Betreut von Rothani
Sonne, Mond und Schlangenhaut   Teil II
In meiner Eigenschaft als Magister Botanicus suchen oft solche Menschen Rat bei mir, denen eine konventionelle, allopathische Therapie nicht weit genug geht.

Reflexionen
Nach weiterer Lektüre konnte ich die Pflanze identifizieren: Es handelte sich um die Nachtkerze (Oonothera biennis), deren Kräfte jedoch in der einschlägigen Literatur zwar mit der Sonne und ihrer Kraft in Verbindung gebracht wurden, jedoch immer nur in Verbindung mit dem Widerschein, welcher zu Vollmond seine stärkste Ausprägung findet. Des weiteren fand ich, das die hauptsächlich wirksamsten Pflanzenteile – im Gegensatz zu Johanniskrautblüten – die Wurzeln der Nachtkerze seien. In meinen pharmakologisch orientierten Büchern stöberte ich allerdings einen weiteren Hinweis auf, nämlich dass diese Pflanze möglicherweise das Hormon Prostaglandin stimulieren könnte.

An diesem Punkt angekommen, schrieb ich den jungen Mann an, teilte ihm die Ergebnisse meines Studiums mit und gab ihm den Rat, er solle es doch einmal mit Nachtkerzen(wurzel)öl versuchen und darüber hinaus zu jedem sichtbaren Vollmond in den Wintermonaten einen Spaziergang machen.

Nach gut zwei Jahren flatterte mir ein Brief ins Haus, dessen Absender mir unbekannt war. Als ich ihn öffnete und die ersten Zeilen las, erinnerte ich mich allerdings wieder an den jungen Mann, der meinen Rat trotz anfänglicher Skepsis ernst genommen und einen Winter lang ausprobiert hatte. Nachdem er während der ersten acht Wochen seiner Selbstbehandlung keinerlei Wirkungen verspürte, begann sich sein Gemütszustand – beginnend nach dem ersten Vollmond im Dezember – merklich zu bessern. Und im Gegensatz zur Behandlung mit Johanniskraut verspürte er keinerlei Nervosität oder übersteigerte Aktivität, sondern eine ausgeglichene Ruhe. Und weiter schrieb er, das er diese Medikation nun auch im zweiten Jahr weiter durchgeführt hätte und er von seiner Winterdepression verschont geblieben wäre.


Mondphasen
Jede Frau hat mit dem Beginn der Menstruation ihren „Mond“ oder ihre „Mondphase“; Etwas, das ich als Mann zunächst nur intellektuell nachvollziehen kann, aber als in einer Ehe lebender Partner sozusagen hautnah erfahre. Nachdem mir meine Frau geschildert hatte, wie sich das anfühlen kann, seine „Tage“ zu haben – anschaulich an einer beginnenden Blasen- und Harnleiterentzündung meinerseits erklärt – führte dies dazu, mich mit diesem Thema intensiv zu befassen.

Vor etwa zehn Jahren begann ich dann mit meinen Studien, welche hauptsächlich darin bestanden, Frauen aus meinem Bekanntenkreis diesbezüglich zu befragen und die Literatur zu prüfen, sowie von kräuterkundigen Frauen (und Männern) Rezepte und Anwendungsbeispiele zu sammeln. Es kristallisierten sich insgesamt 24 verschiedene Pflanzenarten heraus, welche spezifisch bei Menstruationsbeschwerden angewendet werden – von der einheimischen Petersilienwurzel bis hin zur aus den USA stammenden Traubensilberkerze.

Was mir bei diesen Studien ebenfalls auffiel war, dass bestimmte Pflanzen in den von mir gesammelten Rezepten nie gemischt wurden, während andere Kräuter praktisch in jeder der Teemischungen vertreten waren - als ich jedoch die pharmakologischen Wirkungen der Pflanzen nachlas, konnte ich mir darauf keinen Reim machen. So stöberte ich weiter und sammelte Erfahrungen und Informationen.

Nun wirken Pflanzen ja bekanntlich auf verschiedenen Ebenen; Neben der materiellen, substantiellen Ebene der enthaltenen Wirkstoffe, besitzen die Pflanzen „energetische“ Wirkspektren, die sogenannte informatorische Ebene und „magische“ Beziehungen zu Planeten, Tages- und Jahreszeiten sowie bestimmten Konzepten, welche wir als Gottheiten bezeichnen.


