Andorn

Andere Namen sind Dorant, Gotteshilfe, Helfkraut, Mutterkraut, Berghopfen


Pflanzenbeschreibung

Optisch erinnert der Andorn an Taubnesseln und er wird bestimmt auch oft mit Taubnesseln verwechselt. Er hat gegenständige Blätter und darüber sitzen die quirligen weissen Blüten. Wild kommt er recht selten auf trockenen und mageren Wiesen vor. Man kann ihn jedoch gut im Garten anbauen, weil er ziemlich anspruchslos ist.


Anwendung und Dosierung

Blätter und Blüten
Die Bitterstoffe sind es die Andorn besonders wirksam bei Bronchialkatarrhen und hartnäckigen Husten machen. Blüten in Zucker gelegt, wirkt der so gewonnen Sirup günstig auf Katarre der oberen Luftwege. Er befreit die Brust und löst Schleim.

Wurzel
In Wein ausgezogen wirkt sie bei Asthma Husten und Heiserkeit. Bei Atembeschwerden empfiehlt sich die zerkleinerte Wurzel in Rosenwasser auszupressen. Dieser Trank hilft auch den Schlaf zu fördern. Die Wurzel in pulverisierter Form mit Süßholzwasser getrunken vertreibt Schwindelgefühl und entgiftet den Körper. Als Puder auf Offene Wunden  heilt sie diese ab.


Aberglaube, Wirkung und Mythen

Galt von alters her als Schutzmittel zur Abwehr von bösen Einflüssen übernatürlichen Kräften. 1 Stunde vor Mitternacht auf einem Friedhof gepflügt  und in die Stube gehängt, soll das Kraut Böses vertreiben. Als besonders günstiger Zeitpunkt für das Sammeln von Andorn  galt die Johannisnacht, die Nacht zum 24 . Juli. Denn in dieser Nacht wirkten im Zaubergarten viele gefährliche aber auch segenreiche Kräfte.
Zum Scheuern der Milchgefäße wird er benutzt, damit die Butter zusammengeht.,
Die Germanen hielten noch mehr vom Andorn. Er war dem Donnergott Thor geweiht und sollte vor Feinden, Gespenstern, Wald- und Berggeistern schützen.
Wurde schon im Mittelalter wegen seiner Bitterstoffe geschätzt und deshalb auch anstatt des heutigen Hopfens zum Bierbrauen verwendet. Auch im frühen Mittelalter wurde er schon von den Frauen verwendet zur Linderung ihrer Menstruationsbeschwerden.


Hildegard von Bingen über den Andorn

Der Andorn ist warm und hat genug Saft, und er hilft gegen verschiedene Krankheiten. Denn wer taube Ohren hat, der koche Andorn in Wasser und nehme ihn aus dem Wasser und lasse seinen warmen Dunst in seine Ohren dringen, und er lege ihn so warm um die Ohren und den ganzen Kopf, und er wird ein besseres Gehör erlangen. Und wer in der Kehle krank ist, der koche Andorn in Wasser, und er seihe jenes Wasser durch ein Tuch, und er füge zweimal so viel Wein bei, und er lasse es nochmals in einer Schüssel aufkochen unter Beigabe von genügend Fett, und so trinke er es oft, und er wird in der Kehle geheilt werden ... Und wer kranke und gebrochene Eingeweide hat, der koche Andorn in Wein unter Beigabe von genügend Honig. Und dieses Gekochte schütte er in einen Topf und trinke es oft abgekühlt, und die Eingeweide werden geheilt. 


Sabin


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