No future! Warum das Germanische keine Zukunft hat   Teil III
Alles im Eimer? Anfall von Resignation zwischen Selbstkritik und Richtungszweifel? Oder einfach nur Weltuntergangsstimmung?

Kausale Denkfallen
Meine Hypothese: Das beharrliche gedankliche Bedienen (und Handeln gemäß) der Zeitachsensicht negiert Verdandi. Auf deutsch: Es lässt den Zeitpunkt und die Möglichkeit des Handelns verpassen, weil man ihn nicht als relevant oder wirkmächtig wahrzunehmen vermag. Dadurch ergibt sich die Abwesenheit von Skuld, was wiederum bedeutet: Urd wird zur Last, da sich das Sein, das Dasein, das Gewordene – nicht mehr verändert.

Stattdessen drehen sich, so sehr man sich bemüht, nur noch ewig ähnliche, scheinbar beständig wiederkehrende Situationsvarianten im Kreis. Stoßseufzer-Inhalte nach dem Muster "warum ich schon wieder..." oder "warum passiert mir immer..." – "wieso passiert immer mir..." dürfen getrost als Erkennungsmerkmale solcher "schicksalsimpotenten" Zustände betrachtet werden. Das Zeitachsengefühl (geschützt durch seine verinnerlichte, als "zwingend" eingeübte Kausallogik) lässt hierfür keine wirksame Lösung zu.

Das Nornenmodell hingegen erlaubt Gedanken und Ideen, die, da frei von Zukunftsverkettungen, tatsächliche Änderungen ins Auge fassen können, da sie immer und ausschließlich gegenwartsfixiert bleiben: Nur jetzt kommt man ggf. aus irgendwelchen Wiederholungszentrifugen heraus, ggf. mit Gewohnheitsänderungen, die rational wenig mit dem zu tun haben müssen, wo man die Probleme und Ursachen zeitachsenhalber (aber spekulativer, als man meist meint) vermutet. Der Einwand "ich kann aber doch jetzt nicht..." klebt am kausallogischen Irrtum, Ursachen der Lage einschätzen zu können – auf die man aber bezeichnenderweise nicht genügend Zugriff hat, da irgendein Aspekt immer in der Zukunft (ggf. auch in manifestierter Vergangenheit) zu liegen scheint.

Man kann freilich jetzt nicht die Schlacht von morgen oder gar übermorgen schlagen, aber man kann jetzt etwas ganz Ungewöhnliches dafür tun, dass man in dieselbe Schlacht morgen ganz anders hineingeht. Ursache der misslichen Lage ist nämlich nicht die – bevorstehende – Schlacht, die man zu verlieren fürchtet, und auf die das Zeitachsendenken einen so fixiert, sondern die beständige Wiederholung der Strategie oder Taktik, mit der man die vorigen führte, welche man verlor oder nur unzureichend gewann. Und schon ist man auf der Zeitachse von einem effizienten Energieräuberpärchen eingezwickt: Hader bewacht die Vergangenheit, Furcht die Zukunft. Beide sind nebenbei, als Wiederholungstäter, wirksame Auswegs-Verhinderer.)

Die Ausgangsvoraussetzungen des tatsächlichen Geschicks (!) liegen aber immer im Jetzt-Zustand und haben weder mit gewesenen noch künftigen Schlachten vulgo Aufgaben etwas zu tun – zumindest nicht unbedingt sicht- oder spürbar. Die Aufgabe selbst interessiert – in diesem Erkenntniszusammenhang – frühestens in ihren unmittelbaren Vorbereitungen. Und selbst diese sind, ist man bereits dabei, mit neuen Gewohnheiten unterfütterbar – immer.


Das vertikale Repertoire
Was hat all das mit den Ahnen zu tun? Mehr als man ahnt. Zuerst aber bedeuten sie m.E. weniger die Frage, was sie moralisch getan, gelassen oder ggf. verbrochen haben – als vielmehr den Umstand, dass man sich in einem größeren Zusammenhang befindet, der (Urd!) manifest ist: so wie der Boden direkt unter deinen Füßen mit der ganzen Landschaft zusammenhängt, die diesen Boden erst als solchen ausmacht.

