Which witch is which witch?   Teil II
Hexen sind eigenverantwortlich - es existieren für sie keine festgeschriebenen Dogmen oder "richtende" Instanzen
Dieser Beitrag ist der zweite in einer Reihe von insgesamt 7 Artikeln, die von mir bereits angesprochenen Gemeinsamkeiten der Hexen behandeln werden. Wie immer werde ich die Thematik aus meiner ganz persönlichen Erfahrung heraus beleuchten.

Ich bin eine Hexe und tu was ich will, weil´s ja keine "Hexengesetze" gibt, die ich befolgen müsste!
Es gibt in meinen Augen tatsächlich keine allgemein gültigen spirituellen oder weltlichen Richtlinien für alle Menschen, die sich da "Hexe" nennen. Bei mir knüpft sich die Sinnhaftigkeit meines Tuns daran, dass ich auch bereit bin, die dadurch entstehenden Konsequenzen anzunehmen und auch bewusst mit ihnen umzugehen.
Gerade in "magischen" Bereichen sehe ich dieses Vorherdenken als besonders wichtig an - nicht weil es bei Menschen, die sich mit Magie beschäftigen wichtiger wäre als bei denen, die sich nur auf materieller "alltäglicher" Ebene bewegen, sondern weil die Gedanken um Konsequenzen gerade hier ungern wahrgenommen werden. Was brauche ich mir schon groß Gedanken darum machen, wenn ich doch nur etwas Gutes bewirken will - scheint oftmals ein Ansatz zu sein. Dafür wäre es aber in meinen Augen notwendig allgemeingültig erkennen zu können, was denn nun "gut" oder "böse" überhaupt ist. Ich denke nicht, dass das überhaupt möglich ist...

Was ist mit der "Wiccan Rede" oder dem "Threefold Law"?
Im Gardnerischen Wicca wurde die "Wiccan Rede" als eine Art Standard für Wicca ins Leben gerufen. Für Traditionalisten mag sie als Leitfaden durchaus angesehen sein - für ALLE Hexen ist sie das wahrscheinlich nicht und für alle anderen Menschen sicherlich nicht. Um sich der "Rede" als Lebensmotto zu bedienen, bedarf es meiner Meinung nach eine mehr als eingehende Diskussion um ihre möglichen Interpretationen...
Genauso sehe ich das "Threefold Law". Ich bin weder der Meinung, dass alles was ich mache genau dreimal zu mir zurückkommen wird, noch davon überzeugt, dass das für eine Mehrzahl der Hexen auch nur annähernd zutrifft. Wovon ich allerdings überzeugt bin ist, dass Aktionen Reaktionen hervorrufen - jede meiner Handlungen auch Konsequenzen hat, jeder meiner Gedanken ein Echo im "All-Einen" hervorruft. Das beziehe ich allerdings strikt auf mich selbst und gestehe anderen durchaus zu, diesen Weg als für sich selbst als nicht gangbar zu erachten.

Die Mächte werden Dich strafen!
In meiner Weltsicht ist kein Platz für strafende Götter, zeigefinderwedelnde Karmawächter oder "gesetzestreue" (Welchen Gesetze treu?) Weltenwächter, die dafür sorgen, dass die Welt nicht aus den Fugen gerät. Wenn mich jemand oder etwas straft, dann bin ich das, meiner Erfahrung nach, in den meisten Fällen selbst - durch die Konsequenzen die meine Handlungen hervorgerufen haben.

Aber im Buch der Schatten steht geschrieben...
Ja, manchmal sieht es fast so aus, als ob es EIN oder DAS "Buch der Schatten" geben würde - meines Wissens tut es das nicht. Es gibt viele "Bücher der Schatten": das BOS (Book of Shadows) eines Covens, welches dann Stück für Stück von den Covenmitgliedern entweder erweitert oder von den frisch Initiierten abgeschrieben oder kopiert wird; das BOS einer Solitary, die ihre Erfahrungen aufzeichnet; das BOS eines Autors, der darin seine gesammelten Sprüche unters lesende Volk bringt. Allerdings bildet dieses BOS für mich nur den Grundstock an "Wissen" aufgebaut durch die Fakten, den Ritualablauf, die Feste etc. So zum Beispiel sollte in einem "Gardnerian BOS" auch die Urfassung der Rituale zu Zeiten von G.B. Gardner zu finden sein (um der Authentizität und Nachvollziehbarkeit Willen). Im BOS einer Solitary kann so gut wie alles zu finden sein, von Eigenerfindungen bis zu kopierten Stellen aus Büchern.
Was ich allerdings noch in keinem BOS gefunden habe, ist DIE Wahrheit - auf der anderen Seite, findet sich in MEINEM BOS MEINE Wahrheit...

