Hurra, es wird Frühling oder doch nicht?   Teil II

Dem Kalender folgend, sollte es mittlerweile Frühling geworden sein … Was ess` ich denn im Frühling und vor allem auch warum? Damit beschäftige ich mich in diesem Artikelzweiteiler.

Getreide als Grundlage der Mahlzeit

Als Grundlage meiner Ernährung betrachte ich prinzipiell Getreide und zwar in möglichst unverarbeiteter aber gut gekochter Form. Ganzjährig greife ich da besonders gerne auf Vollreis, Hirse und Polenta zurück. Sollte es anfänglich zu Verdauungsbeschwerden kommen, kann der Vollreis erst durch weißen Reis ausgetauscht und dann langsam, Woche für Woche, immer mehr davon durch Vollreis ersetzt werden. Besonders im Frühjahr ergänze ich den Speiseplan gerne mit Bulgur, CousCous oder Dinkelreis (der zwar etwas vorgedämpft ist, und deshalb durchaus durch selbstgekochten Dinkel oder Grünkern ersetzt werden kann).


Hirse / Reis

Pro Person eine kleine Tasse Hirse und/oder Reis gut waschen und dann mit der doppelten Menge Wasser auf kleiner Flamme zugedeckt rund 20 Minuten simmern lassen. Das Wasser muss vollständig aufgenommen sein und die einzelnen Körner müssen durchgängig weich sein. Dann auflockern, vom Feuer nehmen mit etwas Butter oder Öl vermischen und mit Kräutern oder Gomasio mischen.
Gomasio besteht aus einer Mischung 1 Teil Salz und 8 Teile Sesam. Salz in einer Pfanne einige Minuten erhitzen und in einen Mörser geben. Sesam kurz rösten (vorsicht Sesam springt aus der Pfanne!) bis er goldbraun ist. Dann ebenfalls in den Mörser geben und beides kurz "zusammenreiben". Es soll eine streufähige Mischung entstehen, die sich im Kühlschrank gut ein Monat aufbewahren lässt.


Rote Linsen mit marinierten Sprossen

(für vier Personen)

2 Tassen roten Linsen
1 große Zwiebel
100 ml Kokosmilch
1/8 l Apfelsaft
1/8 l Karottensaft oder 1 kleingeraspelte Karotte
Sojasauce (Tamari oder Shoyu)
Ume Su

Zwiebel fein schneiden, in Ghee glasig angehen lassen. Linsen waschen und zu den Zwiebeln geben. Mit Apfel- und Karottensaft ablöschen (bei geraspelter Karotte kann die Beigabe von etwas Wasser nötig sein), Kokosmilch hinzugeben und zugedeckt auf kleiner Flamme simmern lassen. Immer wieder nachsehen, weil die Linsen sehr leicht ansetzen und unter Umständen mehr Flüssigkeit benötigen. Sobald die Linsen weich sind (sie sollen zerfallen!), mit Shoyu und Ume Su würzen und auf die gewünschte Konsistenz bringen.
Eine Handvoll (vielleicht sogar selbstgezogene) Sprossen mit ein wenig Ume Su beträufeln und zu Getreide und Linsen servieren.

Dieses Linsengrundgericht kann, je nach Jahreszeit mit Gewürzen, Beigaben von Obst, Trockenobst, Kernen, Nüssen, etc. variiert werden. Was auch gut dazu passt, ist:


Spinatgemüse mit Olivenöl und Zitrone

Gewaschenen frischen Spinat (es können auch Löwenzahnblätter, Giersch, Bärlauch, Rucola, Vogerlsalat etc verwendet werden oder eine beliebige Mischung) mit einer Umeboshi-Pflaume in ein wenig Wasser kurz dünsten. Mit gutem Olivenöl und Zitrone beträufeln, eventuell ein wenig nachsalzen und genießen!

Wer Fleisch gewohnt ist, dem reicht das vielleicht noch nicht ...


Gebackener Ziegenkäse mit karamellisierten Gewürzen

Ziegenkäse im Rohr bei 180° überbacken bis er leicht Farbe bekommt. In der Zwischenzeit Anis, Fenchel, Thymian, gehackte Kürbiskerne, Walnüsse und/oder Mandeln in der Pfanne mit ein wenig Agavendicksaft oder Ahornsirup karamellisieren und diese Mischung dann über den Ziegenkäse geben.

Hier noch ein Rezept aus meiner persönlichen KüchenkreativEcke


Drachenmäßiges Chinakohlgemüse

Pro Person 1 Essschüssel streifig geschnittener Chinakohl
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
Ghee, Ingwerwurzel, Orangenschalen, Pfeffer, Salz

Zwiebel fein schneiden und mit dem ebenfalls kleingeschnittenen Knoblauch glasig werden lassen. Ingwerwurzel klein hacken (ca. 2, 3 cm), getrocknete Orangenschalen aus der Mühle oder dem Mörser kurz mitrösten und dann den Chinakohl dazu geben. Kurz durchrösten und dann entweder mit ein wenig Sojamilch aufgießen (ungezuckert, versteht sich!)  oder dazu Wasser verwenden und ev. zur Bindung ein wenig Mehl anstauben. Salzen und pfeffern

Dazu passt hervorragend:


Gebratener Tofu

Räuchertofu aus der Packung nehmen und gut abtrocknen. Den Block halbieren, in ca 1 cm dicke Scheiben schneiden und in einer beschichteten Pfanne mit wenig Ghee so lange braten, bis sich eine goldbraune Kruste gebildet hat. Nach dem Umdrehen die bereits fertige Seite mit Tamari einpinseln und sobald die zweite Seite knusprig ist, kann serviert werden.

Was ich immer gerne mache ist, entweder ein paar frische Kräuter über die Mahlzeit zu streuen oder ein paar geröstete Kerne oder Nüsse als "Zuckerl" oben drauf zu geben.

Wie immer würde ich mich freuen, wenn euch diese Art der Ernährung Spaß macht und ihr vielleicht sogar eure eigenen Rezepte mit uns teilen wollt!


Anufa


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