Und so, wie man erst beweglich wird, wenn man mit den Quanten nicht am Boden klebt, in der irrigen Annahme, man verlöre sonst diesen, lässt sich auch das Potential der Ahnen erst ausschöpfen, wenn man sie als präsent wahrnimmt (ungeachtet ihrer zeitlichen Entfernung, ihrer Zeitachsen-"Reihe" – die in dem Zusammenhang, was wir mit ihnen anstellen wollen bzw. aktuell können, komplettino nebensächlich ist. Wer von wem abstammt und wo sich da dann was verliert – ist so uninteressant wie die individuellen Lebensläufe innerhalb eines Kriegerheers vor der Schlacht: an dieser gemessen, natürlich. (Man verzeihe mir bitte den martialischen Vergleich – er geht halt am besten "in den Bauch.")

Ich wage mal die etwas blumige Behauptung, daß man sich mit den Ahnen eine Art "Geisterheer" aufstellen kann (etwa wie Aragorn im "Herrn der Ringe") – das logischerweise nur wirksam agieren kann, wenn sie nich´ einer nach´m andern im Gänsemarsch dahertrippeln, sondern alle zusammen, in breiter Front, anrücken.

Dazu muss man natürlich ahnen, was die Ahnen eigentlich ausmacht, was die "so draufhaben" (spätestens hier wird deutlich, dass es nicht um Äußerlichkeiten, "Blutlinien" o.ä. Krempel gehen kann). Die Ahnen sind die Summe ihrer Taten. Ihre Taten sind getan – es wäre also ebenfalls Blödfug, genau die selben Taten wiederholen zu wollen, es "ihnen nachzutun". Die Energie ihrer "Ergebnisse" aber hat etwas bewirkt, wobei letztlich zum Beispiel ich "herauskam" – und diese Energie, die "mich hervorbrachte", will ich mir zunutze machen. Neben dem Bewusstsein, dass ich z.B. (mehr oder minder gegenwärtige, sichtbar nahe oder nur "in petto" vorhandene) Freunde, Unterstützer, Verbündete habe – mein "horizontales" Kraftrepertoire – kann das zusätzliche Bewusstsein eines "vertikalen Repertoires", verkörpert durch die Ahnen, mehr bewirken als man gemeinhin ahnt. Sich selber in einem größeren Zusammenhang erkennen, schützt zum einen vor "kausaler Isolation" (nicht ahnend, warum man so ist, wie man ist, und nicht wissend, was einen wirklich treibt); es schützt dazu vor möglicher Bedeutungsüberschätzung des eigenen Selbst (die ganz normal ist: in der – stressigen oder euphorischen – Kraft-und-Konzentrations-Fixierung auf die jetzige Tat), verleiht also einem gewissen Relativierungs-Kontext erst die handlungs- bzw. entscheidungsrelevante Tiefenschärfe... Und zum andern kann ein solches Ahnenspüren zu einer ungeheuren Kraftquelle werden (deren akute Handlungsrichtung man immer selber bestimmt – und verantwortet!), da sich die Kraft nicht mehr allein aus den individuellen, ggf. rasch erschöpften "eigenen Reserven" speist: Erfahrungshalber darf ich hier vergleichen zwischen "Batterie" und "Stromnetz".


Woher – wohin – womit
Ahnen – auf die Zeitachse gereiht, haben sie verloren (man könnte auch sagen: dort gehen sie uns verloren): Sie werden abhängig von unseren bewussten Erinnerungen an oder Wissen über Einzelne (samt unsern – im Rahmen dieses Themas: irrelevanten – moralischen Urteilen über sie). Zudem die Zeitachse ja suggeriert, dass, je ferner ein Ahn ist, er umso weniger mit unserm heutigen eigenen Leben zu tun habe. Tatsächlich bedeutet der Nornengedanke aber: Jener ferne Ahn ist Teil der "persönlichen Landschaft", also wirkungspräsent. In mancher Hinsicht stoßen wir hier an eine Denkart, die unsere tradierte Vorstellung von Individualität überhaupt ins Wanken bringt: wir Bäume, die keinen blassen davon haben, dass wir zusammen einen Wald bilden – dass die Tatsache, "Teile eines Waldes" darzustellen, bedeutsamer sein könnte als das spezifische Selbst-Gefühl, ein bestimmter Baum zu sein. Mehr noch: Ich behaupte, ich bin ein Blatt meines "Ahnenbaums". (Der wirkkräftig nichts zu tun hat mit irgendeinem "Stammbaum", siehe oben.)

