Gods of War

Manche lehnen die alten Religionen ab, weil sie befürchten sich dadurch einer blutrünstigen Ideologie zu verschreiben, deren Götter zahlreiche gefallene Feinde von ihnen erwarten. Doch was steckt wirklich hinter den Göttern des Krieges und wie könnte man den kriegerischen Aspekt von damals in der heutigen Zeit sehen.

Bevor wir über die Götter der Krieger sprechen können, ist es zielführend zu bestimmen, was ein Krieger ist. Viele Menschen unterscheiden heute zwischen Kriegern, Soldaten und Söldnern.
Der Soldat kämpft für sein Vaterland, sich Fragen der Ethik seines Tuns zu stellen ist zweitrangig. In erster Linie geht im Soldatendasein darum, dem Befehl des Vorgesetzten zu gehorchen. Im Vergleich dazu sehen viele den Söldner als jemanden, der in erster Linie für Geld  (und weniger für ein Vaterland) kämpft. Also ein Soldat in der Privatwirtschaft.
Doch was wäre dann ein Krieger? Ein Krieger ist nach einer neuen, alternativen Vorstellung ein Mensch, der für seine Überzeugung, seine Werte und seinem Lebensstil aktiv eintritt (ohne dabei andere missionieren zu versuchen). Er lässt sich nicht unterkriegen und sein Handeln beruht darauf, energisch die notwendigen Schritte zu tun, um frei zu bleiben. Ob und in wie weit Gewalt für ihn ein geeignetes Mittel ist, ist für viele Interpretationssache. Für manche wird der Krieger schon zum Krieger, sobald er seine Werte vertritt. So paradox es sich anhört, aber demnach könnte auch Pazifist ein Krieger sein. Dass Geschlecht dabei keine Rolle spielt, versteht sich hoffentlich von selbst.
Betrachten wir nun den Krieger aus historischer Sicht, sollte klar sein, dass früher ein derartiger Lebensstil ohne „wehrhaft“ zu sein unmöglich ist. Es wäre gewagt zu glauben, dass man bei den alten Völkern, den Feind, der danach trachtet, das Dorf zu plündern und die Frauen zu schänden, mit ein paar netten Worten oder gewaltlosen Widerstand zur Einkehr bringen könnte. Der Griff zum Schwert war ein notwendiger Schritt, um die Sicherheit und auch die Freiheit des eigenen Stamms, der eigenen Sippe und der Familie zu wahren.
Es ist also durchaus logisch, dass die alten Völker zahlreiche Götter hatten, die ihnen die Kraft gaben sich und ihre Liebsten zu schützen. Bemerkenswert dabei ist, dass keiner dieser Götter ein reiner Kriegsgott war. Immer kamen zur Tugend, den Stamm durch das Lenken des Kriegsgeschicks oder des Schwertarms schützen zu können, auch andere Aspekte hinzu. Auch wenn Wotan beispielsweise eine Heerschar in Walhall beherbergt, die mit ihm zu Ragnarök ins Schlachtfeld zieht, so ist er gleichzeitig auch Gott des Wissens, der schönen Künste, der Magie, der Prophezeiung, etc. Bei anderen Göttern ist es ähnlich.


Die Götter

Im germanischen gibt es vier Götter, die ich in Relation mit Kampf setzen würde. Freyja, die vierte im Bunde, wird in diesem Artikel nicht behandelt. Ihr ist ein eigener Artikel gewidmet.
Da eine ausführliche Zusammenfassung dieser drei Götter den Rahmen eines Artikels sprengen würde, fasse ich mich in der Beschreibung der Götter hinsichtlich der Überlieferungen kurz (Jeder kann wohl im Internet und Büchern nachschlagen, um die Hintergründe dieser Götter zu verstehen). Stattdessen konzentriere ich mich besonders auf den Aspekt, wie man die jeweiligen Götter heute sehen könnte und wie ich sie sehe.

WotanWotan
Wotan ist der Götterfürst, zu dem die Krieger einkehren, die am Schlachtfeld gefallen sind. Wotan stellt für mich den Aspekt eines wissenden und klugen Kriegsherrn dar. Er zieht nicht in die Schlacht, er lässt kämpfen und weiß die Geschicke seiner Untertanen zu lenken.
In der heutigen Zeit ist Wotan der Gott, der besonders für Teams wichtig ist, die gewinnen wollen. Überall, wo Menschen bereit sind gemeinsam für ein Ziel einzutreten und dabei auch bereit sind dafür zu kämpfen ist Wotan wohlgesonnen.
Bei den Teams kann es sich um Sportler handeln, aber auch um eine Abteilung im beruflichen Umfeld. Zentral ist für mich, dass die Mitglieder selbst auch etwas für den Erfolg tun wollen und nicht auf die Gaben von Göttern warten.

 

 

Thyr

Tyr

Zu  den Kriegsgöttern wird auch Tyr gezählt. Anders als Wotan scheint er ein Sinnbild für einen Krieger zu stehen, der aktiv im Feld kämpft. Oft wird er mit einem Schwert in der Hand abgebildet (Je nachdem, ob man ihn abbildet, bevor er die Hand in den Rachen des Fenriswolfes gesteckt hat oder danach.
Tyr gilt auch als Beschützer des Things. Ich sehe ihn deswegen auch als den Kämpfer für die Rechtschaffenheit.
Für mich ist Tyr der Gott, der die Menschen unterstützt, die für Gerechtigkeit kämpfen. Tyr hilft dabei, indem er Eingebungen für objektive Gerechtigkeit gibt und denen die Kraft gibt, die sich dafür einsetzen.
Ich sehe in Tyr auch einen Gott, der Menschen hilft, ihren „wahrhaften“ Weg zu finden.


ThorThor
Thor kämpft nicht auf dem Schlachtfeld bei den Kriegen in Midgard. Er ist aber der stärkste Gott und gilt als der Verteidiger der Asen gegen die Thursen, ihre Widersacher. Die Thursen stehen auch für die unheilvollen Naturkräfte.
Thor zeichnet sich in erster Linie durch seine immense Körperkraft aus.  Er ist der Gott, der den Menschen am nächsten steht. Immer wieder besucht er die Menschen in seinem von Ziegen gezogenen Wagen.
Thor ist für mich der Gott, der Menschen hilft, wenn es darum geht  Naturkräfte zu bewältigen und enorme Kraftanstrengungen zu absolvieren.


Freyjatru


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