Es grünt so grün ... und die Bäume schlagen auch aus   Teil II

Nachdem es in unserem HeidenSterz schon einen Haufen Rezepte zum Thema "Grün und Frühling" gibt, beschäftige ich mich heute wieder ein wenig  mit den Grundlagen, nach denen ich meine Ernährung gestalte. Motto: Du bist was und wie Du isst!!.

Ab in die Küche

Jetzt ein paar meiner Lieblingsrezepte.

Frühlingssuppe
Vier Personen
30 dkg  Karotten, 10 dkg Lauch, 2 Stangen Sellerie, 20 dkg Kartoffeln, Saft von ½ Zitrone, Ingwer, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter  auf 1,5–2 l Wasser  zum Würzen Salz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss,  Miso, 20 dkg Gerste

Gerste mit Wasser zustellen und weichkochen. Karotten und Kartoffeln waschen, schälen und in Scheiben schneiden, Lauch und Sellerie putzen, waschen und würfeln. Gemüse mit Salz, Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeerblättern und 1,5 Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und 25 Minuten lang köcheln. Ingwer reiben und mit Zitronensaft und etwas Misopaste würzen. Gerste in die Teller geben und Suppe drübergiessen. Mit frischen Kräutern wie Petersilie, Kresse, Basilikum, Koriander oder Sprossen dekorieren.

TCM gesehen ist Gerste, DAS Getreide, um Feuchtigkeit und Hitze aufzulösen und auszuleiten. Gerste wirkt auf den Funktionskreis Niere-Blase (hilft auch bei beginnendem Harnwegsinfekt) löst Wasseransammlungen und Ödeme auf und reguliert die Cholesterinwerte. Gerste tonisiert das Qi, stärkt die Mitte, hilft bei geistiger und körperlicher Schwäche. Sie tonisiert gleichzeitig das Yin und hilft bei allgemeiner Trockenheit oder Entzündung der Schleimhäute (Gastritis und Darmentzündungen) und damit auch bei innerer Unruhe.
Von Karotte und Kartoffel wird diese Wirkung unterstützt. Lauch ist wärmend für die Nieren und stärkt damit die Abwehrkräfte. Er unterstützt die Auflösung und Ausleitung von Schleim. Die frischen Kräuter - grün wie sie sind - wirken immer aufs Holz und entspannen die Leber.Wiesenspinat mit Nudeln

Spinat von der Wiese
Vier Portionen
Eine mittlere Zwiebel, 30 dkg Wiese (Löwenzahnblätter VOR der Blüte bzw die kleinen jungen Blätter, Giersch, Sauerampfer, Bärlauch, Beinwell - in kleineren Mengen, Brennnessel - ruhig großzügig die jungen Blätter, Knoblauchrauke - vor der Blüte, Sauerklee - ebenfalls kleinere Mengen, Liebstöckel und falls das nicht reicht, dann einfach mit Vogerlsalat, Rucola, Radieschen- RoteRübenblättern oder Spinat aufstocken), Ghee, Hafermilch (oder andere, möglichst ungesüßte, Getreidemilch) zum Würzen Salz, Muskatnuss, Chilli, Kurkuma und Pfeffer

Zwiebel in Ghee glasig angehen lassen und dann das gewaschene, trockengeschleuderte und zerkleinerte Grünzeug darin kurz zusammenfallen lassen. Mit Salz, Muskatnuss, Kurkuma und Chilli würzen und dann mit der Getreidemilch angießen. Nach einer Garzeit von rund 10 Minuten mit dem Mixstab pürieren und eventuell mit ein wenig Reismehl "stauben" falls der Spinat zu flüssig sein sollte. Erst nach dem Anrichten pfeffern (verbessert die Bioverfügbarkeit). Dazu passen hervorragend Nudeln oder

Kichererbsenlaibchen
Vier Portionen
1 Dose Kichererbsen (wenn´s schnell gehen muss) oder 40 dkg frisch gekocht, 1 EL gemahlene Flohsamenschalen (WIRKLICH nötig, sonst fällt das Laibchen auseinander!), 2 EL Mehl (geht alles von Kichererbse bis Dinkel), 1 große Karotte oder wahlweise (weil Frühling!) eine handvoll Sprossen, Salz, Mutterkümmel, Koriandersamen

Kichererbsen mit Mehl und Flohsamenschalen zermatschen (Erdäpfelstampfer hilft, falls kein Mörser zur Hand) gehackte Sprossen oder geriebene Karotte untermischen, mit Salz, Mutterkümmel und Koriandersamen (alles gemörsert) würzen und eine halbe Stunde rasten lassen.
Dann Laibchen formen, in Olivenöl knusprig braten und eventuell im Rohr warmhalten.
Die Laibchen können auch gut am nächsten Tag noch kalt mit einem beliebigen Dip versnacked werden ...

... und noch ein paar generelle Hinweise

  1. Grüne Nahrungsmittel helfen im Frühling immer weiter (eingeschlossen Weizengras, Algen)

  2. Kürzer garen und bei höherer Temperatur (damit bleibt alles innen noch leicht knackig).

  3. Vor dem Frühstück noch ein Glas warmes Wasser mit Zitrone und ein wenig Honig, unter tags ein wenig Minztee oder Apfelessig mit Honig in ein Glas warmes Wasser helfen das Leberchi zu besänftigen (was besonders empfehlenswert ist, wenn sich Frust, Ärger und Reizbarkeit eingestellt haben oder mensch ziemlich oft seufzt)

  4. Schweres Essen (Milchprodukte, Frittiertes, Billigfleisch und größere Mengen an Nüssen - Erdnussbutter z. B.) vermeiden, da das die Leber träge macht.

