Betreut von Leilani
Haaaaatschi   Teil I

Aus gegebenem Anlass - ich liege gerade selber mit einem Virus darnieder - möchte ich heute ein paar meiner Hausmittelchen mit euch teilen ...

Flüssig macht mehr her

Gerade bei Infekten mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit ist es ratsam auf die Flüssigkeitszufuhr zu achten. Dabei trinke ich prinzipiell warm bis heiß und vermeide alle Kühlende (Getränke mit Kohlensäure z. B. oder Saft aus Zitrusfrüchten - damit fällt bei mir auch die oftmals verwendete heiße Zitrone mit Honig aus). Meine Lieblingsteemischung ist hier der Linden- Hollerblütentee mit Ingwer und Honig.
Auf 1 Liter kochendes Wasser
1 EL Lindenblüten
1 EL Hollunderblüten
1 cm geriebene Ingwerwurzel (von einem mindestens daumengroßen Stück!)

gute 10 Minuten ziehen lassen, abseihen, auf Trinktemperatur abkühlen lassen (währenddessen inhaliere ich gleich mal den Dampf bis es soweit ist) und erst dann einen fetten Löffel Waldhonig pro Häferl dazugeben. Honig sollte niemals in den zu heißen Tee gemischt werden, er verliert sonst seine Enzyme ...
Wer besonders akkurat sein möchte, der kocht sich jedes Mal eine halbliter Portion frisch (ansonsten geht es auch, den Tee am Stövchen warm zu halten, wenn "was tun" extrem mühsam ist).

Trotzdem aber auf das Wasser nicht vergessen, denn gerade jetzt braucht der Körper dringend Nachschub, gerade wenn die Nase läuft oder durch´s Fieber (und auch durch den Tee!!) der Schweiß fließt.


Flüssig essen oder ...

Was mir bei Infekten immer gut hilft ist entweder garnichts zu essen oder mich auf Suppen zu beschränken. Dabei steht in vorderster Linie die Hühnersuppe, die ich quasi aus gekauften Resten herstelle. Je "gesünder" dabei die Zutaten sind, desto besser tut nachher die Suppe!

2 Packungen Hühnerklein (oder alternativ vier Hühnerrücken und vier Flügerl)
4 Karotten
4 Petersilienwurzeln
1/2 Selleriewurzel
2 Pastinaken
Lauch
2 mittlere Zwiebel
3 oder 4  Knoblauchzehen
1 Chillilschote
2 cm Ingwerwurzel

Die Hühnerteile in ein wenig Öl anbraten (vorher die Knochen mit dem Messerrücken aufbrechen) bis sie leicht gebräunt sind und dann wieder herausfischen. Die Hälfte des Gemüses mit den Zwiebeln und dem Knoblauch anbraten, die Chillischote und den geriebenen (oder kleingehackten) Ingwer samt ein Tl Salz dazugeben und mit 3 Liter Wasser aufgießen.
Nach einer Kochzeit von mindestens 2 Stunden die Suppe abseihen (mit aufgelegtem Deckel auf kleiner Flamme) und die zweite Hälfte des Gemüses kleingeschnitten darin weichkochen. Wer sich "stark" genug fühlt, kann das Gemüse mitessen, wer nicht, der seiht nochmals ab und isst nur die Suppe.
Natürlich könnt ihr auch die doppelte Menge zubereiten und an zwei oder drei Tagen (jedes Mal mit frischem Gemüse!) essen.

Was ich aus der makrobiotischen Ecke sehr gerne zu mir nehme, weil es kaum belastet und trotzdem gut tut ist die Naturreiscreme.
1 Tasse Naturreis
7 Tassen Wasser

Den Reis  anrösten, bis er leicht goldbraun ist. Dann mit dem Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Im zugedeckten Topf auf kleiner Flamme 3 Stunden köcheln lassen (im Schnellkochtopf, den ich extrem empfehle, auf 5 Tassen Wasser reduzieren und 2 Stunden kochen). Die Creme leicht salzen oder mit Gomasio bestreuen (nicht bei hohem Fieber). Die Menge ist ungefähr eine Tagesportion.

Achja, Gomasio ist eine Gewürzmischung aus Sesamsamen und Salz (kann mensch zwar auch kaufen, aber ich find´s irrwitzig teuer und einfach selber herzustellen). Einfach 1 El Salz in einer Pfanne anrösten bis es aufhört zu stinken (jepp, Salz riecht tatsächlich nach Chlor, wenn mensch es aufheizt). Dann in den Mörser schütten und 8 EL Sesamsamen in die Pfanne (vorsicht die springen, also gleich den Deckel drauf, die Flamme abdrehen und feste schütteln bis die Sesamsaat richtig schön semmelblond ist). Ebenfalls in den Mörser geben und mit dem Salz "zusammenreiben" - es muss nicht alles staubfein sein, aber die Sesamkörner sollten "geknackt" und gut mit dem Salz vermischt sein. In ein Glasschraubdeckelglas abfüllen und teelöffelweise über die Reiscreme streuen. Hält sich im Eiskasten locker drei Monate.


