Psychoaktive Pflanzen - verzaubernde Pflanzen der Götter   Teil II
Alkohol und Psychopharmaka nehmen eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft ein. In anderen Kulturen sind es teilweise andere Drogen.

Umgang mit psychoaktiven Pflanzen im rituellen Kontext
Psychoaktive Pflanzen können Helfer und Mittler sein um Zugang zu anderen Welten zu erhalten. Mit Hilfe der Pflanzen flüchtet man nicht von einer Wirklichkeit in die andere, sondern geht bewusst in eine andere Ebene um die eigene Wirklichkeit klarer zu erkennen und Unterstützung zu bekommen. Durch psychoaktive Pflanzen erwachen unsere Sinne, sie können unser Bewusstsein stimulieren und erweitern (Stimulantien) oder eingrenzen und dämpfen (Sedative, Narkotika) oder zu Halluzinationen führen (Halluzinogene).
Stimulantien regen den Geist an, machen wach und euphorisieren - bewirken aber keine Wahrnehmungsveränderung : Kaffe, Tee, Guarana, Meerträubel, Kat
Narkotika beruhigen und betäuben und bewirken oft Wahrnehmungsveränderungen wie z.B. Traumbilder: Mohn, Opium, Baldrian, Hopfen.
Halluzinogene bringen eine deutliche Veränderung in der Wahrnehmung - räumlich, zeitlich und auch emotional.

In rituellen Handlungen können die Pflanzen unsere Lehrer sein, uns führen und Erkenntnisse bringen für unser spirituelles Wachstum. Sie können uns eine Quelle für Visionen sein, die uns auch im Alltag helfen. So wurden und werden Pflanzen auch heute noch verwendet. In unserer Kultur nicht mit dem „Background“ eines ganzen Stammes oder Kultes, dennoch besitzen auch wir die Fähigkeit mit diesen Pflanzen in Kontakt zu treten. In den Pflanzen leben in meinem Weltbild Wesen mit ihren ureigenen Schwingungen –das, was man Devas nennt - mit denen wir uns verbinden können und die unser Botschafter oder Lehrer sein können. Ohne mit diesen Wesen Kontakt zu schließen, wird die Einnahme psychoaktiver Pflanzen nichts als ein Drogenrausch oder vielleicht ein schlechter Trip werden.
Arbeitet man mit psychoaktiven Pflanzen muss man jedoch auf viele Dinge achten, denn es gibt viele Faktoren, die die Wirkung und auch das Ziel verändern können und bei Missachtung oft nicht den gewünschten Erfolg bringen.

In Anlehnung an das Wissen der Schamanen vieler Kulturen breitet sich auch bei uns in Europa das Wissen um die rituelle Anwendung psychoaktiver Pflanzen aus. Für mich beinhaltet dies nicht nur Respekt vor der Natur , sondern auch Respekt vor der Seele der Pflanze und ihren Wirkstoffen. Genauso wie Rituale nicht „einfach so“ gemacht werden, benütze ich auch psychoaktive Pflanzen nicht „einfach so“. Mit den Pflanzen zu arbeiten ist Magie und führt uns auch zu einem magischen Bewusstseinszustand, der uns weiterführen kann.
Am idealsten ist es sicher die Pflanzen selber zu sammeln und bevor man sie schneidet zu fragen, ob sie die Richtige ist und ob wir sie verwenden dürfen. Es wird bei unserem Streifzug durch die Wälder viele Pflanzen geben, die auf ihre Art laut rufen und meist sind das genau die, die man zum Zwecke des speziellen Rituals verwenden sollte.
Arbeitet man mit Pflanzen, die nicht in unserer Umgebung wachsen, sollte man genau aussuchen, wo man sie kauft. Ich reinige meine Pflanzen in einem kleinen Ritual, wenn ich sie gekauft habe, bevor ich sie weiter verwende. Man sollte genau dem Ziel entsprechend die Pflanze auswählen und auch bei gekauften, getrockneten Pflanzen nachfragen, ob dies die Richtige ist.
Natürlich ist es leichter bei noch lebenden Pflanzen ihre Energie und Schwingung zu spüren, aber dies ist auch bei getrockneten so. Man kann also eine Pflanze nach ihrer Schwingung auswählen, nach ihrer Energie oder dem Element, das sie verkörpert und/oder nach der Wirkung, die wir für unser Ritual benötigen. Es ist also dabei Wissen, Feingefühl und Intuition gefragt!

