Warum ich Wicca bin   Teil I

Wieder einmal freue ich mich über einen Beitrag aus GastAutoren-Feder. Yvonne hat einen Vortrag für die Unitarische Kirche in Cambridge gehalten und mir erlaubt, ihn für Euch zu übersetzen
. Vielen lieben Dank, Yvonne!

Yvonne hat am 29. März 2016 in der Memorial Church in Cambridge, einen Vortrag gehalten. Sie erklärt darin, was Wicca ist verortet es in der historischen und kulturellen Entwicklung und spricht dann darüber, warum sie selber Wicca ist. Hier findet ihr den Originalmitschnitt und wir bedanken uns bei dir, Yvonne ganz herzlich für die Erlaubnis den Vortrag zu übersetzen und im WurzelWerk zu bringen!


Was ist Wicca?

Wicca ist zu allererst eine Religion in der die Prakitzierenden mit der Welt auf vielen Ebenen interagieren – phyisch, spirituell, magisch und emotional. Initiatorisches Wicca ist grundlegend betrachtet eine esoterische Mysterienreligion in der jeder Praktizierende Priesterin oder Priester ist. Eine Mysterienreligion ist eine Religion in der die Schauspiele der Psyche, durch und für das Wohlergehen der Eingeweihten, durchgespielt werden. Da diese Mysterien oftmals non-verbale Konzepte beinhalten, können sie nicht verbal kommuniziert werden.

Im initiatorischen Wicca gibt es drei Grade. Nach dem ersten Grad ist der Eingeweihte für seine eigene spirituelle Entwicklung verantwortlich (sein eigener Priester). In einigen Gruppen ist die Zeitspanne zwischen erstem und zweitem Grad dafür da, dass dem neu Eingeweihtem vom Coven und der Hohepriesterin/dem Hohepriester geholfen wird, seine Spiritualität zu entwickeln. Nach dem zweiten Grad können sie die Verantwortung übernehmen, anderen bei deren Entwicklung zu helfen. Nach dem dritten Grad sollte die Psyche mit sich selbst im Reinen sein.

Das moderne initiatiorische Wicca hat mehrere Varianten (Gardnerian, Alexandrian und Nachfolger davon) aber sie alle teilen das Festhalten an einer ähnlichen Ritualstruktur und der Praxis der Initiation.

Die zeitgenössische Craft hat ihre Wurzeln einerseits in der Western Mystery Tradition, und sucht andererseits bei den traditionellen Formen der Volksmagie, Volksbräuchen und Traditionen der Britschen Inseln nach Inspirationen. Die Struktur der Rituale bleibt ziemlich konstant aber der Inhalt ändert sich nach den Bedürfnissen und Geschmäckern der einzelnen Coven durchaus gravierend. Einzig die Initiationen bleiben ziemlich gleich, damit sie auch in der gesamten Craft anerkannt werden, sollte ein Covener in einen anderen Coven wechseln wollen. Die einzelnen Coven sind autonom.

Wicca wird in einem heiligen Kreis praktiziert und die meisten Rituale haben ihre Basis in der Western Mystery Tradition. Das inkludiert das Weihen des Platzes, das Ausrichten in der heiligen Geometrie (besonders die vier Richtungen sind dabei wichtig), Sammeln der Kraft, Durchführung des Rituals, Teilen von geweihtem Essen und Trinken und dann das Schließen des Kreises und das Verabschieden der Wesenheiten und Kräfte, die gerufen wurden. Die Covener bringen normalerweise einen Beitrag zum Essen mit.

Die grundlegende Struktur eines Rituals ist ähnlich einer Geschichte. Es gibt eine Einleitung (das Erstellen des Kreises), eine Mitte (der Grund, auf Grund dessen das Ritual überhaupt gemacht wird, ob jetzt um zu feiern oder um magisch tätig zu werden) und einen Schluss (das Schließen des Kreises).

Es gibt acht Feste im Jahr der Wicca: Samhain oder Hallowe´en (31. Oktober) – für uns eine Zeit in der mit den Ahnen kommuniziert wird und wir der Verstorbenen gedenken; Yule (21. Dezember); Imbolc (2. Februar) – zu dieser Zeit gibt es die ersten Knospen und die Natur erwacht wieder; Frühlingstag-und-nachtgleiche (21. März); Beltane (1. Mai) – traditionell wurden die Lämmer auf die höhergelegenen Weiden gebracht und es gab Maitänze und das Springen über das Maifeuer; Mittsommer oder Litha (21. Juni); Lammas oder Lughnasadh (1. August); Herbsttag-und-nachtgleiche (21. September). Die Daten, Praktiken und Bedeutungen dieser Feste richten sich nach Standort des Coven, dem Erscheinen gewisser Pflanzen und nach den lokalen Traditionen der Gegend in der die Covenmitglieder leben. In Australien sind die Jahreszeiten damit beispielsweise genau umgekehrt oder in manchen Gegenden ist erst Beltane sobald der Weißdorn blüht.
Die meisten Wicca praktizieren Magie zur Heilung und um andere ethische Resultate zu erzielen. Die Intention hinter dem Betreiben der Magie ist nicht, dem Universum den eigenen Willen aufzuzwingen sondern den Fluss der Wahrschienlichkeiten ein wenig umzuleiten um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.

Der Zugang der Wicca zur Ethik beruht auf der Wiccan Rede „an it harm none, do what thou wilt“. Ich persönlich denke, dass damit ursprünglich gemeint war, dass es unmöglich ist, etwas zu tun ohne dabei irgendeinen Schaden anzurichten. Damit es es nötig sich sorgfältig mit den Folgen der eigenen Taten auseinander zu setzen. Für meine Begriffe ist der wichtigste Aspekt der Wicca Ethik die Auflistung der acht Tugenden, die in der Charge of the Goddess vorkommen. Das sind Schönheit und Strenge, Macht und Mitgefühl, Fröhlichkeit und Ehrerbietung, Ehrgefühl und Demut. Jedes dieser Tugendpaare sind Pole mit der Aufgabe sie auszubalancieren.
Viele Wicca glauben an Wiedergeburt, mit der Möglichkeit sich zwischen den Leben in einer Region auszuruhen, die als Sommerland bezeichnet wird. Einge glauben, dass der Geist sich den Ahnen anschließt, während die Seele wieder inkarniert.


Ende Teil I


Yvonne


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