Was garantiert nix hilft!

Es gibt aber auch einige Sachen, die ich in solchen Zeiten absolut vermeide. Sobald die Nase läuft, der Husten anfängt oder sich ein Infekt auch nur durch Abgeschlagenheit bemerkbar macht, achte ich noch mehr als sonst darauf jeglichen Zucker, Zusatzstoffe (also alles an Fertigfutter oder Convenientzeug), Kuhprodukte und schwer verdauliches Essen oder Trinken zu vermeiden.


Hausmittelchen

Wer ansonsten gesund ist kann sich auch noch folgende Hausmittelchen vom Hausarzt absegnen lassen.

Gleich am Anfang können Ingwerfussbäder hilfreich sein. Wer also schon friert, einfach von selber nicht warm wird oder schon schüttelfrost hat (aber eben noch KEIN Fieber!), der befüllt eine Fussbadewanne mit 2 bis 3 Liter kochendem Wasser, reibt eine mittelgroße Ingwerknolle hinein, lässt die Mischung 10 Minuten stehen und fügt dann gerade soviel kaltes Wasser hinzu, dass die Haut heil bleibt (mit der Hand testen). Für die Füße wird es dann noch (kurzfristig) zu warm sein - also beim Ausatmen die Füße ins Wasser tauchen und wieder herausnehmen. Das solange, bis die Füße drinnen bleiben können. So lange drinnen lassen, bis die Temperatur als "angenehm" empfunden wird und dann die Prozedur von vorn indem wieder heißes Wasser hinzugegeben wird. Dabei die Körpertemperatur kontrollieren und sobald die Temperatur über 38 ist, die Füße abtrocknen, warm einpacken und ins Bett gehen zum Schwitzen.

Was auch guttut ist ein Senfpflaster im Nacken (oder für Vorsorgliche, ein normales Wärmepflaster aus der Apotheke) oder zumindestens eine heiße Wärmeflasche.

Wenn der Kreislauf nur mehr schleicht, dann hilft manchmal ein Trank aus gehackten Schalotten, die mit der gleichen Menge Miso gemischt und mit heißem Banchatee aufgegossen werden. Das regt den Kreislauf an.
Wer eher zu hohem Blutdruck neigt und mit einer Erkältung darnieder liegt (und besonders, wenn das Fieber schon da ist), der kann es mit einem Daikongetränk versuchen.
3 EL weißer Rettich
1/4 Teelöffel geriebener Ingwer
1 EL Tamari (Sojasauce, bitte ohne Zusatzstoffe und Co!)
mit 2 bis 3 Tassen Banchatee aufgießen
und sofort ins Bett.

Zur Fiebersenkung (über 40 Grad sollte es nicht unbedingt gehen) kann ein Apfelsaftgetränk versucht werden. Naturtrüber Apfelsaft 1:1 mit heißem Wasser mischen, 2-3 Tropfen Zitronensaft zufügen und schluckweise trinken. Dabei bitte warm eingepackt bleiben! Für Kinder reicht schon der Saft von einem halben ausgedrücktem grünen Apfel ...

Bei Husten, Schnupfen und genereller Verschleimung der Nebenhöhlen leistet Lotoswurzeltee gute Dienste.
10 g getrocknete Lotoswurzel eine Viertelstunde lang in 1 Tasse Wasser kochen. 2 -3 Tropfen Ingwersaft hinzufügen, eine Prise Meersalz und ein paar Tropfen Tamari. Wer pulverisierte Lotoswurzel bekommt (Naturkostladen unter Hasucha) der nimmt einen TL Pulver, dieselbe Menge Zusätze und nur eine kleine Tasse Wasser in der die Mischung zum Kochen gebracht wird. Nur einmal kurz aufwallen lassen und dann auf Trinktemperatur abkühlen lassen.


... und für rundherum

Das Raumklima ist natürlich auch wichtig, wenn ich nicht gut beinander bin. Zuerst muss die Luft ein bissl feuchter werden (also hänge ich Wäsche im Zimmer auf oder wenn waschen zu anstrengend ist, dann einfach nasse Handtücher auf die Heizung verteilen!). Neben dem Bett, oder wo ich mich halt aufhalte, stelle ich eine große aufgeschnittene Zwiebel auf (oder kleine Zwiebeln, gehackt in einer Schale) oder ein Duftlampe mit Teebaumöl. Beides hält die Luft "sauber" und die Nase freut sich auch darüber.

Ansonsten gibt es wohl noch viele Hausmittel, die ihr vielleicht von euren Eltern oder Großeltern kennt! Wie immer freuen wir uns, wenn ihr sie mit uns teilt ...


Ende Teil I


Anufa


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