Betreut von Djehutimes
Keine lieben Kätzchen - Kemetische Katzengottheiten   Teil II

Dass die Vorgänger unserer Hauskatze im alten Ägypten zeitweise ein hohes Ansehen genossen, ist allgemein bekannt. Vor allem die katzengestaltige Göttin Bastet ist Vielen ein Begriff. Auch der Sonnengott Re selbst wird oft als “der große Kater” bezeichnet.
Thanks to: © Gretchen Sveda

Sehr ähnlich und daher nicht nur durch den Namen leicht zu verwechseln ist Menhit.

Bei ihr scheint der Vergleich mit der Uräusschlange noch prägender zu sein, auch wird sie gelegentlich nur als Frau mit Uräusschlange auf dem Haupt dargestellt. Menhit bedeutet „Die Schlächterin“, dem Kampf zugetanen Königen wie Sethos I. scheint sie wichtig gewesen zu sein.

>>>[Ich habe über Menhit einen Falken mit einem Stab gesehen. Obwohl sie total unbeweglich wirkte, sagte sie mir, dass sie „Bewegung“ sei, und Wasser und Luft. Zuerst war sie Löwin mit scharfen Gesichtszügen, dann Frau mit getrennten Gesichtszügen, dunkel und hell. Sie nannte sich auch Bewegung des Kreises und stieß mir ihre Krallen in die Brust. Mein Blut wurde von einer Dienerin mit Schale aufgefangen. Das Leben floss aus mir heraus, bis eine Schlange die Wunde mit einem Biss verschloss.]<<< -Iffi

Pachet ist „die Kratzende“ oder „die Zerreißende“.

„…die mit spitzen Krallen, die große Flamme, die die Beute in der Dunkelheit ergreift. Die inmitten des heiligen Ortes ist…“

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Einige Darstellungen zeigen sie auch als Pavian, ebenfalls ein Tier, das als sehr aggressiv und kämpferisch galt und auch nicht selten in einem ambivalenten Verhältnis zum Panther/Leoparden stand.

Die Aggressivität dieser Göttin kommt auch in anderen ihrer zahllosen Beinamen zum Ausdruck, sie ist diejenige, die dem Feind Entsetzen einflößt; „die Göttin mit den scharfen Augen und spitzen Krallen, die des Nachts Nahrung beschafft“, aber auch die „Göttin am Eingang des Wadi“ und „Herrin der Wüste, die inmitten der östlichen Wüste haust“.

>>>[Ich bin über verwinkelte Pfade in einen dunklen Tempel und zu Pachet gekommen. Sie lag als schwarze Katze mit einem roten Halsband auf einem goldenen Thron und erst als sie es erlaubte, konnten mein Verbündeter und ich uns ihr nähern. Mir hat sie nach anfänglicher Skepsis gesagt, dass sie eine Wächterin der Sterbenden und der Toten sei, dass sie den Toten mitgegeben werde, dass sie darauf achtet dass eine Wohnstatt der Toten auch eine Wohnstatt der Toten bleibe und dass dieser Tempel das Abbild einer Wohnstatt der Toten sei. Pachet verwandelte sich auch in eine Frau, die viel roten Schmuck trug und zeigte mir noch Einzelheiten in diesem Tempel. Als Gegenleistung für die von ihr erhaltenen Informationen gab sie mir eine Aufgabe.]<<< -Lyone

Repit ist eine löwenköpfige Göttin, die erst in späterer Zeit autonom erwähnt wird, vormals wird sie mit Hathor und Isis in Verbindung gebracht, verschmilzt in der Bedeutung und Anbetung aber auch oft mit Sachmet und Aperetiset. Repit ist auch ein Ehrentitel, er bedeutet „Vornehme Frau“.

>>>[Mir erschien eine schlanke, schwarze Katze, die aus Dunkelheit besteht. Und eine Höhle mit einem „katzenartigen“ Eingang, die als Refugium für erschöpfte, zerrissene und fragile Schattenwesen dient, ein warmer, trockener und behaglicher Rückzugsort. Repit erschien ohne Pomp, schwarz, dünn und seidenzart. Fürsorglich beschützt und versorgt sie die Schatten in dieser Höhle, die mehr eine Passage als ein Saal ist. Weiter ließ sie mich jedoch nicht gehen.]<<< -Syba Sukkub