Damit die psychoaktiven Helfer auch wirklich die Wirkung entfalten, die sie sollten, muss man aber noch weitere Dinge berücksichtigen!


Drei Faktoren spielen hier eine besondere Rolle: Pflanzendosis-Set-Setting
Man sollte immer mit geringen Mengen anfangen um zu sehen wie die Dosis bei einem selbst wirkt und sich dabei nicht überschätzen. Jede Pflanze hat ihre eigene Schwingung und wirkt auf jeden anders.
Die gleiche Pflanze, in der gleichen Menge kann sogar bei einem Menschen je nach unterschiedlichem Set oder Setting unterschiedliche Wirkungen hervorrufen. Ebenso sollte man genau wählen, welche Pflanze man für welchen Zweck verwendet und was das Ziel sein soll.

Das Set Ist die körperliche Konstitution des Menschen und seine psychische Veranlagung. Pflanzen können negative und auch positive psychische Aspekte in uns verstärken. Vor allem auf Ängste muss man achten, da dies zu gefährlichen Situationen führen kann. Das Set ist auch maßgeblich von unserem Glauben und unserer spirituellen Entwicklung (Sensitivität) beeinflusst.

Der Raum, die Umgebung, die Zeit, in der wir die Pflanzen einnehmen, wird als Setting bzeichnet. Auch die Menschen, die dabei sind, spielen eine weitere wichtige Rolle. Genauso wird die Einnahme davon beeinflusst, welche rituellen Geschehnisse rundherum stattfinden und beeinflussen auch den Verlauf der „Reise“. Das Ritual ist ein äußerer Rahmen, der den Raum schafft, eine Reise in andere Welten zu ermöglichen. Stimmt das Setting nicht, sollte man den Gebrauch der Pflanzen verschieben oder überlegen, warum es gerade nicht passt.
Generell wäre es wichtig beim Setting zu beachten, einen so genannten „Sitter“ dabei zu haben, der unserem „Set“ entspricht, damit er helfend eingreifen kann, wenn es notwenig ist.
Dies ist in einer Community von Schamanen ein ausgewählter Schamane, der Reisende aus der Geisterwelt auch wieder zurückholen kann. Da er die spirituellen Welten, die geprägt sind durch ihre Mythologie und Tradition kennt und innerhalb dieses Systems agieren kann.
(Ein Christ wird z.B. schwerlich jemanden auf einer Reise durch psychoaktive Pflanzen wieder zurückholen können, wenn derjenige sich in schamanischen Welten bewegt.)

Bevor man dann letztendlich mit den Pflanzen arbeitet, „erde“ ich mich und zentriere mich auf mein Ziel. Wenn es notwendig ist, mache ich einen Schutzkreis um mich, damit keine Energien, die ich nicht benötige in meine Reise einwirken. Außerdem ist es ratsam einen „Sitter“ unter den Anwesenden zu haben. Das Modell von Christian Rätsch gibt dazu eine gute Zusammenfassung, wie man magisch-rituell mit psychoaktiven Pflanzen arbeiten sollte.

Vorbereitung (Alltagsbewusstsein) - Reinigung - Fragestellung
(Sexuelle Enthaltsamkeit, Fasten, Waschen/Erbrechen/Klistiere, Kleidungswechsel, Besinnung/Kontemplation, Meditation)
Durchführung -Schaffung des heiligen Raumes
(Räucherung, Opfer, Musik/Gebet/Beschwörungen, Droge/psychoaktive Technik)
(VWB) Verändertes Wachbewusstsein -Vision - Erkenntnis
(Gebrauch von Ritualobjekten)
Nachbereitung (Alltagsbewusstsein) -Antworten finden - Probleme lösen (Visionen kommunizieren -Erzählen, Singen, Malen, Bücher schreiben usw.)

Quellen und weitere Informationen:
Christian Rätsch: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
Christian Rätsch: Pflanzen der Liebe
Simone Neblich-Spang: Aus dem grünen Hain
Marlene und Gerd Haerkötter: Hexenfurz und Teufelsdreck
Harold. A. Hansen: Der Hexengarten
Magister Botanicus: Magisches Kreutherkompendium
Wassermann, Messl, Adam: Rezepte der Lust, der Liebe, des Glücks und des Grauens


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