Der magische Umgang mit Pflanzen
Wer sich von den kräuterkundigen Lesern mit Magie befasst, möchte natürlich auch mit den Pflanzen magisch arbeiten. Also, was stelle ich mit meinen Pflänzchen an, wenn ich sie denn gesammelt habe und unter welchen magischen Gesichtspunkten soll ich überhaupt sammeln?

Das ist einfach und kurz erklärt: Die magischen Verrichtungen, die ich hier beschreibe, sind ein Gemisch aus dem Schatz alter und neuerer Bücher, von Erfahrungen, die andere Kräuterkundige mit mir teilten und selbstverständlich meinem eigenen magischen System, in welchem ich mit Pflanzen arbeite. Für jeden anderen Menschen, der sich mit dem magischen Umgang mit den grünen Bewohnern unserer Erde auseinandersetzt, soll die hier dargestellte, kombinierte Systematik ein Anhaltspunkt sein, sozusagen ein Vorschlag, welcher Anhand eigener Erfahrungen ergänzt und auch überprüft werden kann.

Um die magische Systematik, mit der ich arbeite zu beschreiben, nehmen wir mal als Beispiel den Beifuss. Dieses hochmagische Kräutlein ist ja nun wirklich vollgepfropft ist mit den unterschiedlichsten Informationen und "Energien", wie die geneigte Leserin und der geneigte Leser sicherlich schon erfahren haben.

In der hier beschriebenen Systematik, möchte ich den ersten Blick auf die elementare "Grundschwingung", oder besser Grundinformation, werfen, die in diesem Pflänzchen steckt: es ist das Element Wasser, dem der Beifuss zugeordnet ist. D.h., wenn man sich mit Elementarmagie und den entsprechenden Energien/Potentialen auskennt, dann kann man auch genau diese Information aus der Pflanze "heraushören" oder "abrufen".

Erster notwendiger Einschub!
...und wenn etwas anderes herauskommt, wie ich es beschrieben habe, dann macht Euch nix draus. Zwar - und das gilt für die meisten magischen Informationsinhalte in Pflanzen - stimmen diese "Energien" in den meisten Fallen mit den Erfahrungen anderer Kräuterkundiger überein, aber es gibt kein ultimativ gültiges "in der Pflanze steckt dies oder jenes drin!" Wie gesagt, die Grundtendenzen sind meist gleich, aber die speziellen magischen "Spektren" eines Krautes, können individuell sehr unterschiedlich sein - und genauso sollte man damit umgehen. Wenn also irgendwer mit "Das kann aber doch gar nicht sein!" kommt - vergesst es...

Vielleicht kommt bei diesem Hineinhören ein weiterer elementarer Aspekt hinzu: die Luft. Dies wären zunächst einmal die zwei magische Grund"energien" des Beifuss, die nun beliebig miteinander kombinierbar sind. Etwa als luftiges Wasser, im Symbol einer luftdurchperlten Quelle oder einem klaren Bergsee; vielleicht aber auch als wässrige Luft im Symbol kühlen Nebels oder dem Gischtvorhang eines Wasserfalls.

Der nächste Schritt auf dem magischen Entdeckungspfad, ist die Erfahrung des Planetenaspektes des Beifuss. Dazu sollte man sich die Pflanze erst mal genau ansehen: sie ist weiß behaart und hat weiße Blüten; außerdem scheint die Pflanze im nächtlichen Mondschein weißlich zu leuchten - alles Eigenheiten, die auf eine sehr starke Beziehungen zum Mond hinweisen.

Man sollte ebenfalls nicht vergessen, dass die Inhaltsstoffe des Beifuss, vor allem was seine Eigenschaft als linderndes Mittel bei schmerzhafter Menstruation angeht, mit dem Mondzyklus schwanken. Aufgrund dieser Tatsache wurde dem Beifuss noch ein Venusaspekt zugeordnet, welcher am deutlichsten bei Beifusspflanzen zu spüren ist, die etwa in Tälern wachsen.

Eine erste, komplexe, magische Landkarte des Krautes entsteht: luftiges Wasser oder wässrige Luft, beeinflusst von den Kräften des Mond und dem Zug des Abendsterns.

