Warum manche Hexen Druiden sind und manche Druiden Hexen   Teil II
Es ist ganz lustig, wirklich. Um über die starke Verbindung zwischen Hexerei und Druidentum zu schreiben, sehe ich mich genötigt gleich zu Anfang von den Unterschieden zwischen Hexerei und Wicca zu sprechen. Einfach um das Ganze rund zu machen, weil es so viele Missverständnisse über diese beiden unterschiedlichen, wenn auch verbundenen, Wege des Heiligen gibt.

Das Hexentum sieht „Alle Götter sind ein Gott und alle Göttinnen eine Göttin ...“ (Dion Fortune) nicht so, obwohl, in der Sichtweise von Anima Mundi, könnte man sagen, dass es so wäre – und wir sammeln sie nicht (Ist das verständlich?? Wenn nicht, dann seid eingeladen die Schlussfolgerungen zu diskutieren.). Immerhin ist Herne nicht Daghdha, der Daghdha nicht Govannon. Die Morrigan ist nicht Breosaighit und Breosaighit nicht die Scáthach.

Hexen sind alle „Solitaries“ (ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zur traditionellen Schule der Wicca) insofern, dass sie nicht gebunden sind, oder dazu verpflichtet Covenrituale zu besuchen. Ein Coven ist ein „Treffpunkt“ sehr ähnlich einem Tempel, einem Heiligen Hain, einem Heiligtum, einem Nemeton. Unser ganzes interaktives Training findet in der genau umschriebenen Covenstead statt, die immer eine Heimat ist, wie der Herd. All das, was damit verbunden ist, wird als besonders heilig betrachtet, obwohl viele der Jahreskreisfeste auf relativ abgelegenen und naturnahen Plätzen stattfinden. Die Trainings im Hexentum, anders als in den Arbeiten, Riten oder Ritualen, sind sehr auf Überlebenstechniken fokussiert (die auch Zauberei inkludieren) und was gelernt wird, ist vornehmlich mündlich weitergegeben. Es ist nicht nötig, dass wir uns in allen Dingen einig wären, weil die Talente einer Person ganz anders angesprochen werden wollen als die einer anderen. Vom jedem Eingeweihten werden viele Aufgaben verlangt, aber das ist im Druidentum auch nicht anders.

Hexen sind geborene Hexen. Das Ritual der Initiation ist die Entscheidung des Individuums, die Linie zu überschreiten und ihr Leben, unter Führung, dem Weg einer Priesterin oder eines Priesters (aus Ermangelung eines besseren Begriffes) zu widmen. Denn sie wurden vom Göttlichen gerufen und haben geantwortet.

Hexen hängen keinem Glaubenssystem an. Im Wort „Glauben“ ist auch das Konzept des Zweifels beheimatet („Ich glaube dass das wahr ist“ impliziert, dass der Sprecher nicht 100% sicher ist). Im Hexentum gibt es nur eine einzige Einweihung. Es gibt Rituale, die die Reise der Hexe durch ihr Training markieren, vollendet im Hohepriester/Elder (immer markiert von einem Ritual des Übergangs), eine Position der Ehre unter Gleichen. Dieser Ritus ist immer eine Anerkennung, dass der Einzelne bis zu einem Grad gelernt hat, an dem er fähig ist, Gelerntes an andere weiter zu geben. Viele bleiben als Elders in unserem Clan – eher wenige gehen ob der Umstände oder großer Entfernung um ihren eigenen Coven zu gründen. Einen starken Grundstock an Elders zu haben, sichert den neu Eingeweihten durch die ersten paar Jahre ihres Trainings (die genaue Anzahl ist durchaus variabel) eine breite Palette an Meinungen. Die Arbeit als Hohepriesterschaft ist zu allererst und am wichtigsten die der Verantwortung und der Widmung an andere Eingeweihte, an den Clan und die Gemeinschaft.

Hexen anerkennen die traditionellen acht Jahreszeitenfeste des Sonnenkalenders und sind unseren Ahnengöttern verbunden. Wir betrachten diese Götter nicht als getrennt von uns oder als allmächtig – Gerade in dieser bestimmten Phase des Ewigen, brauchen sie uns als Alliierte, ob der unberechenbaren Bedrohung jener Spezies an Zweibeinern, von denen wir als „die Blinden“ sprechen. Wir betrachten unsere Göttin nicht notwendigerweise als dreifaltig (Maiden, Mutter und Alte) weil die Morrigan und ihre Schwester sicher ziemlich beleidigt wären, wenn wir das täten. Unsere Götter sind ausnahmslos mit der Erde verbunden, mit ihren unmittelbaren Umweltbedingungen und das Göttliche ist nicht „nach unserem Bilde“ geformt.

Wir haben kein „dreifaches Gesetz“ („wasimmer Du tust, es kommt dreifach zu Dir zurück“) darauf aber zurückzugreifen kann manch einen gerechtfertigten Geis oder Fluch verhindern (und tut es auch).

Wir schwören auch nicht auf die „... und verletze niemanden“-Theorie, weil diese unnötig ist.