>>>[Ich habe Repit am Nil getroffen. Eine Katze hat mich abgeholt. Die Göttin blieb zunächst im Hintergrund und wurde erst zugänglicher, nachdem ich ihr als Opfer etwas geräuchert hatte. Ihre Form war nicht stabil, aber meist überdurchschnittlich groß, erst nach und nach wurde sie zur Löwin. Auf meine Fragen hin wechselte sie mit mir zu einer Oase, wo sie mir Bäume zeigte, die und deren Früchte anscheinend für Repit wichtig sind. Zeitweise verwandelte sie sich in ein Krokodil, offenbar um mir zu zeigen, dass diese wichtig für sie sind. In der Oase hat sie mir auch ein Pärchen beim Sex gezeigt. Auch das schien wichtig zu sein. Es hatte etwas mit Befruchtung und Beseelung zu tun, der Akt war ansonsten eher emotionslos. ]<<< -James Vermont

>>>[Der Schatten, Schut, ist nach kemetischer Ansicht ein Teil der Seelematrix. Wie andere Seelenaspekte („Teile“) geht idealerweise auch der Schut ins Totenreich um sich mit dem Ba zu vereinen. Vielleicht war es ja das. Die Fürsorglichkeit dieser Göttinnen für die Toten ist jedenfalls typisch.]<<< -Chao

Ruti ist ebenfalls ein löwenköpfiger Gott, der oft als zwei Löwen abgebildet wird, als Doppellöwe.

„…auf dessen Rücken die Sonne aufgeht…“

PicsArt_1432323111504Ruti ist insbesondere eine im Totenreich wichtige Gottheit. Er gehört zu den beisitzenden Richtern im Totengericht, hat aber auch mit den Ba-Seelen der Verstorbenen und ihrer Ernährung zu tun.

>>>[Ruti ist mir als alter, behäbiger Löwe in der Wüste begegnet. Er saß neben einem Tor, in das ich nicht eintreten durfte. Was mir auffiel, war sein stechender durchdringender Blick, seine Augen sind ungewöhnlich blau. Er starrte mich nur an. Eine ganze Weile. Dann näherte er sich mir, stellte sich auf die Hinterpfoten und legte seine Vorderpfoten auf meine Schultern. Er war sehr schwer, aber ich empfand keine Bedrohung. Wieder starrte er mich an und blickt mir in die Augen, als wollte er in mich hineinsehen. Jetzt spürte ich Wohlwollen und er machte den Weg frei, dass ich in die Höhle eintreten konnte. Sie scheint in die Duat zu führen. Ich entschied mich aber trotzdem jetzt zurückzukehren.]<<< -Sati

>>>[Ich sah einen prächtigen Löwen aber verwirrenderweise immer wieder auch einen Leoparden. Einen Tempel mit sehr dominanten Säulen. Ich fühlte mich in dieser Atmosphäre nicht wohl, es war stickig und beklemmend und ich wollte am liebsten wieder weg.]<<< -Mandy

Eine sehr bekannte und dominante Löwengöttin ist Sachmet. Ihr Name bedeutet „die Mächtige“, sie ist die Herrin des Zitterns, eine Göttin des Krieges die Macht über Krankheiten und Seuchen hat.

„…deren Pfeil nicht verfehlt. Sachmet, die Macht hat über eine Millionen Gegner…“

PicsArt_1432323407116Wie einige andere vergleichbare Löwinnen gilt auch sie als eine Beschützerin des Königs und Vernichterin seiner Feinde.
Im Kult bedeutsam scheint aber vor allem auch der Heilaspekt gewesen zu sein. Heiler und Ärzte sind des Öfteren auch als Sachmet-Priester belegt. Überhaupt scheint die Popularität der Sachmet zeitweise auch damit zu tun haben, dass man sie sicherheitshalber besänftigte um Seuchen fernzuhalten.

Im Mythos zeigt sich ihre erbarmungslose Kampfeswut auch in der Geschichte, in der sie als Sonnenauge des Re die verräterische Menschheit bestrafen soll. Dabei vernichtet die Löwengöttin wie rasend alle Lebewesen und kann nur durch einen Trick der anderen Götter besänftigt werden, nämlich indem sie Bier rot färben, so dass es aussieht wie Blut, woraufhin sie sozusagen durch Trunkenheit besänftigt wird.

>>>[Meine erste Begegnung mit Sachmet hatte ich im der Ägyptischen Sammlung in München. Damals war die Ausstellung noch in der Residenz es war alles furchtbar eng und sie stand etwas unwürdig an der Wand in einem Durchgang. Ich ging an ihr vorbei und wollte in den anderen Raum, als ich plötzlich magisch von ihr angezogen wurde und stehen blieb. Ich sah sie an und hatte das dringende Bedürfnis zu anzufassen. Das war natürlich nicht erlaubt und ich hatte Sorge ich würde den Alarm auslösen, aber ich konnte nicht anders und berührte sie an der Schulter. Es fühlte sich an, als würde ich an einen Elektrozaun fassen, mich durchführ ein Zittern im ganzen Körper. Der Alarm ging zum Glück nicht los.]<<< -Sati

Ende Teil II


Richard Chao


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