Kraftsuppen – oder wie ich meiner Grippe den Laufpass gebe

Der Frühling steht vor der Türe und da lag es nahe, mal über ein paar wunderbare Frühlingsgefühle, äh ich meine natürlich Frühlingsgerichte zu schreiben.

Leider wurde dieser Plan – betreffend sowohl die Frühlingsgefühle als auch die Frühlingsgerichte – gerade von der überall anhaltenden Grippewelle jäh durchkreuzt. Also habe ich in Omas Rezepten gestöbert und für uns alle, die wir noch darniederliegen die altbewährten „wenn du krank bist hilft nur eins“-Suppen heraus gekramt. Jeder hat ja da wohl so seine eigene „Aufbausuppe“ auf die er/sie Stein und Bein schwört. Für alle die noch auf der Suche sind, hier also drei Suppen zur Auswahl.


Worauf mein Mann schwört – Die Rindssuppe oder „Der Wiener Suppentopf“

Zutaten:
- Ca. 1 Kilo Rindfleisch inkl. Knochen (z.B. Beinfleisch)
- 1 Bund Suppengrün
- 1 Zwiebel (nicht geschält, aber halbiert)
- Salz, Pfeffer
- Nach Bedarf Rindssuppenwürfel (gibt’s auch in der Bio-Variante)
- Schnittlauch (in kleine Röllchen geschnitten)

Eine Rindssuppe ist in der Tat eine Kraftbrühe und an sich nicht schwer zuzubereiten, aber es erfordert etwas Geduld, da die Suppe am besten schmeckt, wenn man sie lange kochen lässt. Ihr könnt euch auch jetzt schon entscheiden, ob ihr die Suppe eher klar oder etwas uriger trüb mögt. Die Zutaten sind immer die gleichen, aber wer eine klare Suppe möchte, muss sie vor dem Essen abseihen, damit sich eventuelle Würz- oder Suppengrün-Reste im Sieb fangen und nicht mehr in der Suppe schwimmen. Es empfiehlt sich hier ebenfalls, das Suppengemüse nicht klein zu schneiden, so gehen auch weniger Stückchen ab. Ich habe es immer gerne urig, also macht es mir auch nichts aus, wenn die Suppe trüb ist.


Rindssuppe

Hier nun also die Zubereitung: Zuerst müsst ihr das Suppengemüse waschen und in Scheiben schneiden. Diese können ca. einen halben cm dick sein. Karotten oder Rüben mit einem besonders starken Durchmesser, könnt ihr auch einfach nochmal halbieren. Die Zwiebel mit der Schale halbieren. Jetzt nehmt ihr einen großen Topf und röstet darin das klein geschnittene Gemüse ohne Öl (!) bei mittlerer Hitze an. Die beiden Zwiebelhälften legt ihr mit der Schnittfläche nach unten in den Topf. Ihr solltet immer mal wieder umrühren. Nach 3-5 Minuten hat sich am Topf-Boden höchstwahrscheinlich schon ein brauner Belag angelegt, dieser sorgt später unter anderem für ein kräftiges Aroma. Nun wird alles mit Wasser (heiß oder kalt) aufgegossen, der Belag löst sich so vom Topfboden. Gebt ca. 2 Liter Wasser dazu. Deckel drauf und aufkochen lassen. Sobald das Wasser mit dem Gemüse darin kocht, kommt das Fleisch dazu. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten: Ihr könnt entweder gleich würzen (je nach Geschmack Salz, Pfeffer oder auch 1-2 Suppenwürfel – diese gibt es auch in Bio-Varianten in Reformhäusern) oder ihr mögt es lieber, wenn der Eigengeschmack des Fleisches zuerst mal in die Suppe übergeht und würzt erst kurz vor dem Essen. Wer es nicht gerne stark gesalzen mag, kann auch auf das Würzen mit Salz und Pfeffer verzichten. Fleisch und Gemüse geben ohnehin sehr viel Aroma ab. Mir reicht das ehrlich gesagt nicht, daher würze ich sobald das Wasser, in das ich gerade das Fleisch gegeben habe, wieder kocht. Jetzt könnt ihr euch entspannt zurücklehnen und die Suppe erst mal kochen lassen. Für eine richtige Kraftbrühe empfehle ich 1,5 – 2 Stunden Kochzeit. Achtet darauf, dass die Suppe nicht zu stark kocht. Ich brauche dazu nicht mal eine Suppeneinlage, da ohnehin schon Gemüse und Fleisch in der Suppe ist. Vor dem Servieren noch mit Schnittlauchröllchen bestreuen.


