Tapas & Empanadas – klein aber oho!

Teller auf die das Auge gerne schaut und der Mund wässrig wird

Darf ich euch zu einer Reise nach Spanien einladen? Ja, natürlich ist es ein bisschen gemein, gerade zu Beginn der dunklen Jahreszeit über den sonnigen Süden zu sprechen. Aber was bleibt den sonnensüchtigen Sommermenschen denn anderes übrig, als sich von der bevorstehenden Kälte durch in ein paar Tagträume über wärmere Gefilde abzulenken?

Und wenn ich von Spanien spreche, muss ich unweigerlich an die wunderbare spanische Küche denken. Luftgetrockneter Schinken (Jamon) wo das Auge hinblickt, würziger „Queso manchego“, „Chorizo“ (ebenfalls eine Luftgetrocknete Wurst, die mit Paprika und Knoblauch gewürzt ist) und nicht zu vergessen all die vorzüglichen Gerichte aus Fisch und Meeresfrüchten. Serviert oft auf kleinen Tellern (Tapas) zu einem lieblichen Portwein. Die mediterrane Küche lässt viele Herzen höher schlagen, besonders aber meines. Denn allein aus kulinarischen Gründen, besuchte ich dieses wunderbare Land innerhalb eines Jahres gleich drei Mal.


Meine absoluten Lieblinge - Tapas

Tapas kann mal mit den kleinen Vorspeisen in Griechenland vergleichen (hier wurde bereits darüber geschrieben: Mezedes – siehe LINK anderer Artikel). In den unzähligen Tapas-Bars bestellt man wie in Griechenland auch, einfach diverse „Kleinigkeiten“, die einzeln auf kleinen Tellern serviert und einfach in die Mitte des Tisches gestellt werden. An diesen wunderbaren kleinen Speisen kann sich jeder am Tisch einfach bedienen. Meine spanischen Freunde bestellten immer reichlich (und wieder wurde ich an Griechenland erinnert) und von allem etwas. Was durfte an unserem Tisch auf keinen Fall fehlen?


Jamon Iberico

- Jamón Ibérico
- Garnelen in Olivenöl und Knoblauch
- Muscheln (Miesmuscheln sowie auch Venusmuscheln)
- frittiertes oder eingelegtes Gemüse (zum Beispiel Melanzani, Paprika oder Champignons)
- Sardellen bzw. Sardinen (in Öl eingelegt und gebraten)
- Morcilla: Das ist eine Blutwurst, bei der es mehrere Varianten gibt – soweit ich mich erinnere, haben wir die morcilla dulce gegessen. Diese Form der Blutwurst hat einen süßlichen Touch, da sie mit Zimt und Nelken gewürzt ist. Die Kombination aus einer würzigen Blutwurst angereichert mit leicht süßlichen Gewürzen gibt dem Tapas-Essen auch eine leicht orientalische Note.

Prinzipiell kann man sagen, dass der Phantasie bei Tapas keine Grenzen gesetzt sind. Tapas gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. Alle die nun anderer Meinung sind, vielleicht spanische Köche, die in ihren Küchen alles ganz anders handhaben, mögen mir an dieser Stelle verzeihen. Sollte ich hier eine goldene Tapas-Regel verletzt haben und sollte es doch absolute Tapas-No Go’s geben. Ich gehe hier einfach von meiner persönlichen Erfahrung und meinem ganz persönlichen Eindruck aus.

Mein Highlight an dem mit Tapas gefüllten Tisch waren natürlich immer die Gerichte mit Meeresfrüchten. Hier haben es mir besonders die Garnelen in Knoblauchöl angetan und ich war hingerissen als ich bemerkte, wie einfach man diese nachkochen kann.


Gambas al Ajillo (Garnelen in Knoblauchöl)

Zutaten
- ca. 500 Gramm Garnelen: Man kann ausgelöste King Prawns nehmen, in Ordnung sind auch gefrorene Garnelen. Oder man nimmt Garnelen mit Schale, je nach Geschmack. Empfehlen würde ich mittelgroße King Prawns, die Schale würde ich persönlich bereits vor dem Kochen entfernen.
- 4 Knoblauchzehen
- 150 ml Olivenöl (Die Garnelen sollen nicht nur leicht mit Olivenöl beträufelt werden, sondern dürfen ruhig etwas darin baden)
- 1 rote Chilischote
- Salz
- 3 - 5 Esslöffel Zitronensaft
- und je nach Geschmack auch frisch gehackte Petersilie.


Gambas al Ajillo

Zuerst sollte man die Garnelen vorbereiten. Das heißt, man taut sie gegebenenfalls auf bzw. schält und säubert sie. Den Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Die Chilischote ebenfalls in dünne Scheiben schneiden. Hier sei noch angemerkt, dass die Kerne der Chilischote besonders viel Schärfe enthalten. Das heißt, wer es nicht allzu scharf haben möchte, sollte die Kerne entfernen. Dann das Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch sowie die Chiliringe kurz (nur ca. eine Minute) darin anbraten. Garnelen hinzugeben und 2-3 Minuten alles zusammen braten lassen, gelegentlich umrühren. Nach Geschmack salzen, die Pfanne vom Feuer nehmen und die Garnelen sofort servieren. Unmittelbar vor dem Servieren noch mit dem Zitronensaft beträufeln und nach Bedarf die frisch gehackte Petersilie drüberstreuen. Fertig!


