Die Backschule   Teil II

Backen war für mich früher immer ein Mysterium. Wo man beim Kochen doch einfach nach Gefühl alles in den Topf schmeißen kann – vorausgesetzt man hat ein bisschen Gespür für die richtige Zusammensetzung der Zutaten – ist es beim Backen durchaus empfehlenswert sich an bestimmte Mengenangaben zu halten. Seltsam, dass für mich genau diese Tatsache das Mysterium darstellte, weil in meiner Vorstellung von Küche alles irgendwie nach Gefühl gehen musste.

Der Mürbteig


Mürbteig Mehlberg

Die Zubereitung eines Mürbteigs erfordert vor allem zwei Dinge: Kühle Zutaten und kühle Hände. Der Rest geht wie von selbst, wenn man bereit ist ca. 10 Minuten fest zu kneten. Zuerst solltet ihr mal alle Zutaten abwiegen und bereit stellen. Der Grundteig besteht aus:

- 300 Gramm Mehl
- 200 Gramm Butter
- 1 TL Zucker
- 1 Ei
- 1 Prise Salz

Nun wird das Mehl auf die Arbeitsplatte gesiebt. Dann drückt man mit einem Esslöffel in die Mitte des Mehls eine Mulde. In diese Mulde kommen nun der Zucker, das Ei sowie die Prise Salz. Die Butter sollte gut gekühlt sein und wird jetz in kleine Stücke geschnitten. Diese Butterstückchen verteilt man rundherum auf dem Mehlberg.

Mit einem Messer (Vorsicht: Scharf!) oder einer Backpalette wird nun alles vorsichtig durchgehackt und dann sofort geknetet, bis alle Brösel zu einer schönen Teigkugel geworden sind und diese auch nicht mehr auseinanderfällt. Nun die Teigkugel in Frischhaltefolie wickeln und ab damit in den Kühlschrank. Der Mürbteig hat es recht gerne kühl.

Diesen Teig könnt für Quiches oder Tartes verwenden, aber auch für Mürbteigkekse ist dieser Teig ideal. Bei den Keksen empfehle ich aber etwas mehr Zucker zu verwenden (ca. 100 Gramm). Bereitet den Teig wie oben beschrieben zu. Nun bemehlt ihr die Arbeitsfläche – das heißt ihr streut ein bisschen Mehl auf die Fläche, damit der Teig beim Ausrollen nicht kleben bleibt. Ebenso bemehlt ihr ein Nudelholz. Der Teig wird jetzt mit diesem Nudelholz dünn (ca. 5 mm Dicke) ausgerollt. Bis ihr etwas mehr Übung habt könnt ihr den Teig auch zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie ausrollen, dann bleibt auch ohne Mehl nichts kleben. Ich fange immer zuerst direkt in der Folie an, mache dann aber auf der bemehlten Arbeitsfläche weiter. Wenn ihr den Teig zuvor schön zu einer Kugel geformt habt, wird das mit dem Ausrollen ganz einfach funktionieren. Wenn der Teig ausgerollt ist, könnt ihr mit verschiedenen (Keks-)Formen Kekse ausstechen. Diese legt ihr dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backbleck. Bei ca. 180 Grad in etwa 10 Minuten backen. Jetzt noch mit Staubzucker bestreuen und fertig sind die einfachsten Weihnachtskekse der Welt.


Apfel Tarte

Apfel-Tarte

Zuerst einen Mürbteig nach dem oben angegebenen Grundrezept herstellen.

Weiters braucht ihr noch:

- 800 Gramm Äpfel
- 3-4 EL Staubzucker

Den Teig dann aus dem Kühlschrank nehmen, die Äpfel schälen, halbieren und entkernen. Dann die Äpfel in Spalten schneiden. Nun den Teig wie oben angegeben ausrollen. Ziel ist, den Teig flach und rund wie eine Pizza hin zu bekommen. Sollte er beim Ausrollen an den Rändern etwas auseinanderbrechen, klebt ihn einfach wieder zusammen. Jetzt die Form (am besten nehmt ihr dafür eine Tarte- bzw. Quicheform) mit Butter einfetten und leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig vorsichtig in die Form legen und zwar so hoch, dass auch der Rand der Form mit dem Teig bedeckt ist. An allen Seiten leicht in die Form hineindrücken. Den Teigboden ein paar Mal mit einer Gaben einstechen. Nun die Apfelhälften darauf verteilen. Dabei könnt ihr sie anordnen, wie es euch gefällt, am Ende soll es eben hübsch aussehen (es sei denn ihr wollt, dass es nicht hübsch aussieht, das ist für mich auch in Ordnung ;-) ). Noch mit Staubzucker bestreuen und bei 180 Grad für ca. 30 – 40 Minuten ins Backrohr damit. Die fertig gebackene Tarte nochmal mit Staubzucker bestreuen und warm servieren. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Tarte nach dem Backen auch noch mit Marmelade bestreichen, das verleiht ihr auch noch einen schönen Glanz. Ich verwende dazu Marillenmarmelade.


Mürbteig für Pikantes - Schinken Paprika Quiche

Zuerst für die Quiche einen wie oben angegebenen Mürbteig machen.

Zutaten für die Füllung:

- 150 Gramm gekochter Schinken
- 1 roten Paprika
- 1/2 Tasse Petersilie und/oder Basilikum und/oder Rucola
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 100 Gramm geriebener Hartkäse
- 125 ml Schlagobers
- 3-4 Eier (kommt auf die Größe an, meistens reichen 3 Eier)
- Salz, Pfeffer, nach Geschmack eine Prise Paprikapulver süß oder scharf


Schinken Paprika Quiche

Schinken und Paprika in kleine Würfel, die Frühlingszwiebel in kleine Ringe schneiden und alles vermengen. Die Kräuter hacken und ebenfalls untermischen. Nun den Käse reiben und in einer anderen Schüssel mit dem Schlagobers vermischen. Die Eier dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und nach Geschmack auch mit Paprikapulver würzen. Alles schön verquirlen.

Den bereits zuvor zubereiteten Quiche-Teig jetzt ausrollen und in die mit Butter eingefettete Quiche-Form legen (eine normale Auflauf-Form tut es auch, ihr müsst nur den Teig dann beim Ausrollen in Größe und Form daran anpassen). Der Teig sollte auch den Rand der Form bedecken. Dann die Schinken-Mischung gleichmäßig auf dem Teig verteilen und anschließend die Obers-Eier-Mischung langsam drüber gießen. Hier auch darauf achten, dass diese sich schön gleichmäßig verteilt. Das ganze kommt dann bei 180 Grad für ca. 40 Minuten in den Backofen.


Leilani


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