Wicca anerkennt nicht die Tiefe eines Geis.

Hexen glauben nicht an die Reinkarnation im herkömmlichen Sinne des Stereotypes. Ich kann hier nur für mich selbst sprechen und für diejenigen, mit denen ich verbunden bin. Bitte versteht, dass nichts, was ich hier mit euch teile verallgemeinert werden kann. Ich bin mir dessen bewusst, dass das Wort „Hexe“ eher ein Oberbegriff als ein Titel ist, wie das Wort „Schamane“ oder „Zauberer“ (so ziemlich die ähnliche Spezies an Praktikern). Genauso wie das Wort „Künstler“ ein Talent, eine Begabung widerspiegelt, ebenso wie das Wort „Poet“, genauso ist es auch mit dem Wort „Hexe“.

Umständlich ausgedrückt ist das Covenenat of the WildWood Gate ein Haufen von Kelten (entschuldigt bitte wieder den Oberbegriff), deshalb sind es die keltischen Gottheiten mit denen wir schwingen und konsequenter Weise verbunden sind. Wir „arbeiten“ nicht mit ägyptischen Göttern, oder den Göttern der Maya, auch nicht mit den Ahnengöttern der Koori, der Chinesen, der Nordmänner, der Hindu, Afrikaner, der Native Americans oder der Maori. Wir wissen, dass diese ebenfalls alle da sind und wir ehren sie auch. Wir lernen, als Teil unsere Trainings, so viel es geht über ihr Leben auf der Erde und zwischen den Sternen, mit wem sie sich umgeben und wie sie verehrt werden, weil wir Respekt haben sowohl für die Unterschieden als auch für die Ähnlichkeiten die es gibt. Wir lernen auch viel über die Invasion der monotheistischen Traditionen in die Psyche, denn die Gedankenformen, die dadurch geschaffen werden, sind mehr als gefährliche Wesen (der grausame Gott, der Teufel, ewiges Opfer und die obligatorische Jungfrau).

In Australien lebend und als Resultat der ursprünglich eingewanderten Vorherrschaft, ist es pure Notwendigkeit die Heiligkeit der Muster der Unsterblichen des Landes zu verstehen, damit wir sie nicht stören oder schwerfällig dahintrampeln.

Ein kurzer Ausflug: in den 70ern erhielt ich den Brief eines Engländers, der ein Magazin für Heidentum der einen oder anderen Art betreute, der vorschlug, dass wenn wir schon in diesem Teil der Welt leben würden, wir doch unser Verbindung zu den „Europäischen Göttern“ fallen lassen sollten und mit den Göttern der Aborigines arbeiten sollten. Das war ein kranker Brief. Lupas, ein Stammesältester, der jetzt in Canberra lebt, sagte vor einigen Jahren zu mir: „Haben diese Weißen nicht genug genommen? Wollen sie nun unsere Magie?“ (Das war eine angewiderte Antwort auf das In-Sein aller originalen Stammesdinge.). Die Kolonisation von Australien war ein barbarisches Stück Geschichte, in der ein Volk von Armut erfasst versklavt wurde in den Gulags eines feindlichen Landes weit weg vom Herd ihrer Ahnen - im Namen der Gesetze und wegen meist erfundener Verbrechen. Hätte irgendjemand daran gezweifelt, dass sie die Geister ihrer Ahnen mit sich gebracht hätten? Als solches ist dieses Land bevölkert mit den Gottheiten vieler Völker ... ein Hund kann im Stall geboren sein aber das macht noch kein Pferd aus ihm!

Die Wege der Druiden die mir über die Jahre begegnet sind, sind nicht diejenigen, die von weißgewandeten alten Männern praktiziert werden, die die Zuständigen dazu überredet haben, Stonehenge zur Windersonnwende für sie zugänglich zu machen. Es ist kein Junggesellenclub der alten Herren, der 1717 in einem Pub gegründet worden wäre, denn gewöhnliche Druiden sind heute lebendig und sie wissen, dass sie Druiden sind. Sie suchen nach Training bei denjenigen die in ihren Augen und in deren Prinzipien sie sich selbst gespiegelt sehen. Was ich über Druidentum weiß ist, dass seine Heiligkeit von der Verbundenheit herstammt und vom Willen, die weißgewaschene, christianisierte Mittelmäßigkeit abzuwerfen, die zurückgeblieben ist. Genauso wie im Hexentum – das Gewand von sowohl Unsichtbarkeit als auch Selbsterhaltung durch die Jahrhunderte der Diskriminierung, der Bigotterie und der Gefahr. Was ich unter Druidentum verstehe ist erdiger Reichtum, das Fehlen der Verleugnung des Wilden von „Schlamm und Blut“ (Bobcat, BDO), die Zyklen von Leben und Tod (die ohnehin eine Einheit sind), seine Künstler und, ohne Rücksicht darauf, was die Akademiker sagen, seine Ursprünglichkeit.


Das WurzelWerk bedankt sich sehr herzlich bei Bobcat für diese Artikelspende!!


Ly de Angeles


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