Lebensrettendes Frühstück nach langen Nächten - Empanadas

Eine weiteres Lieblingsgericht von mir wurden die in Spanien viel servierten Empanadas. Als kein Kind von Traurigkeit waren die Nächte in der Partymetropole Madrid – naja, eben ausgiebig und Partylastig. Am nächsten Morgen empfiehlt sich daher ein Frühstück mit Substanz. Ich bin also schnell auf den Geschmack dieser vorzüglichen kleinen pikanten Gerichte gekommen. Empanadas sind gefüllte Teigtaschen, die es in den verschiedensten Variationen gibt. Füllen kann man sie mit Hühnerfleisch, Wurst und/oder Käse, Faschiertem, Thunfisch oder Gemüse (zum Beispiel Spinat oder Kürbis). Empanadas sind nicht nur eine spanische Spezialität. Die Teigtaschen sind sowohl im süd- und mittelamerikanischen Raum, sowie in asiatischen Ländern berühmt und werden auf die unterschiedlichsten Arten zubereitet. Die spanische Empanada hat ihren Ursprung in Galizien und hat sich von dort aus über das ganze Land verbreitet.

Für mich persönlich ist eine der wohlschmeckendsten Empanadas, die „Empanada de Atun“. Diese Teigtaschen sind - wie der Name schon vermuten lässt - mit Thunfisch gefüllt sind.


Empanada de Atun

Empanada de Atun

Zutaten für den Teig
- 125 Gramm Butter (oder Margarine)
- 550 Gramm Mehl
- 380 ml lauwarmes Wasser
- 1 Päckchen Trockengerm (für unsere deutschen Leser: Trockenhefe)
- 1 TL Salz
- 2 EL Olivenöl (ich gebe meistens etwas mehr hinein, aber das ist wohl Geschmackssache)
Sollte jemand keine Lust auf Teig kneten haben, kann man auch einfach Blätterteig verwenden.

Zutaten für die Füllung
- 3 große Zwiebeln
- 3-4 Knoblauchzehen
- 1 große rote Paprika
- 3 EL Olivenöl
- Salz und Pfeffer sowie je nach Belieben Cayennepfeffer
- 3 Dosen Thunfisch in Öl

Sonstiges
- 1 Ei und etwas Olivenöl zum Bestreichen

Zubereitung des Teigs:
Das Mehl gemeinsam mit dem Trockengerm sowie dem Salz in eine Schüssel geben. Die Butter (bzw. Margarine) in einem kleinen Topf schmelzen, diese dann mit 375 ml lauwarmem Wasser langsam zum Mehlgemisch gießen. Den Teig mit einem Rührgerät (Knethaken) kneten, bis alles schön vermischt ist. Diesen dann aus der Schüssel nehmen, das Olivenöl hinzufügen und auf einer sauberen Arbeitsfläche noch einmal alles mit der Hand gut durchkneten. Teig zu einer Kugel formen, zurück in die Schüssel geben und alles zugedeckt an einem warmen Plätzchen 1 Stunde ruhen lassen.

Zubereitung der Füllung:
Die Zwiebel sowie den Knoblauch schälen und hacken. Die Paprika putzen, halbieren und in Streifen schneiden. Olivenöl in einer Pfanne heiß werden lassen. Zwiebel, Knoblauch und Paprika darin anbraten. Mit Salz und Pfeffer (je nach Geschmack und/oder Cayennepfeffer) würzen. Den Thunfisch abtropfen lassen und kurz mit anbraten.

Tapas

Nach einer Stunde etwas mehr als die Hälfte des Teiges auf der mit Mehl bestreuten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen. Dabei bitte die Größe des Backblechs beachten und die Größe des ausgerollten Teiges in etwa daran anpassen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier versehen und den ausgerollten Teig darauf legen. Nun die Fülle darauf verteilen, am Rand etwa 2 cm frei lassen. Anschließend die zweite Hälfte des Teiges zu einem etwas kleineren rechteckigen Stück ausrollen und als Deckel auf die bereits verteilte Fülle legen. Die 2 cm Teigrand dann nach oben und über den Deckel klappen. Eventuell mit einer Gabel leicht eindrücken, damit ein hübscher Rand entsteht. Jetzt noch das Eigelb mit dem Olivenöl mischen und die Empanada damit bestreichen. Für circa 30 Minuten ab in den Ofen und dann: Yummi!


Bildquellen:
http://romeroymas.blogspot.co.at/2012/01/empanada-de-atun.html;
http://www.abc.es/20101204/estilo-gastronomia/jamon-201012040421.html;
http://widmann-gastronomie.de/restaurants/tapas-barcelona.html;
http://la-cocina-de-lila.blogspot.co.at/2011/10/gambas-al-ajillo.html


Leilani


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