  5. Langsam die Menge an aromatischen Nahrungsmittel steigern. Jungzwiebel, Knoblauch, Ingwer, Kresse, Senfsprossen, Kurkuma, Basilikum, Kardamom, Majoran, Mutterkümmel, Fenchel helfen den Übergang in den Frühling besser zu überstehen und Allergien, Erkältungen und akute Erkrankungen hinten an zu halten. Das Immunsystem profitiert davon.

  6. Langsam die Menge an Rohkost, Sprossen und Samen steigern. Knollengemüse mit in die Ernährung einbauen, besonders Karotten, Rüben (aller Farben) und auch Kartoffel.

  7. Bitterstoffe steigern, denn die helfen mit Hitze in der Leber umzugehen. Roggen, Romaniasalat, Spargel, Amaranth, Quinoa, Radieschenblätter, Zitronenschale, Löwenzahn, Kamille, Mariendistelsamen ... sie alle haben leberreinigende Wirkung und helfen bei juckenden, roten Augen, laufender Nase und steifen, geschwollenen (eventuell sogar entzündeten) Gelenken.

Damit wünsche ich euch guten Appetit und vor allem auch viel Spaß beim Kochen und beim Erfahrungmachen, was Nahrung so alles bewirken kann.


Anufa


Yule - auch für die Sinne 03.12.2016
Es grünt so grün ... und die Bäume schlagen auch aus - Teil II 07.05.2016
Es grünt so grün ... und die Bäume schlagen auch aus - Teil I 26.03.2016
Meine blutroten Lieblingsknollen – Ronen 24.10.2015
Die Backschule - Teil III 12.07.2015
Kraftsuppen – oder wie ich meiner Grippe den Laufpass gebe 28.03.2015
Die Backschule Teil II 20.12.2014
Die Backschule - Teil I 20.09.2014
Fisch und Meeresfrüchte für jeden Geschmack 28.06.2014
Haaaaatschi - Teil I 08.03.2014
Tapas & Empanadas – klein aber oho! 23.11.2013
Kohl 31.08.2013
Hurra, es wird Frühling oder doch nicht? - Teil II 28.04.2013
Hurra, es wird Frühling oder doch nicht? - Teil I 30.03.2013
Es kann nicht nur einen Teller geben - Teil II 29.12.2012
Es kann nicht nur einen Teller geben - Teil I 08.12.2012
Ab auf den Grill 18.08.2012
Der Sommer naht – es ist Zeit für Mediterranes! 23.06.2012
Rucola 09.06.2012
Ostereier in der Küche 17.03.2012
Chinakohl 11.02.2012
Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … 03.09.2011
Veronika der Lenz ist da oder Spargel hier und da und überall - Teil II 14.05.2011
Veronika der Lenz ist da oder Spargel hier und da und überall - Teil I 07.05.2011
Auf dem Yule Markt 2010 genascht 19.03.2011
Die große Covenküche - Teil V 25.12.2010
Maroni für die kalten Tage 21.08.2010
Nori, Nori, Nori 29.05.2010
Oh, du süße Mandarine! 08.05.2010
Die große Covenküche - Teil IV 31.10.2009
Die große Covenküche - Teil III 26.07.2009
Die große Covenküche - Teil II 10.05.2009
Die große Covenküche - Teil I 31.01.2009
Kürbis bis zum Abwinken Teil II 01.11.2008
Ein Garten voller Zucchini Teil II 19.07.2008
Ein Garten voller Zucchini Teil I 05.07.2008
Bärlauch 26.04.2008
Frühling! Sprossen sprießen! - Teil II 23.02.2008
Frühling! Sprossen sprießen! - Teil I 16.02.2008
Zwetschken, Zwetschgen oder doch Pflaumen 17.11.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil III 16.09.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil II 08.09.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil I 09.06.2007
WurzelWerk's winterliche Blubbertöpfe - Teil II 03.03.2007
WurzelWerk's winterliche Blubbertöpfe - Teil I 24.02.2007
Lebkuchen 16.12.2006
WurzelRezepte 21.11.2006
Dem WurzelWerk in die Kochtöpfe des Sommers geschaut 05.08.2006
Beltaine 29.04.2006
Imbolc in der Küche - Teil II 28.01.2006
Imbolc in der Küche - Teil I 21.01.2006
Kürbis bis zum Abwinken 30.10.2005
Gold in der Küche - Das Safrankochbuch 30.07.2005
Grüne Magie 14.05.2005
Kartoffeln 05.02.2005
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil III 28.08.2004
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil II 31.07.2004
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil I 17.07.2004
WurzelWerk´s herbstliches Hexen-Menü 15.11.2003
Die kanarische Küche - makrobiotische Inselkost 20.09.2003
So ein Holler 05.07.2003
Die Kunst des Räucherns - Teil II 24.05.2003
Brot-Meditation 05.04.2003
Die Kunst des Räucherns - Teil I 01.03.2003
Die Küche rund um Yule 14.12.2002
Ukrainische Weihnachtsgerichte 07.12.2002
Ritual-Kuchen-Küche 01.12.2002
Vom magischen Prozess des Kochens 21.09.2002
Paska - Ukrainisches Osterbrot 30.03.2002
Frühlingsanfang und Ernährung 23.03.2002
Hirse/Apfel-Auflauf 19.01.2002
Heidensterz & Kürbissuppe 27.10.2001





              
                   
              



    

© WurzelWerk · 2001-2017