Wohlgemerkt: Ich parliere hier in der vergleichsweise dünnen Höhenluft eines absichtsvoll intellektuellen, gesellschaftsabstrakten Bildes. Auf deutsch: Komme mir niemand mit irgendeiner Rassenscheiße. Diese völlig andere Thematik geriete, bei solchem Stichwortreiz, auf eine hier irrelevante (geistige) Tiefflieger-Ebene. Ich bin ein Mensch, kein armer Hund (welcher das Ergebnis irgendeiner gezielten Züchtung sein mag) – Blut ist nicht national oder sonstwie gesinnt, sondern rot. Meine wie deine Hauttönung oder Haarwuchs, -farbe o.ä. spielt in meinem Bild (inklusive allen "Germanischens") eine ähnlich tolle Rolle wie die Frage, welcher Firma Rohling ich in meinen Brenner schiebe, beim Versuch, die Funktionsweise eines Computersystems zu erklären. Bongi? Blut ist rot, und alle Sorten Geschöpfe, mit denen ich ggf. Nachwuchs zeugen könnte, gehören zu meiner Art.

Ein Blatt bezieht Kraft aus seinem Ast, Baum, Kontext (und führt seinem ganzen System Kraft zu durch Aufnahme und Umwandlung von Sonnenlicht). Das Nornenverständnis, auf das ich ziele, ermöglicht uns (auch) eine Verbindung zu allem, was uns jeweils hervorgebracht hat (und das wir, wie das Blatt den Baum, beständig beeinflussen). Noch meine allerfernsten Ahnen sind Bestandteil meiner Persönlichkeit (quantitativ ja eher umgekehrt, aber es kommt aufs gleiche raus – und aus der vernünftigen Egozentrik sinnlicher Gegenwart heraus betrachtet, verhält es sich ja wieder so wie gesagt: denn nicht mein Ahn agiert heute, sondern ich. Ich bestehe nur darauf, dass seine Energie meinen Arm mitbewegt – oder was auch immer, grad).

Besser ausgedrückt: Meine persönliche Existenz überhaupt ist eine Skuld meiner Ahnen (die zu Urd gehören, auf mich bezogen, gar Urd sind) – alles aber, was ich darob anzustellen vermag, ist Verdandi. Mein "Ahnensoll" (geschichtskundige Leser werden mehr als "ahnen", warum ich hier unmöglich den Begriff "Ahnenerbe" verwenden kann! Als einen derart besudelten... Und auch gar nicht brauche: "Ahnensoll" trifft´s ganz gut, denn es) ändert sich durch mich, durch meine Taten. Ich bin der derzeitige Aktivposten in dieser Gemeinschaft. (Wenig schreckt mich der Umstand, dass ich, da selbst kinderlos, niemandes biologischer Ahn sein werde: Es gibt m.E. noch andere Formen der "Ahnenschaft" als die direkter biologischer Abstammung – was gerade germanische Geschichte wie auch Mythologie übrigens mehr als bestätigt. Für meinen Fall muss hier der laue Hinweis reichen, dass ich ja auch einen tieferen Grund haben mag, mich selber überhaupt z.B. schreibend zu äußern. Will sagen: Der Funke lässt sich so wie so übertragen – die einen Viecher kopulieren direkt miteinander – die andern, viele Pflanzen z.B., benutzen zuweilen kuriose Hilfsmittel, ihre Essenz weiterzureichen. Natur ist verschwenderisch! Aber von pragmatischer Effizienz – nicht zuletzt in ihrem Erfindungsreichtum.)

Nebenbei erspart mir das Erahnen meiner Ahnen (wird schon auch´n Grund ha´m, wieso die überhaupt so heißen) – im Bewusstsein, dass ich, als aktiver Teil von ihnen, Wirklichkeit gestalte, also: im Bewusstsein, der Verdandi-und-Skuld-Aspekt meiner Ahnen zu sein (ich bin ihr Veränderungs-, ihr Jetztpassiertwasneues-Faktor!) – jede Menge europäisch-esoterischen "Karma"-Spekulationsschrotts.

(Zumal es hier niemand beeindrucken wird, also meinen Sozialstatus nicht wirksam unterfüttern hilft, wenn ich euch beteuere, dass ich, ja ich ... eigentlich Kleopatra war. In einem meiner früheren Leben... Ja gell! – Bedeutungsschwangeres Pausieren, für einen Jubel, der keinen Anfang nehmen will. Indigniert fortfahrend, diesen Fauxpas des Pöbels in zwangsläufig gönnerhaft schmollende Einlenkung ummünzend, hmpf, räusper, riechfläschchenzerbrech: ... Wichtiger erscheint mir also, mein momentanes Leben hier entsprechend einzurichten. Klappklapp! Die Tänzerinnen, bitte! Ich wünsche zu dinieren vor dem Sex! ... Damen und Herren: Sie sahen ein Beispiel aus unserer beliebten Serie: Was Sie germanischem Denken alles nicht zugetraut hätten...)

