Hirn is Trump-fffffffffff oder Wenn schon verfluchen, dann aber richtig!!

Zusammen auf ein Ziel hinarbeiten ist durchaus etwas Schönes, gemeinsam ein Ziel zu haben gibt auch ein gutes Gefühl … aber „Trump verfluchen“ ist dafür ein denkbar schlecht geeignetes, wenn mich jemand fragt - wie es auch passiert ist, deshalb gibt es diesen Artikel.

Den Titel dieses Artikels habe ich aus einem Blogbeitrag von Chris Frey  geklaut. Er hat schon etliches gesagt, das ich ähnlich sehe und deshalb nicht nochmals erwähnen werde. Worauf ich mich jetzt und hier beziehen möchte ist, die Zauberei als solche, die für mich das Handwerk hinter einem Fluch darstellt – eben: wenn schon verfluchen, dann aber richtig!

Ich selber bin Hexe und zwar aus der gardnerischen Ecke, was mensch so weitläufig als „traditionell“ ansieht. Zauberei gehört für mich zu meiner Spiritualität dazu und Flüche sind ein (für mich eher unwichtiger, aber nichts dest Trotz!) Teil der Zauberei. Allerdings sage ich gleich dazu, dass meine Weltsicht MEINE Weltsicht und keinesfalls DIE Weltsich einer traditionellen Hexe generell darstellt!


Zauberei ist ein Handwerk

Wie jedes Handwerk sollte auch Zauberei ge-/erlernt sein – Naturbegabungen gibt es natürlich, aber ich schaue mir gerne an, wie eine Naturbegabung ein ganzes Haus von Grund auf sinnvoll, sicher und funktional elektrisch verkabelt, ein 5-Gänge Menü der Haut Cuisine zu Stande bringt oder eine befahrbare Autobahnbrücke konzipiert. Mozart war auch ein Naturtalent aber sein Vater auch Musiker (und zwar ebenfalls ein guter, wenn auch nicht so genial wie sein Sohn) und wieviel Zeit der Wolferl mit Üben verbracht hat, das will heute garntiert kaum mehr jemand auf sich nehmen.

Also lange Rede, kurzer Sinn: Magie ist etwas, das mensch lernen muss, das kommt nicht von allein, einfach so, aus dem Bauch per Inspiration oder „starkem Willen“ oder gar „gerechtem Zorn“. Da kommt durchaus etwas, aber seltenst das, was mensch sich so vorgestellt hätte (falls überhaupt der Intellekt involviert wurde!).
Exkurz: Klar kann jeder „beten“ oder „Fürbitten“, das macht uns ja in unseren Breiten die katholische Erziehung, die z. B. ich in meiner Kindheit genossen habe, schön deutlich. Aber das hat mit Zaubern nur sehr am Rande was zu tun.
Beim Zauber geht es darum dass ich selber für die Dinge, die ich in Gang setze verantwortlich bin, dafür den Preis zahle und die Konsequenzen trage. Chris hat die „Operation Cone of Power“ ja schon genannt. Wenn mensch den Erzählungen glauben darf, dann hat dieser Zauber Menschenleben gefordert und das wäre für mich schlüssig im Sinne von „große Veränderungen – hoher Preis“. Dem folgend wäre es wieder sinnlos, einfach irgendjemand das Leben zu nehmen oder ihn dazu zu bringen es von sich aus zu geben, um einen bestimmten Effekt zu erzielen, das wäre um Ecken zu kurz gegriffen. Jeder muss sich im Klaren sein, was er da tut und dazu bereit sein die Konsequenzen zu tragen – jeder. Den Preis legt das Leben fest, nennt es Karma, Schicksal, Ursache-Wirkungs-Prinzip, Gott, Götter, Wahrer-Wille, etc ppp. Natürlich kann mensch sich jetzt streiten, was der bestimmende Faktor genau wäre, aber das ändert für mich nichst am Prinzip.

Mein Destillat für den Zauberlehrling wäre

  1. Gezaubert wird dann, wenn arbeiten nix geholfen hat (nicht wenn mensch zu faul, zu feig, zu ungeübt etc ist oder es zu langwierig, anstrengend etc aussieht, es „manuell“ zu erarbeiten).
  2. Je unwahrscheinlicher oder „größer“ das Ergebnis desto teurer.
  3. Je größer das Ziel, desto einfacher ist das Lenken der Energie
  4. Je umfassender und unsprünglicher die Motivation desto besser funktioniert der Zauber
  5. Je besser vertraut ich mit der Technik der Magie bin desto passgenauer das Ergebnis je weniger, desto schlimmere Quer- und Fehlschläger

Gleich ein für mich essentieller Einwurf: Die Liste für einen funktionierenden Zauber ist eine wirklich lange und diese fünf Punkte sind nur diejenigen, die am einfachsten zu greifen sind und an denen es am meisten scheitert. Es kommt selten auf einen einzigen Punkt an, es ist meistens die Gesamtheit dessen, was da sein sollte und oft nicht ist.