Auf die Mischung kommt es an...
Das Ergebnis meiner Untersuchungen war, dass anscheinend vier Grundtypen des „Mondzyklus“ bei Frauen existieren und den „magischen“ Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde zugeordnet werden können, welche bei Beschwerden auch unterschiedlich - und mit verschiedenen Kräutermischungen behandelt - zu einer Linderung führen.

Der „Feuertypus“ erzielt etwa mit einer hohen Konzentration von Petersilienwurzel und Rosskastanienblättern in der Teemischung eine Besserung von auftretenden Beschwerden, da bei diesen Frauen vor allem der natürliche Energiefluss gestört sein kann und die Muskulatur nicht genügend tonisiert ist.

Beim „Wassertyp“ bewirken hauptsächlich Schneeball, Melisse, sowie Wolfstrapp eine Besserung von auftretenden Störungen der Menstruation, da hier eine Entkrampfung, Entspannung und öffnende Wirkung nötig ist.

Bei „luftigen Typen“ sitzt die Ursache für Beschwerden oder des Unwohlseins offensichtlich in den höheren Regionen des Körpers – hier spielt der Kopf eine Rolle. Und dort entfalten die Schlüsselblume und das Hirtentäschelkraut in Verbindung mit Mutterkraut in der Teemischung ihre stärksten Kräfte, denn sie unterstützen die Selbstheilung, bekämpfen den Kopfschmerz und regen an.

Auch der „erdige Typ“ hat seine individuelle Teemischung, hier ist es vor allem die Kombination von Frauenwurzel, Wolfstrapp und Hirtentäschel in Verbindung von geringen Mengen an Traubensilberkerze, welche die besten Erfolge bei auftretenden Beschwerden zeigt. Hier sollte die Teemischung im Gegensatz zu den anderen Grundtypen, vor allem zwischen den „Tagen“ angewendet werden.


Natur heilt – und unterstützt!
Eine Anmerkung sei mir noch erlaubt, denn während der vielen Jahre meiner beratenden Tätigkeit als Magister Botanicus habe ich eines nie aus den Augen verloren: Der alleinige Einsatz von Kräutern oder der Phytotherapie kann bei bestimmten Erkrankungen eine Heilung herbeiführen – Kräuter sind jedoch keinesfalls ein Allheilmittel. Eine bestehende, konventionelle Therapie sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt mit naturheilkundlichen Mitteln unterstützt oder ergänzt werden, keinesfalls darf eine Behandlung ohne ausdrückliche Erlaubnis des Arztes abgebrochen werden.