Damit hat dann das Kräuterweib und jeder andere Kundige dann auch schon die ersten Ernteableitungen bezüglich der magischen Kraft des Beifuss: Zu Vollmond gesammelt hat er seine stärkste beschwörende Kraft, zu Neumond die am stärksten bannende Kraft. Steht zu beiden Terminen dann auch noch der Abendstern am Firmament, dann sind die Aspekte, die Venus zugeschrieben werden, zusätzlich stark wirksam. D.h. aber auch, dass die Wasserenergie und die Mondenergie - die ja eine starke Beziehung zu Frauen haben - hier am wirksamsten durchkommt.

Mit anderen Worten, um die Menstruation magisch anzuziehen, nimmt hex den zu Vollmond gesammelten Beifuss, allerdings in den Stunden geerntet, in welchen von der Venus nix zu sehen ist. Bei Schmerzen während der Menstruation kann hex die zu Neumond gesammelten Pflanzen nutzen und hier gibt die Venuspower zusätzliche Energie. Bei letzterem Anwendungsbeispiel käme auch der sog. rote Beifuss noch günstiger - dies ist eine ganz normale Beifusspflanze, die jedoch im Herbst zu einem entsprechenden Termin gepflückt wird. Es gibt nämlich ein paar wenige Pflänzchen, die ihre Blätter - ähnlich der Laubbäume - kirschrot bis hellgelb verfärben.


Kommen wir nun zu dem, was ich als die magischen "Feinenergiespektren" oder "Informationsinhalte" bezeichne; sie sind nur mit einiger Übung herauszubekommen - und um es nochmal klar zu machen, mir geht es hier nicht um Belehrungen, sondern darum, das die Leserin und der Leser diese Empfindungen spüren sollten, wenn sie mit der Pflanze magisch arbeiten wollen.

Beim Beifuss ist sowohl eine magische Schutzenergie als auch eine heilende Kraft vorhanden. Außerdem fühlt man eine Energie, die zur Unterstützung der hellseherischen Fähigkeiten eingesetzt werden kann.

Nun wird das Ganze wiederum mit den bereits erspürten, bekannten Grund"energien" kombiniert und schon ergibt sich eine ganz spezielle Anwendungsmöglichkeit für Beifuss: nämlich den magischen Spiegel oder eine Kristallkugel mit einer zu Vollmond gepflückten, frischen Pflanze abzureiben und so verschiedene Dinge zu kombinieren: Schutz und Stärkung der prophetischen Kraft. Auch keine schlechte Idee ist es, mehrere Blätter des zu Vollmond gepflückten Krautes zwischen sein Tarot-Kartendeck zu legen.

Wenn man sich so in dieser Art mit den Informationen, die den Pflanzenbeschreibungen anhängen, befasst und sich sein Bild von der Pflanze erspürt und entsprechende Erfahrungen zulässt, dann entwickelt man nach einiger Zeit ein eigenes System, mit welchem man in der Lage ist, all seine magischen Verrichtungen mit Pflanzen eine Gestalt und eine ganz persönlich eingefärbte Symbolik zu geben.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das es mir heute wesentlich leichter fällt, etwa einen Heilzauber zu machen, da ich mit diesem System eine besondere Art der Kommunikation mit meinen zellulosehaltigen Mit-Erdlingen pflege. Ich kann heute sagen, ich trabe dann einfach über eine Wiese oder durch einen Wald und "frage" die Gewäxe im übertragenen Sinne, welches von ihnen mit in das magische Beutelchen will. Manche Pflänzchen "schreien" schon recht laut, bei anderen wiederum muss hex ganz genau hinhören, weil so manches Kraut weniger kommunikativ ist.

Ein weiterer Tipp: Macht die magische Hauptarbeit - nach der groben Zusammenstellung der Pflanzen, die Ihr braucht - am besten mit Eurer Intuition. Es mag ja sein, das man in langen Praxisjahren einfach bestimmte Pflanzenkombinationen immer gleich zu mischen pflegt. Aber auch da weiß ich aus eigener Erfahrung, das es von Übel ist, wenn man nur an starren Mustern festhält. Ich teile diese Erfahrung mit vielen Heilern und Kräuterkundigen.

Was allerdings recht interessant ist: Jede/r Kräuterkundige hat selbstredend prinzipiell ihr/sein eigenes "Haussystem". Das Ergebnis der persönlichen intuitiven Arbeit bei der Zusammenstellung von Kräutern für eine ganz bestimmte, z.B. heilende Wirkung, ist jedoch - meistens bis auf Kleinigkeiten - oft so ähnlich, das es sich für Außenstehende als eine durchgängige Systematik der magischen Kräuterkunde darstellen könnte, derer sich jede/r Pflanzenmagier bedient.


Magister Botanicus


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