Ich weiß schon, warum ich mich nicht mit Trinkhörnern beschäftige (außer, dass ich gern daraus trinke. Aber das war rasch gelernt und bedurfte keiner weiteren Abhandlungen. Netten Mädels zeig ich natürlich gern, wie´s geht. Anmeldungen unter... :D). Will sagen: Mir geht es bei aller Beschäftigung mit Germanischem immer um anwendbare praktische Methoden – nie um Äußerlichkeiten (oder gar ledigliche Extrakte aus dem christlichen Nach- und Aufguss altisländischer Heidengeschichten, soweit aus jener Christenmönchszeit erhalten, heute versammelt in dieser oder jener Übertragung der "Edda").


Schicksalsgefüge
Angesichts der "Universalität" des Nornenprinzips für die germanische Kosmologie versteht sich fast von selbst, dass auch die Götter den Wirkkräften dieses Gefüges unterworfen sind. Die Nornen sind demnach keine Gottheiten, sondern personifizierter Ausdruck des Wyrd selbst. Man könnte sie als übergeordnete Schicksalsmächte bezeichnen.

Der (typisch sittenchristliche) Eindruck eines "fatalistischen" germanischen "Schicksalsglaubens" entsteht wiederum allein durch die Fehldeutung von Schicksal als fixem Ereignis-Fahrplan auf einer Zeitachse. Das ist allerdings fatal – germanische Schicksalsvorstellung ist es nicht.

Die braucht keine Zukunft in unserm (spekulativen, also theoretischen) Sinne, weil sie – via Verdandi und Skuld – alle Ereignisse wieder in (die ebenso stetige wie wandelfreudige) Präsenz von) Urd hineingebacken bekommt – unabhängig davon, wann welches Ereignis stattfand oder -findet. Insofern kann man z.B. Orakel in germanischer Lesart auch nicht sinnvoll als "Zukunftsdeutung" bezeichnen – auch wenn es so scheinen mag. Erfragt wird da m.E. höchstens die "beste Eingriffsoption" im – insgesamt ja nicht ganz unkomplexen – Wirkungsgefüge der Nornenkräfte – oder der Über- bzw. Einblick in die spezifische eigene Lage (deren Wirkparameter immer als dynamisch anzusehen sind!).

Wenn ich beim Studium einer Landkarte einen See auf meiner Fahrtroute entdecke, werde ich auch nicht in Panik verfallen, ich "müsse" jetzt mit meiner Karre da reindonnern und jämmerlichst ersaufen. Das droht nur, wenn mich die Zwangsvorstellung reitet, ich könne a) nicht anhalten und müsse b) auf der festgelegten Route bleiben (beide Analogien hält die Zeitachse einzig bereit). Auch wird niemand die Haltung des Autofahrers eine fatalistische nennen, wenn der den verorteten See akzeptiert und fest an dessen reales Vorhandensein glaubt, und liegt er auch mitten auf der "geplanten" Route. Das Umfahren des Sees bedeutet auch nicht, dessen Existenz zu bezweifeln – das Gegenteil ist der Fall.

Nur so lässt sich in germanischem Sinne durchaus von einem "manifesten Schicksal" sprechen (so, wie die Landschaft für den Autofahrer manifest ist – der selbstverständlich nicht in einen See hineinkippen oder an irgendein anderes Hindernis donnern muss).

Unser Fahrer greift überhaupt nur zur Landkarte, um sowas wie besagten See nicht erst dadurch zu entdecken, dass er jäh die Vollbremsung einlegt am Kai – dort längst abseits sinnvoller Umgehungsstraßen womöglich. Aus vergleichbarem Grund mag man zu Orakeln greifen. (Ihre Zeichen jedoch als fixe "Zukunftsereignisse" anzunehmen, halte ich für extrem ungesund – schon aus Prinzip, will sagen: aufgrund der seelisch-charakterlichen Konsequenzen möglicher Gewohnheitseinübung. Aberglaube macht unfrei, weckt irreführende Hoffnungen und verstärkt Ängste. Die besten Orakel aber sind nicht mehr als banale "Landkarten". Sie nehmen auch niemandem irgendeine Entscheidung ab... geschweige denn Verantwortung.)