Magister Botanicus


Kräuter im alten Ägypten     Sat Ma´at, 30.07.2016
Leuchtend rote Mohnblumen     Michaela, 14.05.2016
Mistel – Schmarotzer, die zum Küssen verführen     Rothani, 02.01.2016
Ragweed – oder unser Immunsystem gegen das Kraut des Schreckens     Rothani, 08.08.2015
Warzenkraut und Krötenstein     Rothani, 12.04.2015
Ein Männlein steht im Walde …     Rothani, 31.01.2015
Roa und Gschtettn – Pflanzen am Rande der Gesellschaft - Teil IV     Rothani, 14.09.2014
Roa und Gschtettn – Pflanzen am Rande der Gesellschaft - Teil III     Rothani, 31.05.2014
Von Bachblüten, Phyto- und Aromatherapie     Merlin, 08.02.2014
Roa und Gschtettn – Pflanzen am Rande der Gesellschaft - Teil II     Rothani, 26.10.2013
Roa und Gschtettn – Pflanzen am Rande der Gesellschaft - Teil I     Rothani, 30.07.2013
Look like a Distel … die Wilde Karde     Rothani, 13.04.2013
Donau, Traisen und die Au - Teil IV     Rothani, 02.02.2013
Donau, Traisen und die Au - Teil III     Rothani, 20.10.2012
Donau, Traisen und die Au - Teil II     Rothani, 14.07.2012
Donau, Traisen und die Au - Teil I     Rothani, 31.03.2012
Die Pimpernuss – Staphylea pinnata L.     Rothani, 31.12.2011
Der Gemeine Bocksdorn – Lycium barbarum     Rothani, 01.10.2011
Stechapfel - Datura stramonium     Rothani, 11.06.2011
Liebespflanzen - Mittel die beim Verzaubern helfen     Rothani, 26.02.2011
Eine tolle Kirsche - Atropa belladonna     Rothani, 01.01.2011
Bauerngärten - das verordnete Wachstum - Teil III     Rothani, 16.10.2010
Bauerngärten - das verordnete Wachstum Teil II     Rothani, 24.07.2010
Bauerngärten - das verordnete Wachstum - Teil I     Rothani, 24.04.2010
Arche Noah – Rettungsboot für Kulturpflanzen     Rothani, 09.01.2010
Holunder - Teil IV     Blue Moon Coven, 03.10.2009
Holunder - Teil III     Blue Moon Coven, 04.07.2009
Holunder - Teil II     Blue Moon Coven, 27.06.2009
Holunder - Teil I     Blue Moon Coven, 20.06.2009
Hetschepetsch     Rothani, 28.03.2009
Schwarzes Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)     Morgane, 16.08.2008
Hortinellas Gartentipps     Morgane, 12.04.2008
Andorn     Sabin, 15.01.2008
Die magische Welt der Pflanzen - Teil I     Merlin, 06.10.2007
Bemerkungen zu morphogenetischen Feldern und Homöopathie     Magister Botanicus, 26.05.2007
Beinwell     Sabin, 17.02.2007
Sammelorte und Wegwissen - Teil V     Elisabeth Salome Gruber, 04.11.2006
Sammelorte und Wegwissen - Teil IV     Elisabeth Salome Gruber, 21.10.2006
Sammelorte und Wegwissen - Teil III     Elisabeth Salome Gruber, 07.10.2006
Sammelorte und Wegwissen - Teil II     Elisabeth Salome Gruber, 23.09.2006
Sammelorte und Wegwissen - Teil I     Elisabeth Salome Gruber, 19.08.2006
Königskerze     Sabin, 10.06.2006
Ringelblume (Calendula officinalis)     Rosenfee, 25.03.2006
Sonne, Mond und Schlangenhaut - Teil II     Magister Botanicus, 17.12.2005
Sonne, Mond und Schlangenhaut - Teil I     Magister Botanicus, 03.12.2005
Heilpflanzen und ihre Geschichten - Ringelblume     Sabin, 10.09.2005
Handbuch Samengärtnerei     Ruth Devime, 11.06.2005
Heilpflanzen und ihre Geschichten     Sabin, 12.03.2005
Salvia officinalis ein duftendes Erntegeschenk     LadyPurple, 18.12.2004
Psychoaktive Pflanzen - verzaubernde Pflanzen der Götter - Teil II     LadyPurple, 11.12.2004
Psychoaktive Pflanzen - verzaubernde Pflanzen der Götter - Teil I     LadyPurple, 04.12.2004
„Du alte Zimtzicke!“     Nowhere, 18.09.2004
Peganum harmala – die Steppenraute     LadyPurple, 27.03.2004
Der rituelle Gebrauch psilocybinhaltiger Pilze - Teil II     Jörn Trohl, 17.01.2004
Der rituelle Gebrauch psilocybinhaltiger Pilze - Teil I     Jörn Trohl, 10.01.2004
Für alles ist ein Kraut gewachsen!     Renate Mück, 22.11.2003
Natürliche Abwehrkräfte für Kinder und Jugendliche     Magister Botanicus, 30.08.2003
Holunder     Sternenelfe, 12.07.2003
Damiana - turnera diffusa     LadyPurple, 31.05.2003
Die Brennnessel     Sternenelfe, 22.02.2003
Das Gänseblümchen     Sternenelfe, 18.01.2003
Hexenglauben im Mittelalter und wie man auf Hexensalben kam     LadyPurple, 23.11.2002
Ausleitung und Entgiftung     Magister Botanicus, 05.10.2002
Medizinahlischer Kreuterthee und Magischer Kreuterthee     Magister Botanicus, 21.09.2002
Ephedra (Meerträubel) - Eine Pflanze mit vielen Unterarten     LadyPurple, 07.09.2002
Johanniskraut - Hypericum perforatum     LadyPurple, 24.08.2002
Von pflanzlichen Amuletten, Thalismanen und magischen Thincthuren     Magister Botanicus, 10.08.2002
Der magische Umgang mit Pflanzen     Magister Botanicus, 20.07.2002
Frühlingskräuter für die Küche     Anufa, 22.03.2002
Ahorn     Shadow Viper, 19.01.2002
Absinth     LadyPurple, 06.01.2002
Alraune & Angelika     LadyPurple, 19.10.2001




                        
                        



    

© WurzelWerk · 2001-2017