Damiana - turnera diffusa
Die sanfte Verführerin!
Wie ich auf Damiana gestoßen bin, das weiß ich gar nicht mehr. Plötzlich war es da - mitten in meinem Leben und nicht mehr wegzudenken. Aus Damiana kann man fast alles machen. Tee, Liköre, Schnaps und Wein, du kannst es rauchen oder räuchern. Ich liebe dieses feurig-erdige Kraut und obwohl psychoaktiv hat es keine Nebenwirkungen.

Damiana hat in einigen Kulturen wunderbare Namen: Hierba del venado - das Kraut des Hirschen, Oreja de venado - Ohr des Hirschen, Pastorica - Schäferlein, Old woman`s broom, Hierba de la mora, Stag`s herb...
Woher der Name Damiana wirklich kommt, weiß man nicht so genau. Im Wienerischen gibt es ja das Wort "damisch". Wenn jemand "damisch" ist, dann bedeutet das, irr, närrisch oder benommen zu sein. Das beschreibt Damiana ganz gut. Natürlich ist es immer eine Frage der Dosierung und des Zweckes wofür man dieses Kraut verwendet -, aber zu viel davon und man wird sicher "damisch".
Der Name jedenfalls könnte sich vom heiligen Damian, einem Schutzpatron der Apotheker, ableiten oder von einem gewissen Peter Damiani, der im 11.Jahrhundert die Sittenlosigkeit der Geistlichen anprangerte. Dies meint zumindest Christian Rätsch (1998, Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen) dazu.

Mexiko und Kalifornien sind die Länder, wo dieses Pflänzlein besonders gerne wächst. Es wird angenommen, dass Damiana als Liebestrank bereits bei den Mayas verwendet wurde. Nun, dann kann es uns ja nicht schaden - oder doch?

Zumindest beschreibt der Maya-Name "mis kok" Asthmabesen, schon eine der Eigenschaften des Krautes, denn auch gegen Raucherhusten soll es wirken. Dazu wird es geräuchert und/oder geraucht. Raucht man aber eine grössere Menge davon, wirkt es euphorisierend und aphrodisierend.
Der Tee wirkt regulierend auf die Menstruationsblutung und hilft bei Menstruationsschmerzen, durch seine entkrampfende und stimmungsaufhellende Wirkung.
In der Homöopathie und bei Urtinkturen wird Damiana ebenfalls eingesetzt, doch hier vor allem bei Potenzstörungen oder sexueller Schwäche, auch bei Frauen.
Als Zutat in psychoaktiven Rauchmischungen wird es gerne anstatt Tabak mit Haschisch vermischt. In Mexiko gibt es Damianaschnaps und -likör, dem stimulierende und aphrodisierende Wirkung nachgesagt wird. Seit 1998 ist auch die blutzuckersenkende Wirkung von Damiana bekannt, die besonders für Menschen mit Diabetes interessant ist.

Ich verwende Damiana gerne in Räucherungen die aphrodisierender Natur sind und trinke bei Krämpfen während der Menstruation Damianatee (4-6gr. pro Tasse). Doch meine Spezialität ist Damianawein.
Viele empfinden den würzigen und ganz typischen Geschmack von Damiana als ekelhaft. Doch es gibt so viele Pflanzen da draußen in der Natur, denen eine wunderbare Wirkung und wunderbare Eigenschaften inne wohnen, dass man auch wieder lernen sollte Geschmack abseits von Konservierungsmitteln und chemischen Aufbereitungen oder parfümierten Tees zu entdecken. Gerade der würzige Damianawein bringt die Pflanze so richtig gut zur Geltung. Rotwein als Grundlage, der sich mit dem würzigen Duft des Krautes vermengt. Ein schwerer süß-herber, teilweise scharfer Geschmack, der an Glühwein erinnert und sich perfekt als Ritualwein eignet. Und so kreist das Horn, gefüllt mit Damianawein, oft Runden um Runden ums Feuer.
Damiana ist aber keine gefährliche psychoaktive Pflanze die halluzinogen wirkt oder andere Nebenwirkungen hat. Das Kraut ist sanft und sensibel, regt an und entspannt. Aber Achtung - nicht zu viel beim Ritual in der Gruppe, denn so eine unterschwellige aphrodisierende Wirkung kann bei manchen gar seltsames auslösen.


Lady Purple


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