Hühnersuppe


Worauf Oma, Opa, Mutter & Vater schwören – Die Hühnersuppe

Da ich als Kind bei jeder erdenklichen Krankheit immer gleich eine Hühnersuppe bekommen habe, ist sie natürlich auch meine erste Wahl an Grippetagen. Die Hühnersuppe ist im Grunde genauso zuzubereiten wie die Rindssuppe, ihr nehmt aber natürlich Hühnerfleisch statt Rindfleisch und Hühnersuppenwürfel statt Rindssuppenwürfel. Ich würde eine Kombination aus etwas fettigeren Stücken, wie zum Beispiel „Hendlhaxen“ (für alle deutschen Leser: Hühnerkeulen) und dem Brustfleisch nehmen. Wenn ihr nur die Brust verwendet, dann schmeckt die Suppe etwas langweilig finde ich. Den Zwiebel lasse ich bei der Hühnersuppe immer weg, aber auch das ist aber natürlich Geschmackssache. Ihr kocht also alles so wie oben angegeben. Wenn die Suppe fertig ist, könnte ihr sie mit einer Ei-Zitronensauce verfeinern. Diese Sauce nennt sich „Avgolemono“ und verleiht der Suppe eine sehr erfrischende Note. Ihr braucht dazu:

- 2 Eier
- 1 - 2 Tassen  klare Suppe
- 1 Zitrone (für alle die es besonders sauer wollen empfehle ich 1,5 – 2 Zitronen)

Die Suppe vom Herd nehmen, damit sie ein bisschen auskühlen kann. Jetzt müsst ihr das Eiklar vom Eigelb trennen und in einen größeren Suppenteller geben. Hebt das Eigelb bitte auch auf, das werdet ihr später noch brauchen. Jetzt wird das Eiklar geschlagen, bis es leicht schaumig ist, es muss nicht völlig steif sein. Die Zitrone auspressen und den Zitronensaft zum Eiklar schütten, noch ein wenig weiterschlagen. Nun Löffelweise klare Suppe hinzufügen und immer gleich einrühren. Das macht ihr, damit sich das die Sauce langsam erwärmt. Würdet ihr das Eiklar gleich zur heißen Suppe schütten, würde es natürlich sofort fest werden und das wollen wir auf jeden Fall vermeiden. Wenn der Teller halbvoll und alles schon ein bisschen warm, aber noch nicht heiß ist, könnt ihr das Eigelb vorsichtig einrühren. Gebt nun weiter löffelweise die Suppe dazu, bis der Teller schön voll und alles schön erwärmt ist. Nun alles in euren großen Suppentopf gießen und abschmecken. Bei Bedarf noch Zitronensaft hinzufügen.


Apfel Karotten Suppe


Worauf meine vegetarische Freundin schwört – Die Apfel Karotten Suppe mit Curry & Ingwer

Zutaten:
- 1/2 Kilo Karotten
- ca. 6 Äpfel
- Suppengewürz für Gemüsesuppen (gibt es auch in Bioform)
- 1/2 – 1 TL Curry
- 1 TL frischer geriebener Ingwer
- Petersilie zum Drüberstreuen

Zuerst die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Die Karotten in Scheiben schneiden und gemeinsam mit den Apfelstücken in einem Topf ohne Öl anrösten. Nach ca. 5 Minuten mit Wasser aufgießen. Alles zum Kochen bringen. Mit dem Suppengewürz und der Hälfte des Currys sowie dem Ingwer würzen. Die Suppe ca. 30 Minuten kochen lassen. Dann pürieren und mit dem restlichen Curry abschmecken. Wem es schmeckt, der/die kann vor dem Servieren noch fein gehackte Petersilie drüberstreuen.