Was den sittenchristlichen Beobachter an z.B. germanischer Haltungslogik möglicherweise so "fatalistisch" anmutet (in seinem alternativlosen Zeitachsendenken), ist höchstens die pragmatische Akzeptanz der (kombinatorisch verstandenen, "erfragten" oder einem sonstwie klar gewordenen) jeweiligen Handlungs- oder Ereigniskonsequenz. In der aber liegt der eigentliche Unterschied zum Zeitachsenprinzip verborgen: Denn die Folge der jeweiligen Handlung wird ja in germanischem Wertesystem als genau der Faktor begriffen, der die "Masse an Wirklichkeit" einzig zu verändern vermag! Daraus ergibt sich fast das genaue Gegenteil von statischem Fatalismus: optatives, ja sogar kreatives Potential nämlich, Hebel- und Angelpunkte, Eingriffsmöglichkeiten – dynamische Mittel in einer ebenso als dynamisch (subjektiv: veränderlich) begriffenen Schicksalswelt.

Der Algorithmus lautet: Urda – Verdandi – Skuld – Urda. Auf deutsch: Es ist etwas gegeben (und zwar alles, was war, beinhaltend in Gesamtpräsenz) – es tut sich was (ggf. auch: ich tue was) in gegenwärtiger Option ("es steht etwas an") – das hat bestimmte Folgen – in deren schließlicher Manifestation wieder etwas gegeben ist (alles, was war, beinhaltend in Gesamtpräsenz – kleiner Unterschied zu vorher: mein Krempel ist jetzt "mit drinne").


Hier und jetzt
Versteht sich vielleicht noch, warum ich, von irgendwem etwa ganz freundlich nach meinen eigenen "Plänen für die Zukunft" befragt, mittlerweile ähnlich hilflos dreinschaue wie, sagen wir, der nächstbeste durchschnittliche Büroangestellte, befragte man diesen heutzutage, mit wie vielen "täglichen Selbstgeißelungen" er hoffe, der drohenden "höllischen Verdammnis des ewigen Widersachers" zu entkommen...

Also ich, äh, ja: ich mach mir jetzt was zu essen. Mein fatalistischer Schicksalsglaube zwingt mich zur Annahme, dass ich ohne Nahrungsaufnahme schwächer würde und, bliebe es dabei, sogar siechte und stürbe alsbalden. Das ist freilich nur die halbe Wahrheit: ganz und gar vordergründig treibt mir urheidnische Wollust das Wasser auf den Gaumen, ich werde ganz fickrig beim Gedanken, wie sehr mir jetzt / dann ein leckeres Essen schmeckt (Urd: Ich fühle, dass ich bin. Und ich bin hungrig! Verdandi: Ich mach mir jetzt was zu essen – hab´s noch nicht getan. Skuld: Das Essen soll mich satt und froh machen. Und gleich sind wir, unabhängig vom "Gelingen des Plans" selber, ob satt oder unzufrieden, wieder bei Urd. Aus dem Bajuwarischen mal borgend, ooch wenn ick "a Saupreiß" bin im Dienste der nämlichen Göttin – aba "hund samma" un´ Völkerverschtändigung hamma, odda – , wa: Ois is´. Um auch noch den Weanern an Schmäh zu verpreußln: Find ick lei´wand, wa!)
Soweit zu meinen realen Zukunftsplänen (nicht ganz vollständig: aber was ich nach dem Essen mache, geht Sie nichts an, okay?) Natürlich hab ich noch wunder was für Taten vor! "Viel weiß der Weise, sieht weit voraus..." raunt´s aus der Edda – friggseidank bin ich aber kein Weiser und werd´ dann schon sehen, ob und was wirklich passieren wyrd. Fragen Sie mich darüber bitte direkt davor, oder wenn´s passiert ist, ja!? Ich geh jetzt was essen, wie gesagt, und zwar was ganz Leckeres.
Wollten Sie sonst noch etwas wissen über typische Ritualpraktiken germanischer Spiritualität?

P.S.: Kleine handwerkliche Schliff-Arbeiten an obigem Essay ließen das groß angekündigte Mahl auf morgen verschieben. So schnell kommt´s anders: mit der Zukunft – selbst der allernächsten! Was weder im Widerspruch steht zum Gesagten – noch zu jenen unverratenen Gelüsten... die auch ohne Mahl erfreuen, in der lauen Nacht. Von dieser germanischen Praxis aber sei ein andermal erzählt.


Eibensang


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