Keine Regeln, keine Gesetze!?
Der Verzicht auf allgemeingültige Dogmen bedeutet für mich noch nicht den vollkommenen Verzicht auf Regeln. Meiner Erfahrung nach ist es besonders in der intensiven Arbeit spiritueller Natur sehr wichtig, bestimmte Regeln und Verhaltensrichtlinien zu haben. Was mir dabei allerdings unabdingbar erscheint ist, dass klar gestellt ist, für wen diese Regeln gelten - nämlich NUR für die Gruppenmitglieder selbst, die um diese Vereinbarungen wissen und sie auch wissentlich und freiwillig akzeptiert haben. Nur weil bestimmte erprobte Richtlinien für eine bestimmte Gruppe von Vorteil sind, ist es noch lange nicht möglich oder sinnvoll diese Richtlinien als allgemein gültig zu proklamieren.
Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum es keine allgemein gültigen "Hexenregeln" geben kann und es diese auch nicht gibt. Was es aber auch für Hexen gibt, sind die allgemeingültigen Regeln des alltäglichen Lebens, denen jeder Mensch unterworfen ist - so auch Hexen!

Da muss doch einer was tun!?
Zuerst will ich einige Worte über das "was" verlieren. Nicht selten hört man bei Diskussionen den Ruf, dass es doch möglich sein müsste, Regeln aufzustellen, an die Hexen sich zu halten hätten. Die Gründe für dieses Anliegen sind vielfältig und oftmals durchaus auch für mich nachvollziehbar. Wenn es definitive Regeln gäbe, an die sich jeder, der sich Hexe nennt, halten müsste, dann wären viele Probleme mit einem Schlag beseitigt. Es gäbe keine Diskussionen um "Ausbildungsstandards", öffentliche Meinungsbildung (Hexen bekannt aus Radio, Funk und Fernsehen mit denen sich Otto Normalhex nicht in einen Topf geworfen sehen möchte oder mit denen andere sehr wohl assoziiert werden wollen), Verhaltenscodex etc. - aber wäre das wirklich die Lösung?
Ich sehe, dass engmaschiges Regelwerk auch bin organisierten Kirchen weder Verbrechen einzelner verhindern kann, noch fähig ist Vorurteile Aussenstehender auszulöschen, noch Ängste Nichtbeteiligter zu mildern. Ich bin auch der Meinung, dass Regeln, vor allem, wenn sie wirklich gelebt und befolgt werden, Sicherheit bringen, aber vollkommene Sicherheit wird es wohl niemals geben.
Und nun zum "wer". Da Hexen keine Hierarchie haben, die von allen Hexen anerkannt werden würde, gibt es folglich auch niemanden, der Regeln aufstellen könnte. Also abgesehen von der Frage der Sinnhaftigkeit, der vielleicht zu erstellenden Richtlinien, fehlen sowohl die Legislative, als auch die Exekutive und auch die Jurisdiktion...

Was nun??
Wie schon erwähnt ist Hexe zu sein, für mich ein Lebensstil und eine Weltanschauung. Mein Hexe-Sein bringt mich dazu, mir der Konsequenzen meines Handelns in möglichst großem Umfang bewußt zu sein. Daraus resultiert dann für mich, dass ich nach besten Kräften versuche nicht mehr Schaden anzurichten als unbedingt notwendig und für den angerichteten Schaden ebenfalls noch besten Kräften gerade stehe. Verantwortung für mein eigenes Leben und meine eigenen Handlungen ist für mich eines der wichtigsten Schlüsselworte!


Anufa


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