Leilani


Yule - auch für die Sinne 03.12.2016
Es grünt so grün ... und die Bäume schlagen auch aus - Teil II 07.05.2016
Es grünt so grün ... und die Bäume schlagen auch aus - Teil I 26.03.2016
Meine blutroten Lieblingsknollen – Ronen 24.10.2015
Die Backschule - Teil III 12.07.2015
Kraftsuppen – oder wie ich meiner Grippe den Laufpass gebe 28.03.2015
Die Backschule Teil II 20.12.2014
Die Backschule - Teil I 20.09.2014
Fisch und Meeresfrüchte für jeden Geschmack 28.06.2014
Haaaaatschi - Teil I 08.03.2014
Tapas & Empanadas – klein aber oho! 23.11.2013
Kohl 31.08.2013
Hurra, es wird Frühling oder doch nicht? - Teil II 28.04.2013
Hurra, es wird Frühling oder doch nicht? - Teil I 30.03.2013
Es kann nicht nur einen Teller geben - Teil II 29.12.2012
Es kann nicht nur einen Teller geben - Teil I 08.12.2012
Ab auf den Grill 18.08.2012
Der Sommer naht – es ist Zeit für Mediterranes! 23.06.2012
Rucola 09.06.2012
Ostereier in der Küche 17.03.2012
Chinakohl 11.02.2012
Vieeel zu heiß – es ist vieeel zu heiß … 03.09.2011
Veronika der Lenz ist da oder Spargel hier und da und überall - Teil II 14.05.2011
Veronika der Lenz ist da oder Spargel hier und da und überall - Teil I 07.05.2011
Auf dem Yule Markt 2010 genascht 19.03.2011
Die große Covenküche - Teil V 25.12.2010
Maroni für die kalten Tage 21.08.2010
Nori, Nori, Nori 29.05.2010
Oh, du süße Mandarine! 08.05.2010
Die große Covenküche - Teil IV 31.10.2009
Die große Covenküche - Teil III 26.07.2009
Die große Covenküche - Teil II 10.05.2009
Die große Covenküche - Teil I 31.01.2009
Kürbis bis zum Abwinken Teil II 01.11.2008
Ein Garten voller Zucchini Teil II 19.07.2008
Ein Garten voller Zucchini Teil I 05.07.2008
Bärlauch 26.04.2008
Frühling! Sprossen sprießen! - Teil II 23.02.2008
Frühling! Sprossen sprießen! - Teil I 16.02.2008
Zwetschken, Zwetschgen oder doch Pflaumen 17.11.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil III 16.09.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil II 08.09.2007
Auf WurzelWerk Events genascht… - Teil I 09.06.2007
WurzelWerk's winterliche Blubbertöpfe - Teil II 03.03.2007
WurzelWerk's winterliche Blubbertöpfe - Teil I 24.02.2007
Lebkuchen 16.12.2006
WurzelRezepte 21.11.2006
Dem WurzelWerk in die Kochtöpfe des Sommers geschaut 05.08.2006
Beltaine 29.04.2006
Imbolc in der Küche - Teil II 28.01.2006
Imbolc in der Küche - Teil I 21.01.2006
Kürbis bis zum Abwinken 30.10.2005
Gold in der Küche - Das Safrankochbuch 30.07.2005
Grüne Magie 14.05.2005
Kartoffeln 05.02.2005
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil III 28.08.2004
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil II 31.07.2004
Kulinarisches Liebeslust-ABC - Teil I 17.07.2004
WurzelWerk´s herbstliches Hexen-Menü 15.11.2003
Die kanarische Küche - makrobiotische Inselkost 20.09.2003
So ein Holler 05.07.2003
Die Kunst des Räucherns - Teil II 24.05.2003
Brot-Meditation 05.04.2003
Die Kunst des Räucherns - Teil I 01.03.2003
Die Küche rund um Yule 14.12.2002
Ukrainische Weihnachtsgerichte 07.12.2002
Ritual-Kuchen-Küche 01.12.2002
Vom magischen Prozess des Kochens 21.09.2002
Paska - Ukrainisches Osterbrot 30.03.2002
Frühlingsanfang und Ernährung 23.03.2002
Hirse/Apfel-Auflauf 19.01.2002
Heidensterz & Kürbissuppe 27.10.2001



              
                   
              



    

© WurzelWerk · 2001-2017