen Tuch, damit die Energie, mit der es geladen wurde und die in ihm gespeichert ist, erhalten bleibt.

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Zuordnung

Das Athame wird mit dem maskulinen Prinzip des Gottes assoziiert. Es ist dem Element Feuer zugeordnet (in anderen Traditionen dem Element Luft).

Die Zuordnung zum Element Feuer ergibt sich aus seiner rituellen Verwandtschaft mit dem Ritualschwert. Ein Symbol, das Gardner auf dem Ritualschwert verwendet, entspricht dem hebräischen Namen des Erzengels Michaels, der wiederum dem Süden und dem Feuer zugeordnet ist.


Verwendung

Die Hauptanwendung des Athames liegt darin, die Energie für den magischen Kreis zu liefern und diesen zu beschreiben, die Elementpentagramme zu ziehen und um Energie zu lenken.

11Es wird nicht für Schneidearbeiten verwendet, hierzu dient das Messer mit dem weißen Griff.

Darüber hinaus wird es in dem Ritualteil "Cakes & Wine" eingesetzt. Dies ist eine Segnung des Weins, in dem das Athame in den mit Wein gefüllten Kelch geführt wird, und des Kuchens. Hierbei wird jedes Kuchenstück mit dem Athame berührt. Beide rituellen Akte dienen dazu, die göttliche Energie (des Gottes) durch das Athame auf den Wein bzw. den Kuchen zu übertragen. Die Segnung des Weins stellt keinen symbolischen "Great Rite" dar.

Als eines der acht Arbeitswerkzeuge einer Hexe und als Elementarwaffe kann es auf der astralen Ebene auch als echte Waffe gegen Spirits eingesetzt werden. Mit dem Athame beherrscht man den magischen Kreis.

Sobald der Kreis aufgelöst wird, speichert man die Energie, die während des Rituals nicht verbraucht wurde, im Athame. Dies geschieht durch Visualisierung beim Durchschneiden und Auflösung des Kreises.

 

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Ein sehr altes "Athame" (Ende des 19. Jahrhundert) aus der Sammlung Gerald B. Gardners, im Besitz des Blue Moon Covens

Galen


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