Betreut von Leilani
Hurra, es wird Frühling oder doch nicht?   Teil I

Dem Kalender folgend, sollte es mittlerweile Frühling geworden sein … Was ess` ich denn im Frühling und vor allem auch warum? Damit beschäftige ich mich in diesem Artikelzweiteiler.

Erstmal das „Warum“

Wie ich mein Essen zusammenstelle, das hat sich mit der Zeit aus einigen Komponenten zusammengesetzt. Gekocht und mit Nahrungsmitteln experimentiert habe ich schon immer gerne (sicherlich begünstigt dadurch, dass ich im Gastgewerbe aufgewachsen bin). In meiner Ausbildung zur Shiatsupraktikerin kam ich dann mit makrobiotischer Ernährung in Kontakt und später dann habe ich mich auch ein wenig in die traditionelle chinesische Küche eingelesen. Die allerdings hat nur wenig mit dem allseits bekannten Chinarestaurant zu tun, sondern wird de facto medizinal verwendet. Damit meine ich, dass das Essen an die jeweilige Jahreszeit und auch an die Esser angepasst wird, um den Gesundheitszustand auszugleichen und zu stabilisieren.

Kurz und generell ist in dieser Art der Küche jedem Element (derer es fünf gibt) auch ein Geschmack zugeordnet. Weiterführend bietet sich im Netz eine breite Informationsbasis an!
Jede Geschmacksrichtung stärkt die zugeordneten Meridiane und damit auch die Organsysteme. Demnach sollte jede Mahlzeit ausgeglichen alle fünf Geschmäcker enthalten, die jeweilige Jahreszeit und der persönliche Zustand der Esser gibt dann den Hinweis auf die Richtung die gestärkt oder stabilisiert werden soll – also welcher Geschmack/welche Lebensmittel etwas in den Vordergrund gehoben wird/werden. In unserem Fall jetzt: der Frühling entspricht dem Element „Holz“ damit sollte der saure Geschmack nicht zu kurz kommen.
An Lebensmitteln ist die Auswahl durchaus bunt … an Getreide ist Hirse und Gerste empfehlenswert. Jede Art von Wildkräutern, die rund um den eigenen Wohnort schon wachsen, sollten ebenfalls auf dem Speiseplan vorkommen. Wir haben im ArtikelArchiv vom WurzelWerk schon viele Rezepte für Bärlauch und Co gesammelt! Giersch, Gänseblümchen, Brennnesselspitzen (die eventuell kurz blanchieren), Löwenzahn und was sich sonst noch so auf der Wiese an Essbarem finden lässt, finden ebenfalls Verwendung.
Lauch, Kresse, Feldsalat, Chinakohl, Chicorée, Weißkohl, Pastinaken, rote Rüben, Radieschen, Karotten, gelbe Rüben, Pilze und alle Arten von Sprossen (wenn möglich selber gezogen) können zu wunderschönen saisonalen Rezepten verarbeitet werden.
Gewürzt wird mit frischen Kräutern (Basilikum, Kardamom, Anis, Fenchel, Kümmel, Majoran, Orangenschalen, Rosmarin, Salbei) und Knoblauch.

Die Auswahl mag jetzt auf den ersten Blick schwierig aussehen, ist es aber nicht! Wenn ich beim lokalen Anbieter lokale Erzeugnisse kaufe, dann gibt es zu jeder Zeit das passend Obst oder Gemüse im Angebot (Voraussetzung ist der lokale, naturnahe Anbau! Glashausgurken gibt es auch bei uns das ganze Jahr und die sind im Winter eher weniger zuträglich … so als ein Beispiel von vielen möglichen).


Kochen nach TCM muss nicht „chinesisch“ schmecken

Wie ich dann nachher bei den Rezepten hoffentlich deutlich machen kann, ist es nicht nötig, dass nach den Elementen gekochte Mahlzeiten „chinesisch“ schmecken. Es kommt ausschließlich auf die Prinzipien an, nach denen die Nahrungsmittel, die Kochart und das Gericht ausgesucht werden.
Damit kann ein recht traditionelles Essen, so wie wir es von Oma kennen, durchaus den diesen Prinzipien entsprechen, wohingegen eine Mahlzeit aus dem Chinarestaurant diesen völligst entgegen laufen kann …


Ein paar Tipps noch

Einer davon ist: frisch ist besser als alles andere!
In der Philosophie die der TCM zugrunde liegt, gibt es den Ausdruck „chi“ oder „Qi“ der übersetzt in die Richtung „Energie/Information“ geht. Je mehr davon in einem Lebensmittel vorhanden ist, desto wertvoller ist es für unseren Körper. So richtige Qi- Killer wie Mikrowelle, Tiefkühlkost und Fertiggerichte sollten also so gut es irgend geht vermieden und frisch gekochte Nahrung bevorzugt werden.
Ein zweiter ist: Der Weg des kleinsten Übels.
Wenn ich mich entscheiden muss zwischen Fastfood und Wirtshausessen, dann nehm´ ich das traditionelle Wirtshaus. Wenn die Entscheidung zwischen traditionellem Wirtshaus und japanischem Restaurant getroffen werden soll, dann wird´s der Japaner werden. Bevor ich mir eine Leberkässemmel kaufe, hol ich mir eine Doppelportion Reis vom Chinesen ums Eck …
Ein dritter Tipp:
Die Mitte macht den Unterschied! In der TCM bezieht sich das Wort „Mitte“ auch auf die Körpermitte (die vom Organkreis Magen/Milz repräsentiert wird) und die zu stärken ist immer eine gute Idee. Deshalb kann mit gekochtem Getreide, Karotten, Kürbis, Kartoffeln und Nüssen schon mal nicht viel schief gehen. Beim schnellen Hunger hilft Trockenobst, Selbstgebackenes mit Honig, Ahornsirup, Agaven- oder Apfeldicksaft.
Eine vierte Idee:
Raffinierter (weißer) Zucker meiden, wo es geht – den Spaß, die massenweise vorhandenen negativen Folgen von Zucker aufzuzählen, mache ich mir vielleicht nochmal.
Eine fünfte Grundlage:
Gekocht ist besser als roh. Anders als wir das vielleicht gewohnt sind, ist eine lange gekochte Hühnersuppe dem Körper um etliches zuträglicher um eine Erkältung zu bekämpfen als der vielgerühmte Orangensaft – egal wieviel Vitamin C darin auch enthalten sein mag.  So verhält es sich auch beim Essen. Warum werde ich in der Zukunft noch genauer erklären …
Und zum Schluss: das Frühstück ist wirklich wichtig! Nach der Organuhr stellt sich heraus, dass wir zwischen 7 und 11 Uhr die beste Kapazität haben, Nahrung verdauen zu können. Die Oma hatte also doch recht.

Damit lasse ich es diesmal mit der Theorie und den Hintergründen gut sein und bin schon gespannt, wie die Rezepte, die im Teil II nachfolgen, ankommen werden.


Ende Teil I


Anufa


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