Ad 1.

Dieser Punkt lässt sich recht einfach verifizieren … Wenn ich die Möglichkeit hätte, das was ich hier zaubern möchte, auf materiellem Weg zu erreichen, würde ich es machen und öffentlich dafür gerade stehen? Das ist quasi das Prinzip, das ich auch bei anderen Entscheidungen, die dann jemand anders durchführen müsste (!) empfehle, Motto „Das sag ich meinem großen Bruder!!“. Rigorose Massnahmen lassen sich leicht anordnen, wenn mensch sie nicht selber auszuführen hat …
Zaubern als Ausweg sich die Hände nicht schmutzig machen zu müssen – ist für mich ein absolutes No-Go. Zaubern, weil mensch selber zu faul ist, weil mensch zu wenige technische Fähigkeiten besitzt und sich die nicht erarbeiten will – kurz wer sich eine Abkürzung herausschinden will – der wird wahrscheinlich keine Freude mit ebendieser haben.

Zaubere ich also beispielsweise dafür, dass dem Vergewaltiger dasselbe passiert wie seinem Opfer … dann wird sich einer finden müssen, der das erledigt. Womit kann ich gut leben – real, nicht in der Vorstellung?


Ad 2.

Wieder ein schön deutliches Beispiel gefällig? Wenn ich ein kleines Rinnsal umleiten will, dann reicht ein Spaten. Wenn ich ein Bacherl umleiten will, dann werd ich schon Steine im neuen Bett aufschichten müssen, um den Bach dort auch zu halten und bei einem Fluss werd ich mir die Baumaschinen kommen lassen müssen und haufenweise Beton.
Wenn ich den Abwasch nach dem Essen mach, dann kostet mich das eine halbe Stunde. Wenn ich mir schon zum dritten Mal neues Geschirr dazu kaufe, weil alles dreckig rumsteht, dann werden wohl (egal wie gut ich koch) kaum mehr Leuts bei mir essen wollen, der Aufwand, den ich hab die Küche wieder sauber zu kriegen (oder wo immer die Teller und Töpfe auch stehen) wird auch heftig sein und meine restliche Wohnsituation wird dadurch auch nicht unangetastet bleiben – also weit abseits der halben Stunde (und Geld hat´s auch noch gekostet).
Natürlich kann ich für einen Lottosechser zaubern – nur der Aufwand, den ich betreiben werde müssen, dass der Zauber auch gelingt, wird ebenfalls nicht ohne sein.

Wenn ich also dafür zaubere, dass niemand mehr das Verlangen hat jemanden zu vergewaltigen, dann wird das wesentlich höheren Aufwand bedeuten als wenn ich dafür zaubere, dass diesen einen Vergwaltiger die Polizei schnappt.


Ad 3.

Wieder am konkreten Beispiel: wenn ich nach Italien will, dann genügt es, egal wo, die Grenze zu überschreiten um in Italien zu sein. Wenn ich aber nach San Michele will, dann erfordert das schon um einges mehr an Planung, Wissen und Aufwand.

Wenn ich dafür zaubere, dass ich interessante Leute kennen lerne, dann ist das wesentlich einfacher, als den Lebenspartner, der auf allen Ebenen zu mir passt. Zweiteres macht um Massen mehr Aufwand und erfordert viel mehr Wissen, Können und Energie, sofern ich überhaupt weiss, wie und was ich wirklich bin, damit ich „passend“ überhaupt ansteuern kann.


Ad 4.

Wenn ich ein Stück Schokokuchen essen will, dann kann es durchaus sein, dass ich lieber keinen Kuchen kriege, weil der Schokokuchen aus ist und ein anderer gerade nicht meinem Gusto entspricht. Wenn ich aber am Verhungern bin, dann werd ich jeden Kuchen essen!

Wenn ich in Not bin und zaubere, dann werde ich „ganz von alleine“ wesentlich mehr Energie dafür bereit stellen und wesentlich erfolgreicher sein, als wenn ich etwas bloß „möchte“. Wie die Mutter, die fähig ist ein Auto anzuheben, weil ihr Kind drunter liegt … für einen Reifenwechsel wäre das sicher nicht der Fall.


Ad 5.

Wenn ich mir ein gesundes und vollwertiges Essen kochen will, dann brauche ich dazu vollwertige Zutaten, die Fähigkeit zu kochen, die Möglichkeit zu kochen und das Wissen was für mich gesund ist.
Warum sollte das in der Magie anders sein?

Natürlich ist das Thema bei weitem auch nicht halbwegs besprochen – aber ich lasse es hiermit einmal bewenden (und wer Interesse an Fortsetzungen oder Vertiefungen hat, der hat ja die Möglichkeit mir das im Blog per Kommentar oder auf fb mitzuteilen!)


Anufa


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